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XXX   Heavy Metal in Rußland   XXX
Tschornyi Kofe (Black Coffee)



Tschornyi Kofe (Schwarzer Kaffee) zählen neben Arija und Korrosija Metalla zu den großen alten Gruppen des russischen Heavy Metal, ist deren erstes 5-Track-Minialbum doch schon 1984 erschienen und war schlicht "Tsche Ka" (die beiden Anfangsbuchstaben des Bandnamens) betitelt. Soundmäßig mußte man natürlich noch einige Abstriche machen, aber die Trademarks dieser Gruppe wurden schon beim Opener "Strana" (Land) recht deutlich: die hohe, helle und kreischende Stimme von Dimitri Varshavsky. Bei der anschließenden Ballade "Sweta lutsch" (Lichtstrahl) werden bei der Gitarrenmelodie sogar Assoziation zu "Seawind" von Accepts Debütscheibe wach. Im März 1987 folgte die nächste EP mit vier Stücken, die einfach nur den Bandnamen "Tschornyi Kofe" trug. Ist der gleichnamige Opener noch ein eher lustiger Rocker, zerschneidet Dimitri bei "Simnij portret" (Winterporträt), ebenso wie bei dem nachfolgenden Song, mit seiner Stimme die Membranen der Lautsprecherboxen. Das abschließende "Swuki kosmosa" (Sound des Kosmos) ist dagegen wieder getragener. Ein fantastisches Stück Metal auf Vinyl. Zum Glück wurden alle vier Songs der CD-Version des nachfolgenden Albums als Bonus-Tracks beigefügt, wobei der Titelsong aber neu eingespielt wurde. Die besten Lieder dieser beiden Mini-Alben finden sich übrigens auch, neben anderen unveröffentlichten Sachen aus dieser frühen Periode, auf dem 2000 erschienenen Sampler "Swetlyi Metall" (Helles Metall).
Drei Monate nach der EP erschien dann im Juni 1987 das eben schon erwähnte erste reguläre Album "Perestupi parog" ("Die Schwelle überschreiten", aber auch unter dem englischen Titel "Cross the Threshold" bekannt) und beinhaltet über die ganzen neun Lieder, die die LP enthält (CD 13), den einmaligen von Dimitris Sirene veredelten Power Metal. Einfach ein geniales, zeitloses Album!
Danach drehte sich das Bandkarussell und als markantester Neuzugang gehört ab sofort mit Boris Dolgikh ein fester Keyborder zur Gruppe, was sich gleich mit den ersten Tönen des 1989 erschienen zweiten Longplayers "Wolnomu – Wolja" ("Freiheit für den Willen", oder mit englischem Titel "Life never waits") positiv bemerkbar macht. Die Scheibe klingt dadurch kommerzieller, wenn ich mal dieses Unwort in den Mund nehme, aber keinen Deut schlechter als der Vorgänger und enthält mit dem abschließenden "Ete Rock" (Das ist Rock) einen All-Star-Hit bei dem sich Musiker von Kruiz, Evm, Arija und Master ein Stelldichein geben, wobei mir aber die auf "Swetlyi Metall" enthaltene Ur-Version besser gefällt. Die mit einem anderen Cover versehene CD-Version enthält übrigens mit "Starnij park" (Alter Park) einen nicht auf der Vinyl-Scheibe enthaltenen Bonus-Song.
Da ich "Perestupi parog" und "Wolnomu – Wolja" jetzt nicht gegeneinander aufwiegen möchte, halte ich einfach fest, daß Tschornyi Kofe bis hierher einfach nur zwei geniale Alben abgeliefert haben, die beide in jede anständige Osteuropa-Sammlung gehören. Doch dann wird es richtig schlimm. Tschornyi Kofe versuchen, den internationalen Markt zu erobern, und bringen 1991 mit "Golden Lady" ein komplett in Englisch eingesungenes Album heraus, welches musikalisch zwar deutlich sanfter als alles bisher Erschienene ist, aber trotzdem an einigen Stellen vom Songwriting her nicht ganz so übel ausfällt. So könnte der Titelsong durchaus auf Cinderellas "Long cold Winter" stehen, wenn Dimitris wirklich ätzender Versuch, Englisch zu singen, nicht wäre. Aber diese spärlich gesäten Glanzlichter werden durch solche vollkommenen Rohrkrepierer wie "Stranger in L.A." oder "Shaking Baby" zunichte gemacht. Da half es auch wenig, daß die Songreihenfolge für die CD-Version komplett umgestellt wurde und durch die russischsprachige Version von "Golden Lady" sowie zwei Hits aus den beiden vorangegangenen Meisterwerken ergänzt wurde. Daß dies ein gewaltiger Schuß in den Ofen war, merkten Tschornyi Kofe auch recht schnell und so schob man gleich ein Jahr später unter dem Namen "Ledi osenj" (Herbst Dame) eine in Russisch eingesungene Version von "Golden Lady" nach, welche deutlich besser klingt. Weshalb man aber das unsägliche "Shaking Baby" weiterhin in der englischen Version auf das Album packte, ist mir schleierhaft. Auch, weshalb man das Album um die zwischenzeitlich erschienene Single "Don’t ask me why" ergänzte. Welch treffender Titel! Als Bonus gibt es noch einen alten, bis dato auf keinem Album veröffentlichten Kracher: "Swetlyi Metall". Aber auch da finde ich die Version auf dem gleichnamigen Sampler besser.
Vier Jahre Bedenkzeit über den zukünftigen Weg ließen sich Tschornyi Kofe, bevor sie 1996 "Pjanaja luna" (Trunkener Mond) auf die Menschheit losließen. Und diese Zeit schienen sie auch gebraucht zu haben, denn die CD knüpft zwar nicht mehr an alte Glanztage an, bietet aber trotzdem versöhnliche, wenn auch sehr softe Kost an. So können, zumindest mich, Songs wie der traurige Opener "Gde-to w slesach" (Irgendwo weinend), das Rainbow-lastige "Znamja mira" (Friedensfahne) oder das Instrumental-Stück "Kalifornija" begeistern. Die Coverversion "Come together" der Beatles ist dagegen mißraten. Dimitri klingt dabei irgendwie wie Michael Jackson, und das wollen wir ja wohl wahrlich nicht hören.
Danach war es Zeit für etliche Best of-CDs, die wie "Legendy russkogo roka" (Legenden des russischen Rock) oder "Enziklopedija rossijskogo roka" (Enzyklopädie des russischen Rock) einen guten Überblick über die gesamte Schaffensphase von Tschornyi Kofe bieten. Aber wirklich wichtig und genial ist die ebenfalls zu diesem Zeitpunkt erschienene und schon oben mehrmals erwähnte CD "Swetlyi Metall", die nur Material aus den Jahren 1984 bis1986 enthält.
Allen Gerüchten zum Trotz lebt die Gruppe immer noch und veröffentlichte in diesem Jahr ein neues, "Belyi weter" (Weißer Wind) betiteltes, Studioalbum. Das Cover ist das beste der Bandgeschichte: Ein Skelett mit funkelnden Augen steht auf dem Friedhof mit einer Fender-Gitarre in der Hand. Diese Zeichnung steigert die Erwartungen ins unermeßliche. Haben Tschornyi Kofe doch noch die Kurve bekommen und sind zu ihren Anfängen zurückgekehrt? Doch aus dem weißen Wind wurde leider kein Sturm, höchsten ein Lüftchen. Dieses Album enthält keinen Metal mehr sondern nur noch Hard Rock, wobei man streckenweise auch dabei das erste Wort einklammern kann. "Belyi weter" ist für mich noch zu neu, um mir eine abschließende Meinung über diese CD zu bilden, darum belasse ich es dabei.

1984 Tsche-Ka 84 LP
1987 Tschornyi Kofe LP
1987 Perestupi parog LP/CD
1989 Wolnomu – Wolja LP/CD
1991 Golden lady LP/CD
1992 Ledi osenj CD
1996 Pjanaja luna CD
1999 The Best of CD
1999 Sewesdnaja serija CD
2000 Swetlyi Metall CD
2000 Legendy russkogo roka CD
2001 Enziklopedija rossijskogo roka CD
2002 MP3 Kollekzija CD
2002 Belyi weter CD
2002 Pridi i wse wosmi CD


geschrieben am 30.04.2004   von Børge
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