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XXX   Von der eigentümlichen Faszination norwegischen Black Metals   XXX


Der Terminus „Black Metal“ ist schon seit vielen Jahren nicht mehr ausreichend, um die gewaltige Bandbreite verschiedenster Bands zu erfassen und stilgerecht wiederzugeben. Daher wollen wir in folgendem kurzen Essay einmal einen Großteil der unterschiedlichen Black Metal-Subgenre außer Acht lassen, auch die von Venom oder Bathory gemachten Anfänge links liegen lassen und uns dafür lieber einer ganz bestimmten Ausdrucksform schwarzmetallener Kunst widmen, welche mir seit jeher am liebsten ist und es wohl immer sein wird:

Der norwegische Black Metal.

Diese Unterkategorie des Black Metals war meinerseits der Grund, mich dieser Musik zu widmen, mein Leben von ihr füllen zu lassen und mich von ihr in den Bann ziehen zu lassen. „Doch was genau ist eigentlich „typisch“ norwegischer Black Metal?“, mögen sich manche jetzt fragen, denn auch hier gibt es himmelweite Unterschiede (ihr müsst nur einmal eine Darkthrone-Scheibe nach einem Emperor-Opus konsumieren und ihr wisst, von was ich rede!). Dennoch wollen wir diese teils gewichtigen Unterscheide nicht weiter beachten und betrachten den norwegischen Black Metal an dieser Stelle einmal als Einheit, wie es ja auch zu Beginn der Neunziger, beim Aufkeimen der norwegischen Black Metal-Bewegung, der Fall war. Anfangs möchte ich allerdings ein wenig Licht ins Dunkel bringen und im Folgenden eine bei weitem nicht vollständige aber meiner Meinung nach einigermaßen relevante Liste wichtiger norwegischer Black Metal-Kapellen auflisten, damit dem Verlauf dieses Artikels besser zu folgen ist (Anmerkung: ich lasse hier bewusst alle Skandale, Morde und Kirchenbrände weg – dafür gibt es bereits einschlägige Literatur!):

Burzum – wohl eine der wichtigsten „Bands“ aus Norwegen. Mastermind Count Grishnackh hat mit seinem Alben zweifelsohne unvergessliche Meilensteine norwegischer Tonkunst abgeliefert. Sein Debüt „Burzum“ aus dem Jahre 1991 gilt als eine der ersten Black Metal-Releases aus Norwegen.
Heutiger Status: Von einem Synthie-Ambiet-Projekt zum endgültigen Ende einer Legende vor einigen Jahren…


Darkthrone – Kultband, welche wohl wie keine zweite den Terminus „True Norwegian Black Metal“ definiert und zelebriert hat. Auch heute noch aktiv konnten sie bereits 1991 mit „A Blaze In The Northern Sky“ einen Genremeilenstein vorlegen, mit welchem sie sich zudem langsam von ihren prägnanten Death Metal-Wurzeln der Achtziger lösten.
Heutiger Status: Noch immer am Lärmen, wenn auch nicht mehr ganz so gut und faszinierend wie es damals war…


Gorgoroth – die „Gorg’s“, wie sie liebevoll genannt werden – stehen auch 2004 noch für Black Metal in Reinkultur, ihre kurzen aber heftigen Frühwerke sind längst Kult, ebenso ihre Konzerte – remember Poland?
Heutiger Status: Waren wichtig – sind wichtig!

Mayhem – seit Mitte der Achtziger aktiv, dafür aber verdammt unproduktiv. Alle Jubeljahre ein neues Album, dann aber gleich ein Kracher wie „De Mysteriis Dom Sathanas“. Finden heute langsam zu ihrer Stärke zurück, zudem dürfen sie sich rühmen, dass der ermordete Euronymous für den Black Metal-Aufwärtstrend in Norwegen verantwortlich war.
Heutiger Status: Finden langsam wieder zu alter Stärke zurück…


Emperor – „Sophisticated Black Metal Art“ – das trifft die Musik Emperors recht gut. Hochanspruchsvolle und komplexe Epen voller faszinierender Songs. Von einer typisch norwegisch-frostigen Black Metal-Combo Anfang der Neunziger zu wahren Kaisern musikalischer Ausdrucksform mutiert – unerreicht!
Heutiger Status: Leider aufgelöst!

Satyricon – Debütveröffentlichung 1993 – dennoch bei den Wichtigen ganz vorne dabei. Typisch nordische Raserei wurde hier beinahe als Novum mit folkigen Akustikparts verbunden, später zentrales Thema Myriaden Nachfolgebands.
Heutiger Status: Still alive and still strong as hell!


Ulver - Neben Satyricon eine der Pioniere des “Folk Black Metal”-Metiers, auch wenn Ulver diese Folkelemente viel tragender in ihre Musik integrierten und sogar ein komplett akustisches Album aufnahmen.
Heutiger Status: Zwar meilenweit vom Black Metal entfernt, dennoch bietet Garm noch immer in den Bann ziehende Songs, wenn auch eher trippiger und elektronischer Natur…

Carpathian Forest – faszinierendes Zweiergespann, welches besonders mit seiner „Through Chasm, Caves And Titan Woods“ von sich reden machte: Mystischer, rumpelnder und niemals übertrieben rasender Black Metal, welche in der balladesken Hymne „Journey Through The Cold Moors Of Svartjen“ mündet – Pflicht! Ebenfalls in der Anfangszeit nicht gerade veröffentlichungswütig, heute sieht es für die Fans allerdings besser aus!
Heutiger Status: Zwar kein mystischer, dafür aber verdammt rotziger Black Metal Marke „Fuck Off!“

Taake – zwar definitiv keine Band der ersten Black Metal-Welle, dennoch konnten die beiden bisherigen Album vollauf überzeugen, um sich nahtlos in die Ahnengalerie norwegischer Meister einzureihen.
Heutiger Status: Grimmig, böse, gemein…alles beim Alten!

Immortal – ganz klar eine verdammt wichtige Truppe. Bereits das 1991 veröffentlichte „Diabolical Fullmoon Mysticsm“ schlug ein wie eine Bombe! Danach folgten Schicksalsschläge: Erst starb Drummer Eric, dann verließ Demonaz aus gesundheitlichen Gründen die Band und schließlich entschied sich Abbath letztes Jahr, Immortal an den Nagel zu hängen.
Heutiger Status: Leider aufgelöst, eine Schande ist das!

Dimmu Borgir – die wohl bekanntesten Norweger. Auch schon seit 1993 dabei, mauserte man sich zur bekanntesten norwegischen Truppe, was vor allem eine starke Polarisierung seitens der Black Metal-Fans zur Folge hatte.
Heutiger Status: Aktiver denn je, meine Meinung dazu: Gut so!

Diese Truppen sollen ausreichend sein, um meinen nun folgenden Absatz verständlich zu machen:

Was fasziniert mich an norwegischem Black Metal? Als wichtigster Punkt wäre an dieser Stelle mit Sicherheit die unbeschreibliche Landschaft Norwegens zu nennen. Die majestätischen Fjorde, die unergründlich tiefen und unberührten Wälder, die kleinen gluckernden Bäche, die mystische Mitternachtssonne - hier jagt ein Naturschauspiel das Nächste und es gibt für mich einfach nichts Herrlicheres, als mit beispielsweise Ulver über Kopfhörer anzuhören und dabei Aufnahmen aus norwegischen Wäldern zu sehen… dieses Gefühl ist von tiefer Verbundenheit zum Naturmystizismus geprägt, welcher in norwegischer Natur wohl zu seiner Vollendung findet. Des Weiteren haben es mit all die norwegischen Sagen und mythologischen Ursprünge angetan, was angesichts der faszinierenden Götterwelt der Skandinavier nicht weiter schwer fällt und mich schon seit meiner Kindheit begeistert Texte dieser Stilrichtung konsumierte. Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass es die norwegischen Black Metaller blendend verstanden haben, ihrer Musik eine visuelle Seite zu verleihen. Hier hat besonders Tanja Stene fantastische Arbeiten abgeliefert, man schaue sich nur die Ulver-Cover des ersten und dritten Werkes sowie viele der Darkthrone-Bilder auf den Backcovern an – es ist einfach unglaublich! Aber auch Bands wie Emperor oder Carpathian Forest konnten mit ihren Artworks genau das Gefühl vermitteln, welches mit der Musik einhergeht: Naturmystizismus, Verlorenheit und Erhabenheit. Nicht vergessen sollten wir an dieser Stelle den verehrten Herrn Kittelsen, welcher Burzum dank seiner faszinierenden mystischen, Einsamkeit visualisierenden Kunstwerke neben musikalischen auch zu artworktechnischen Ehren verhalf.

An dieser Stelle endet dieser kleine Essay, welcher zu dem Schluss kommen soll, dass es besonders die Musik in Verbindung mit dem richtigen Artwork ist, welche norwegischen Black Metal zu dem macht, was er für mich ist: Die faszinierendste musikalische Ausdrucksform.

PS: ich weiß, dass ich längst nicht alle Bands aufgezählt habe!
PPS. Ich weiß es wirklich, also lasst gut sein!





geschrieben am 27.04.2004   von Björn Springorum
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