Die in Deutschland wohl bekannteste Hard Rock-Formation Rußlands ist unbezweifelbar Gorky Park, da ihre ersten beiden Scheiben durch Major-Labels (Polygram, danach BMG Ariola) auch im Westen erhältlich waren. Gleich das erste Album "Gorky Park" glich einem Paukenschlag, welcher durch die Hitsingle "Bang" eröffnet wird, die auch hierzulande 1989 des öfteren im Radio lief. Musikalisch bewegt man sich auf der US-amerikanischen Schiene, wobei einem als erstes Vergleiche mit Van Halen einfallen, da der Sänger wirklich verdammt nach Sammy Hagar klingt. Dafür, daß man nichts dem Zufall überließ und als Garant dafür, daß diesem Album ein gewisser Erfolg beschert war, sorgte die Liste der Produzenten, wie Bruce Fairbairn, Richie Sambora und Jon Bon Jovi, mit dem Gorky Parks Sänger Nikolai Nakov auf dem Lied "Piece in our Time" ein Duett trällert.
Auch der vier Jahre später erschienene Nachfolger "Moscow calling" (in Rußland nur "2" betitelt) eröffnet mit einem sofort ins Ohr gehenden Song, wobei ein Stilwechsel, musikalisch wie gesanglich, auffällt. Weg von Van Halen und Sammy Hagar, klingt man jetzt wie Def Leppard zu "Hysteria"-Zeiten. Ebenfalls ein spitzenmäßiges Mainstream-Album, welches ich jedem AOR-Fan wärmstens ans Herz lege.
Sammler und Gorky Park-Fans dürften bis zu diesem Zeitpunkt schon vier CDs in ihrem Schrank stehen haben, da beide Alben, "Gorky Park" und "Moscow calling", in Rußland und im Westen mit komplett verschiedenen Covern erschienen sind.
Weshalb nach diesen beiden Alben Gorky Park ihren Plattenvertrag im Westen verloren haben, vermag ich nicht zu sagen, jedenfalls erschien 1996 die dritte Scheibe "Stare" nur in Rußland. Der Opener und Titelsong zugleich weiß sofort wieder zu gefallen. Fremde Einflüsse? Fehlanzeige, von Van Halen ist nichts mehr zu hören und an Def Leppard erinnert nur noch gelegentlich die Stimme. Gorky Park haben ihren eigenen Stil gefunden. Leider, muß ich nach dem Durchhören des ganzen Albums sagen. Es hat zwar schöne Momente, wirkt gelegentlich etwas sperrig, aber über die größte Strecke eigentlich belanglos. Man ist weit weg von den eingängigen, wenn auch einfachen Melodien der ersten beiden Erfolgsalben. Manche würden jetzt sagen, sie sind erwachsen geworden.
Den eingeschlagen Weg setzten Gorky Park auf ihrem vierten und bis dato letzten Album "Protivofazza" fort. Da es zum Glück wieder etwas härter geworden ist, können mir wenigstens die Songs "Jenny loses me" und "For all we can say" Anerkennung abringen, für elf enthaltene Songs allerdings viel zu wenig.
1989 Park Gorkogo LP/CD
1989 Gorky Park LP/CD
1993 2 CD
1993 Moskow calling CD
1996 Stare CD
1998 Protivofazza CD
geschrieben am 30.04.2004 von Børge
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musikalischer Background des Verfassers Death Metal, Experimental, Grind, Doom, Sludge, Hip-Hop, Jazz, Prog in allen Varianten
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