Besucher Online
 
Statistik für März 2016
Visits: 107522
PageImpressions: 925005
Statistik und Mediadaten

Banner Werbung bei Metalglory
 


XXX   Heavy Metal in Rußland   XXX
Master



Diese Master kommen aus Rußland und sind ein Ableger von den bereits besprochenen Arija. So gründeten Bolshakov, Granovsky, Molchanov und Pokrovsky (letzterer nur sporadisch am Keyboard im Einsatz) mit zwei anderen Musikern die Band. Die Plattenfirma Melodia beschreibt und begründet die Situation wie folgt: "Bisher hatten wir diesen Typus von Musik noch nicht im Programm, sondern hielten uns an ruhigere Gruppen, wie z.B. Kruiz und Tschornyi Kofe fest. Jene neue Art, die von Master selbst mit Steel Thrash bezeichnet wird, wirkt wesentlich energischer, schneller und härter, als das seither produzierte Material unseres Labels. Das Ausschlaggebende, warum die Musiker sich nach zwei Alben von Arija trennten, liegt darin begraben, daß man neue Wege bzw. mit der Zeit gehen wollte. Die Songs 'Wolja i rasum' und 'Wstan, strach preodoleij' vom Arija-Album 'S kem ty?' wurden mit übernommen und neu für das Debüt bei uns eingespielt" (Freie Übersetzung aus dem Kyrillischen)
1988 war es dann schließlich soweit, den sogenannten Steel Thrash anzutesten. Ähnlichkeiten zu Arija sind zweifelsfrei, auch ohne die beiden überführten Stücke, noch vorhanden, selbst der neue Sänger Seryshev klingt verdammt nach seinem "Vorgänger", doch in punkto Härte haben Master tatsächlich gewaltig zugelegt. Die Stilrichtung kann als melodiöser Speed Power Thrash, bis auf die Balladen "Etsche ras notsch" (Es ist wieder Nacht) und "Chrani menja" (Rette mich), oder meinetwegen auch als den von Master selbst definierten Steel Thrash, angegeben werden. Ab und an wird diese LP (Auflage 3.000 Stück) noch auf Plattenbörsen zu einem Preis zwischen 15 und 25 Euro gesichtet, der aber im Angesicht des Gebotenen vollkommen gerechtfertigt ist. Somit sind die drei Wahrnehmungssinne des Sammlers gefordert: 1. Scheibe mit den Augen erspähen, 2. mit linker Hand absichern und mit den Fingern der rechten Geldbeutel ertasten um 3. die akustische Einverleibung am heimischen Plattenspieler durchzuführen. Für CD-Maniacs noch kurz der Hinweis, daß diese geniale Scheibe 1995 sowie 2002 als CD mit einem anderen Cover wiederveröffentlicht wurde.
Wer nun glaubt, daß die Band mit dem Debüt ihr Pulver verschossen hatte, sieht sich getäuscht, denn 1989 legten Master mit "S petljoi na scheje" (Mit dem Hals in der Schlinge) ein weiteres First Class-Album im Bereich des Speed/Thrash Metal nach. Es werden die Songs wie "Palatschi" (Henker), "Kogda ja umru" (Wenn ich sterbe), "Luda" (Judas), "Woina" (Der Krieg) oder "Sem krugow ada" (Sieben Zirkel der Hölle) auf so geniale Art und Weise heruntergeschrubbt, daß mir beim besten Willen kein brauchbarer Vergleich einfallen mag. Am ehesten würde Thrusts "Fist held high", nur als Speedversion, dafür herhalten können. Der Kauf lohnt sich aber allemal für diejenigen, die auf variablen Speed/Thrash, Melodie, Doublebass, russischen Gesang und natürlich auf das Debüt der Band stehen. Die CD-Version hat wieder einmal ein anderes (besseres) Cover.
Nach dem Motto "für weniger gute Musik werden weniger gute Musiker gebraucht", hat sich die Gruppe 1991 um Bandleader Bolshakov halbiert. Zum ersten Mal in englischer Sprache und im Stile von Sodom, versuchte man, an die Kohle der Metal-Fans heranzukommen. Zwar ist "Talk of the Devil" im Bereich des Thrash Metal mit Sicherheit keine schlechte Scheibe, doch wenn man sieht, was diese ehemalige Spitzenband zuvor imstande war zu leisten, kann dieses rigorose Rationalisierungsprogramm schlicht als Schuß in den Ofen betrachtet werden. "Talk of the Devil", "Fallen Angel", "Heroes" und der unheimlich schnelle Black Sabbath-Coversong "Paranoid" sind ganz klar gute Thrasher, aber können meine Tränen über eine der größten Enttäuschungen in der Geschichte des Ost-Metal nicht trocknen.
Die Freude, daß die CD "Maniac Party" 1994 herauskam, hielt sich somit in Grenzen. Erstaunt war man nur, als man bei der Besetzungsliste feststellte, daß nun Bolshakov nicht mehr mit von der Partie war, dafür die Gruppe aber wieder auf fünf Leute angewachsen war. Technisch verbessert, aber vom Songwriting wiederum nicht überzeugend, hört man auf der Scheibe keinen Sodom-ähnlichen Ton mehr, sondern eine "Exodus zu 'Pleasure of the Flesh' mit Rage-Einschlag"-Variante. Bei Sichtung bzw. Langeweile könnt Ihr mal ein Ohr riskieren, aber ich glaube, es gibt genügend besseres und wichtigeres Material zum anchecken.
Da als nächstes ein Live-Album anstand, stieg die Spannung bei dem Gedanken, wie es die Band schaffen will, alte und neue Songs unter einen Hut zu bringen, schier ins Unermeßliche. Trotz leichten Widerwillens läßt man den "Maniac Party"-Opener "Beastee Generation" über sich ergehen, um dann einen Dreierblock von der "Talk of the Devil"-LP abzubekommen. Die Songs 5, 6 und 7 stammen wieder von "Maniac Party", bevor das erste wirkliche Highlight "Palatschi", das einzige "S petljoi na scheje"-Stück, durch die Boxen quillt. Highlight? Neee. Beileid! Jawohl! Das gleiche gilt für die beiden darauf folgenden Debütsongs "Master" und "Wolja i rasum", deren Studioversionen unerreicht bleiben. Track 11 ist das tausendmal gecoverte "Smoke on the Water" bei dem selbst Master nichts falsch machen können. Als Schlußlied wählten dann die Russen den nicht besonders starken "Sdes kujut metall" (Hier schmiedet man Metall)-Track von Arija und beenden damit ein reichlich schwaches Live-Album. Der eine oder andere unter Euch wird sich nun denken, daß ich unter dem unheilbaren "Früher war alles besser"-Syndrom leide. Was soll’s, hiermit bekenn’ ich mich öffentlich: Ich bin FWAB-POSITIV.
Aber halt, ein bißchen positiver wurde es auf dem nächsten Studio-Release "Pesni mjortwych" (Lieder der Toten). Nicht, daß man jetzt wieder dem Speed der Anfangstage huldigt, nein, die Musik ist deutlich schwerer geworden (eben dem Album-Titel angepaßt) und läßt sich am ehesten als eine moderne (ich hasse dieses Wort) Mischung aus Power und Thrash Metal beschreiben, inklusive Ballade. Das wirklich positive an dieser Scheibe ist, daß sie wieder komplett in Russisch eingesungen wurde, auch wenn die Entscheidung dazu rein kommerzieller Natur war. In Rußland verkauft sich eben russischsprachige Musik besser und im Westen wollte immer noch keiner etwas von diesen Master wissen, man war ja schon von der US-Gruppe um Paul Speckman bedient. Wen wundert es da noch, daß man dann schon wieder ein Live-Album nachschob, auf dem aber diesmal fast ausschließlich die russischen Klassiker vertreten waren. Auf "The Best – Konzert w Moskwe" befinden sich von den 14 enthalten Song sage und schreibe nur zwei englischsprachige.
Das "Labyrinth"-Album, welches 2001 erschienen ist, folgt der Linie von "Pesni mjortwych", klingt aber glattpolierter als dieses, was aber nicht nur an dem neuen Sänger liegt. Im gleichen Jahr beteiligte man sich, neben Arija, an der "Tribute to Harley Davidson" Mini-CD mit einer gelungenen Coverversion von Twisted Sisters "Ride to live, live to ride", bei der man die Strophen in Russisch und den Refrain original Englisch singt.
Die neueste und bis dato letzte Veröffentlichung Masters ist "Klassika 1987-2002" auf der man ihre Klassiker in einem aktuelleren, härteren Gewand zu hören bekommt. Kannte man das Arija Stück "S kem ty?" ja schon vom Debüt-Album, so erstaunt es, daß sich mit "Torero" von Arijas Erstlingswerk "Mania welitschia" ein weiteres Stück auf dieser CD befindet, welches Master so noch nirgends verwendet hatten. Es bleibt abzuwarten, womit uns diese Gruppe in Zukunft überraschen wird. Ich bin jedenfalls gespannt.

1988 Master LP/CD
1989 S petijoi na scheje LP/CD
1991 Talk of the Devil LP/CD
1994 Maniac Party LP/CD
1995 Live CD
1996 Pesni mjortwych CD
1997 The Best – Konzert w Moskwe 1997 CD
2001 Labyrinth CD
2002 Klassika 1987-2002 CD
2002 MP3 Kollekzija CD
2002 Legendy russkogo roka CD






geschrieben am 29.04.2004   von Børge
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:

musikalischer Background des Verfassers
Death Metal, Experimental, Grind, Doom, Sludge, Hip-Hop, Jazz, Prog in allen Varianten
X   Aktuelle Top6
1. Tephra "Modicum Of Truth"
2. The Crimson Jazz Trio "King Crimson Songbook Vol 1"
3. Rosetta "The Galilean Satellites"
4. Mastodon "Blood Mountain"
5. The Dillinger Escape Plan "Ire Works"
6. Coprofago "Unorthodox Creative Criteria"
X   Alltime-Klassix Top6
1. SBB "Memento Z Banalnym Tryptykiem"
2. King Crimson "Red"
3. Death "Alles"
4. At the Gates "Slaughter of the Soul"
5. Nasum "Helvete"
6. Terrorrizer "World Downfall"

[ Seit dem 29.04.04 wurde der Artikel 9870 mal gelesen ]
 
Einloggen bei myGlory
  Benutzername:
  Passwort:
Auto-Login
  Noch kein Account?! Anmelden!
Die aktuelle Umfrage:
Welchen Metal-Stil favorisierst Du?
  Black Metal
  Death Metal
  Gothic (Metal)
  Doom Metal
  Hard Rock
  Hauptsache Core
  Nu Metal
  Power Metal
  Progressive (Metal)
  Thrash Metal
Um selbst abzustimmen bitte einloggen!
Die neuesten Reviews:
Neue Webseite endlich online
Turbobier Das neue Festament
Foreign Diplomats Princess Flash
Deaf Havana All These Countless Nights
Chrome Molly Hoodoo Voodoo
Sunterra Reborn -EP
Dethrashion Assault Bombardment
Tschaika 21/16 Tante Crystal uff Crack am Reck
The Shiver The Darkest Hour
Yiek The Drive
Die neuesten Interviews:
J.B.O. - 03.01.2017
Running Wild - 05.10.2016
Lacrimas Profundere - 01.10.2016
Vicious Rumors - 08.07.2016
My Jerusalem - 28.06.2016
Die neuesten Artikel:
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
Metalforum Osthessen e.V. sucht Bands für Konzerte - 26.10.2010
Verlosung - 26.10.2010
KONZERTERLEBNISSE - 12.08.2010
Peter Steele - ein Rückblick auf sein musikalisches Vermächtnis - 21.04.2010
Die neuesten Live-Berichte:
Caliban, Suicide Silence, Any Given Day, To the Rats and Wolves - 22.12.2016
LIEDFETT, kAPEllE PEtra, elfmorgen - 2016 - 20.12.2016
Ruhrpott Metal Meeting 2016 - 15.12.2016
Die neuesten Live-Vorberichte:
Vorbericht: Svbway to Sally - Ekustik-Projekt NEON 2017 - 11.01.2017
Vorbericht: Night Of The Progfestival 2017 - 09.01.2017
Vorbericht: FAUN – MIDGART - Tour 2017 - 09.01.2017
Die neuesten Galerien:
Open Air Festival M´era Luna vom 10. bis 11.08.2013 in Hildesheim - 14.08.2013
With Full Force 2013 - 28.07.2013
Darkmoon-Festival 2013 - 24.07.2013
Die neuesten Links:
Second Roses Online Shop Frankfurt
Morgzine - An Independent Brutal Death/grind Fanzi
Deadwebzine - Extreme Metal Guide And Metal Web Pr
All Metal Lyrics
All Metal Videos

© 2004 Metalglory.de - Alle Rechte vorbehalten   |   Haftungsausschluss   |   Impressum   |   Statistiken   |   Werbung   |   Version 5.1.8