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XXX   Peter Steele - ein Rückblick auf sein musikalisches Vermächtnis   XXX


Peter Steele ist Tot. Als die Meldung am morgen des 15. April durch die Twitterlandschaft geisterte, glaubten viele noch an einen ähnlich makaberen Scherz wie 2005. Damals zierte fünf Tage lang ein angeblicher Grabstein Steele’s die Internetpräsenz seiner Band Type o Negative. Diesmal war es leider kein Scherz, Peter Ratajczyk starb am Abend des 14 April in einem Brooklyner Krankenhaus an Herzversagen. Aus diesem traurigen Anlass wollen wir mit diesem kleinen Artikel das Wirken von Peter Steele als Musiker retrospektiv würdigen.

Peter Steele ist Tot. Als die Meldung am morgen des 15. April durch die Twitterlandschaft geisterte, glaubten viele noch an einen ähnlich makaberen Scherz wie 2005. Damals zierte fünf Tage lang ein angeblicher Grabstein Steele’s die Internetpräsenz seiner Band Type o Negative. Diesmal war es leider kein Scherz, Peter Ratajczyk starb am Abend des 14 April in einem Brooklyner Krankenhaus an Herzversagen. Aus diesem traurigen Anlass wollen wir mit diesem kleinen Artikel das Wirken von Peter Steele als Musiker retrospektiv würdigen.

Peter Steele wurde am 4. Januar 1962 in Brooklyn, New York geboren und erlangte vornehmlich als Sänger, Bassist und Songwriter der Gothic-Metal Band Type O Negative Berühmtheit. Seine musikalische Karriere begann er im zarten Alter von 17 Jahren allerdings mit der Metalband Fallout. Nach einer Single-Veröffentlichung im Jahre 1981 (Rock Hard/Batteries not Included; Silver Records) löste die Band sich allerdings in zwei Lager auf.

Der spätere Type o Negative Keyboarder Josh Silver und Gitarrist John Campos starteten ein Projekt namens Original Sin (eine Metal / Haarspray Combo - allerdings auch wenig erfolgreich), Peter Steele und Schlagzeuger Louie Beateaux gründeten 1982 Carnivore. Man wandte sich damit musikalisch der keimenden Thrashbewegung zu. Das 1985 via Roadrunner veröffentlichte, selbstbetitelte Debüt war für die New Yorker Szene sicher ein wegweisendes Album. Der 1987 eingespielte Nachfolger „Retaliation“ war deutlich intensiver von der New Yorker Crossover Szene beeinflusst.
Neben ihrer Bühnenshow im apokalyptischen Mad Max Stil waren Carnivore zu dieser Zeit auch wegen der Lyrics ins Visier selbsternannter Moralapostel geraten. Die extrem Provokanten Themen wurden von nicht wenigen Kritikern als Rassistisch und Sexistisch (Sex & Violence) bezeichnet; wobei durch der Song „Jesus Hitler“ animiert auch noch Nationalistische Tendenzen bei Carnivore vermutet wurden. Vorwürfe die nie bekräftigt werden konnten, durch Peter Steele’s Statements und künftig harschen Lyrics auch nie verstummten.

Da aber beide Alben nicht zu dem erhofften Erfolg führte, schloss Peter Steele sich kurz nach dem Release von „Retaliation“ wieder mit seinem alten Wegegefährten Josh Silver zusammen um ein Projekt namens Repulsion ins leben zu rufen. Kenny Hickey (Gitarre) und Sal Abruscato (Drums) komplettierten das Line-Up, das drei Jahre später unter dem Banner Type o Negative ein ganzen Genre prägen sollte.
Das ’90er Demo „None More Negative” enthielt bereits Urversionen von sechs Songs, die später auch auf dem Debüt Platz finden sollten. Da aber der Name Repulsion schnell zu Verwechslungen mit den Michigan Deathern führen konnte, wurde die Band kurzerhand in Subzero umgetauft. Während den Aufnahmen zu „Slow, Deep & Hard“ stellte Peter Steele fest (angeblich beim durchblättern der Gelben Seiten), das es in New York bereits eine Band gleichen Namens gab. Also änderte man den Bandnamen ein letztes Mal; in Type o Negative.


Das 1991 von RoadRacer/Roadrunner veröffentlichten Debüt „Slow Deep & Hard“ stand
folglich noch sehr stark unter dem Einfluss der Carnivore Zeit, da das Material ursprünglich für ein drittes Carnivore Album geschrieben war. Allerdings waren die späteren Trademarks der Band schon im Ansatz zu erkennen. Die epischen Keyboardteppiche wurden hier allerdings noch mit Industrial, Punk und brettharten Rock Riffs in den Hintergrund gedrängt. Fast schon selbstredend, das auch hier wieder die Kritiker auf den Plan gerufen wurden. Denn Peters Meinung über Sozialschmarotzer (in ’Der Untermensch’ einmal mehr auf äußerst harsche Weise ausgedrückt) und den die immer wiederkehrende Frauenthematik (Unsuccessfully Coping with the Natural Beauty of Infidelity) standen ganz in der Carnivore Tradition.
1992 drängten Roadrunner darauf, dass Type o Negative eine Live Scheibe aufnehmen sollten. Die Kohle die dabei locker gemacht wurde um die Band in der Brighton Beach, Brooklyn spielen zu lassen, wurde allerdings auf andere Art durchgebracht. Stattdessen nahmen Type o Negative weite teile von „Slow, Deep & Hard“ in einer neuen Version auf, das trimmen der Musik auf „Live-Sound“ wurde von ein paar grölenden Kumpels und der Technik realisiert. Auch wenn Type o Negative nicht das Produkt ablieferten, was das Label verlangte, wurde das Album unter dem Titel „The Origin of the Feces” mit dem Label „Not Live At Brighton Beach“ auf den Markt gebracht.

Hiernach folgte alsbald eine musikalische Kurskorrektur, hin zu düster Doomiger Atmosphäre und einem depressiv melancholischen Bassgesang Steele’s als markanteste Merkmale. Trademarks die die Band bis zum Schluss zur Perfektion ausbaute; beginnend mit dem
Meilenstein „Bloody Kisses“. Das 1993 veröffentlichte Album brachte Peter Steele den lang erhofften Durchbruch und Roadrunner Records das erste Platin Album ihrer Labelhistorie.
„Bloody Kisses“ ist die bis heute perfekteste Liaison aus diesen Trademarks und enthält die nötige Schwermut und atmosphärische Dichte um zum Meilenstein für das gesamte Gothic Metal Szene zu avancieren. Insbesondere der Hit ’Black No.1’ bekam ebenso Dauerrotation in den Clubs wie das nicht minder begnadete „Christian Woman“.
Kurz nach den Aufnahmen zum Album verließ Sal Abruscato Type o Negative um fortan bei Life of Agony eine andere musikalische Richtung zu verfolgen. Als Nachfolger wurde Johnny Kelly rekrutiert, der vorher als Drum-Tech sein Brot bei Type o Negative verdiente. Mit ihm nahm die Band das ebenfalls sehr erfolgreiche „October Rust“ auf.
Das wohl kommerziellste Album der Band stand ganz unter dem Einfluss des Erfolges von „Bloody Kisses“. Die Band bewahrte sich in einem schier halsbrecherischen Spagat ihre künstlerische Freiheit und befriedigte trotzdem die Vorgaben des Labels. „Love You To Death“ befriedigte die mittlerweile stark gestiegene Fanbase im Gothic Metal Sektor und die rockige Singleauskopplung „My Girlfriends Girlfriend“ konnte sich in den deutschen Top 100 Charts platzieren. Das Album selbst ergatterte in den Staaten Goldstatus. Exzessive Tourzyklen folgten in den nächsten Jahren, mit allen Licht und Schattenseiten die der Erfolg mit sich brachte...

1999 wird “World Coming Down“, das mit Abstand düsterste und depressivste Album von Type o Negative veröffentlicht. Hier verarbeitet Peter Steele musikalisch die Geschehnisse in seiner Familie, angefangen von der Erkrankung seiner Mutter bis hin zu Todesfällen im
Verwandtenkreis. Tragödien, bei denen er auch aufgrund des immensen Tourpensums nicht immer zugegen sein konnte. Entsprechend depressiv und klagend sind die Sounds auf “World Coming Down“ ausgefallen. Trotz des höchsten Chart-Entry aller Alben, ist und bleibt das Album bis heute das sperrigste und düsterste Werk von Type o Negative und wird von Kritikern der Band gerne als Referenz herangezogen.

Vier weitere Jahre sollte es dauern bis man 2003 mit „Life is killing me“ den legitimen Nachfolger in die Händlerregale hievte. Warten, das sich für die Fans gelohnt hat, denn abermals beschreitet Peter Steele neue musikalische Wege. Neben den typischen Gothic
Metal Elementen überzeugte das Album mit fast Partykompatiblen Rockelementen. Die Singelauskopplung „I don’t wanna be me“ steigt bis auf Platz 40 der Singlecharts. Damit endet auch die musikalische Zusammenarbeit mit Roadrunner Records und Type o Negative signen beim deutschen Label SPV.

Unter dem Arbeitstitel „The Profit$ of Doom“ beginnt Peter Steele Ende 2006 mit den Aufnahmen zu einem neuen Album und will damit nach eigenen Aussagen eine Rückkehr zu Carnivore Anfängen wagen. Der Titel wird in allerdings noch in „Dead Again“ getauscht, bevor das Album Anfang 2007 veröffentlicht wird. Nicht wenige stößt Peter Steele mit
diesem Album allerdings vor den Kopf. Das beginnt mit dem Sound der Scheibe, die durch die Aufnahme der Songs in Jam Sessions einen relativ rohen Charakter offenbaren. Auch die Drumspuren sind Live und unverfälscht auf dem Album gelandet. Und last but not least hat sich auch im lyrischen Bereich einiges geändert. Peters Rückkehr zum Römisch Katholischen Glauben spiegelt sich in fast pro-christlichen Texten wieder und ist der annoncierten „Rückkehr zu Carnivore-Anfängen“ eher abträglich.

Am 14. April 2010, kurz nachdem er begonnen hat neues Material für den „Dead again“ Nachfolger zu schreiben stirbt Peter Ratajczyk, alias Peter Steele, in einem Brooklyner Krankenhaus an Herzversagen und hinterlässt damit eine kaum zu schließende Lücke in der Musiklandschaft.

Sicher war Peter Steele ein Mensch, der all die Jahre sowohl auf, als auch abseits der Bühne polarisiert hat und manch kontroverse Diskussion in Gang gesetzt hat. Aber über all diese Diskussionen zweifellos erhaben ist sein musikalisches Vermächtnis. In diesem Sinne…




Rest in Peace
Peter



geschrieben am 21.04.2010   von Blizzard
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