GODS TOWER sind eine schwierig zu beschreibende Band. Nicht unbedingt wegen der Musik, die sie selber als Pagan-Folk-Gothic-Doom bezeichnen, sondern wegen der Chronologie. Wer schon neugierig auf die Diskographie geblinzelt hat, weiß jetzt schon warum. Wenn man mal das zweite experimentelle Tape "Canticles" (welches mir nicht vorliegt) wegläßt, ist nämlich die erste Scheibe die zweite, oder die zweite die erste. Das liegt daran, daß das erste Tape "The Eerie" nach der ersten CD "The turns" noch einmal komplett neu eingespielt wurde. Da das Songwriting älter ist, widme ich jetzt mal zunächst der "The Eerie"-CD, welche in der Grundversion 5 Lieder enthält und damit trotzdem auf eine Spielzeit von knapp 45 Minuten kommt. Gleich der erste Track "Reign of silence" quillt doomig-schwerfällig aus den Boxen, gepaart mit alten weißrussischen Folkelementen, ebenso die weiteren Stücke "When life ends", "Inis afalon", "Till death do us part" und "The Eerie". Es fällt schwer, diese Gruppe zu vergleichen, aber am ehesten fällt mir BATHORY ein, zur "Blood fire death" und "Hammerheart" Phase, aber mit einem rauheren Sänger. Wie schon erwähnt, wurden diese Songs in ihrer Urversion schon 1993 auf Tape verewigt und dann 1997 für die CD komplett neu eingespielt, welche in 2 Versionen auf dem Markt ist. Die Jewelcase CD beinhaltet als Bonus ein Video von Titelsong und die interessantere Digipak-Version statt dessen den Song "Beyond praying", welcher ursprünglich 1993 als 7"-EP erschienen ist. Die erste CD / zweites Album "The Turns" folgt genau dem gleichen Pfad. Schleppender, rauher, folklastiger Doom, der mir aber von Songwriting besser gefällt als das "Debüt". Besonders das 10-minütige "Twilight sun" zieht einen in seinen traurig-monotonen Bann. Zum Antesten der Band ist 1999 in Deutschland mit "Ebony birds" eine CD erschienen, die die besten Lieder dieser beiden Scheiben zusammenfaßt. Letztes Lebenszeichen ist eine obskure Zusammenstellung namens "Abandon all hope" von 2001. Gleich die ersten beiden Lieder sind die besten, die ich bis dato von dieser Truppe gehört habe. "Civilization" ist das metallischte und melodiöseste Stück, "Abandon all hope" anschließend der monoton-genialste Stampfer. Mit diesen beiden neuen Stücken ist der erste Teil der CD abgeschlossen, es folgen mit "Iron man", "Final countdown" und "Power & reason" 3 Coverversionen von BLACK SABBATH, EUROPE und ARIJA, wobei ersterer von der Stimme und der musikalischen Grundrichtung am besten gelungen ist. Und weiter geht es zum abschießenden dritten Teil, der mit einer bis dato unveröffentlichten 7"-EP-Version von "Life ends" beginnt, die komplett anders klingt, als die spätere 97er-"The Eerie"-Version. Es folgen 2 abgedrehte Dance-Remixe von "Reign of silence" und "Civilization" über die ich lieber das Mäntelchen des Schweigens ausbreite. Als Bonus gibt es "Beyond praying" als Video. Falls Euch Lukaschenko in sein Reich läßt (und vor allem wieder raus), lege ich allen Pagan-Folk-Doom-Jüngern unter Euch die beiden regulären Alben wärmsten ans erkaltete Herz.
1993 The Eerie MC
1994 Canticles MC
1996 The Turns MC/CD
1997 The Eerie CD
1999 Ebony Birds CD
2001 Abandon all Hope CD
geschrieben am 29.04.2004 von Børge
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musikalischer Background des Verfassers Death Metal, Experimental, Grind, Doom, Sludge, Hip-Hop, Jazz, Prog in allen Varianten
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