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XXX   Wie es um den Schwarzmetall in Deutschland bestellt ist   XXX


Oftmals schweifen die Blicke verklärt-nihilistisch in den Norden, wird das allseits beliebte Thema "Black Metal" angerissen. Dort, zwischen verschneiter Wildnis und noch viel mehr verschneiter Wildnis, wo die Nächte zeitweise niemals enden, sagt man, wird richtiger Black Metal gespielt! So frostig wie ein Bad in einem norwegischen Gebirgssee und so mitreißend wie ein finnischer Gletscherstrom soll er klingen und stellt für viele die einzig gänzlich akzebtable Ausprägungsform dieser wohl extremsten metallischen Spielweise dar. Doch was ist eigentlich mit anderen Ländern? Oder besser, was ist mit Deutschland?

Warum in die Ferne schweifen, sieh, das Böse liegt so nah." Dieses von Ludwig Marcuse
leicht abgewandelte Sprichwort verdeutlicht prima, was ich mit diesem Artikel zu sagen versuche: Zweifelsohne hat Norwegen die Meilensteine des Black Metals hervorgebracht, doch auch die heimische Szene sollte sich nicht verstecken, denn gerade in den letzten Jahren gelang es vielen Kapellen, weit außerhalb konformer Genre-Standards mit ihrer eigenwilligen und faszinierenden Spielweise zu begeistern! Jenen sei dieser Artikel gewidmet!

Im Folgenden präsentiere ich lediglich eine sehr kleine (aber dafür ungemein feine) Auswahl deutscher Black Metal-Idealisten, 08/15-Prügeltruppen oder geschminkte Hampelmänner ohne Sinn und Verstand haben somit keine Chance, in diesen Artikel aufgenommen zu werden, es sei denn in verdientermaßen negativer Weise.


Beginnen möchte ich mit Lunar Aurora, der wohl interessantesten und mystischsten Black Metal Band aus deutschen Gefliden. Von den breiten Medien lange mit Ignoranz oder negativen Kritiken bedacht und belächelt, wird den Kreativlingen langsam aber sicher endlich die wohl und lang verdiente Aufmerksamkeit zuteil! Das phantastisch und wie immer in den Bann ziehende Album "Elixir Of Sorrow" ist seit Kurzem erhältlich und untermauert den Sonderstatus der Band in der Black Metal-Szene. Packende, atmosphärische Songs, schier unglaublich-gespentisch-meisterhafte Artworks (mit niederkniender Anmut sollte Aran gehuldigt werden!) und poetische Texte - seit jeher Aushängeschild dieser bewundernswerten Formation! Gute Nachrichten zum Schluss: Demnächst erscheint bereits die Spil mit dem Schweizer Paysage d'Hiver. www.lunaraurora.de


Leider nicht mehr unter den Lebenden weilend aber ungemein prägend für die deutsche Black Metal-Szene: Nagelfar. Bis zu dem spontanen Ableben der Aachener im Jahre 2002 stellte man mit drei Alben unter Beweis, dass man in der Budnesrepublik zu den ganz Großen gehört: Das raue und dennoch so nachdenklich-schwermütige "Hünengrab im Herbst", die eher experimentelle "Srontgorrth"-Ära und das rasend-klirrende "Virus West" - alle drei auf ihre Art unnachahmliche Werke schwarzer Kunst. In Planung ist ein Tribute-Sampler, auf welchem unter vielen Drautran vertreten sind, auf diese Seite findet ihr eins der letzten Interviews mit dem Totenschiff!

Eine ganz besonders schwarze, okkulte Ausprägung des Black Metals zelebrieren die Nonkonformisten Secrets Of The Moon, welche kürzlich bei Lupus Lounge, einen Prophecy-Sublabel, untergekommen sind und ebendort ihr vor transzendenten und magischen Momenten nur so sprühendes Werk "Carved In Stigmata Wounds" (Review hebenfalls auf dieser Page!) herausgebracht haben. Doch auch die früheren Werke des Dreiergespanns sollten nicht ungehört an den Ohren anspruchsvoller Verehrer der schwärzesten Kunst vorbeigehen! www.secretsofthemoon.org


Ebenfalls mit einem brandneuen und starken Album am Start ist die deutsche Hoffnung Dark Fortress. Selten waren sich Fans und Presse so einig über die Klasse einer Band wie bei den Namensvettern von Dimmu Borgir. Bereits die ersten beiden Werke sorgten für Furore im deutschen Underground, Black Metal mit sinfonischer und erhabener Note lautete die Devise. Selbst übertroffen haben sich die Jungs aber jüngst mit "Stab Wounds" (irgendwas muss an Wunden ja dran sein - siehe Secrets Of The Moon), einem unglaublich atmosphärisch-dichten und vor allem sehr emotionalen Black Metal-Meisterwerk, welches dezent Norwegen zitiert, aber mehr als genug Eigeninitiative zu bieten hat. Meisterlich, doch lest einfach mein Review auf dieser Seite! www.thetruedarkfortress.com


Zwar nicht nur auf die Spielweise schwarzen Metals abonniert, aber zweifellos schwarz bis ins Mark präsentiert dich das Ein-Mann-Projekt Vinterriket aus Bayern. "Landschaften ewiger Einsamkeit", das neue Werk (Review auf der Page), deckt die ruhige Ambient-Seite des faszinierenden Projektes ab, zuweilen pflget man aber auch, dem bissigen Schwarzmetall zu frönen, was in sehr mystischen Songs resultiert, getragen von wundervollen, ein Gefühl der Einsamkeit vermittelnden, Artworks. Bleibt noch zu sagen, dass ein Großteil der Werke streng limitiert ist und das Vinterriket wohl zu den veröffentlichungswätigsten Projekten Deutschlands gehört. Unlängst unterzeichnete man übrigens einen Vertrag mit Black Attakk. www.vinterriket.com


Etwas kontroverser wird es hingegen, komme ich auf Nargaroth zu sprechen und obwohl ich weder mit seinen jüngeren Werken als auch mit einigen der Aussagen des Musikers besonders viel anzufangen weiß, hat Kanwulf mit "Herbstleyd" ein meisterliches Stück schwarzen Metalls auf CD gebannt, welches wirklich in jede Sammlung gehört, egal wie man zur Band steht! So wird Atmosphäre erzeugt, so hat Black Metal zu klingen! Wie schon erwähnt, konnte Kanwulf die Klasse von "Herbstleyd" bis heute nich wieder erreichen, doch vielleicht bewerkstelligt er es eines Tages wieder!

Totalen Ausnahmezustand erreichten die Kieler Drautran, welche vor einiger Zeit mit ihren Demo "Unter dem Banner der Nordwinde" tonnenweise frischen Nordwind in die Szene bliesen und allen stumpfsinnigen Proberaum-Combos eindrucksvoll aufzeigten, wie man sich heutzutage als Newcomer verhalten muss! Ausgezeichnete Aufmachung, faszinierende und von nordischer Sagen- und Gedankenwelt beeinflusste Musik - Black/Pagan-Herz, was willst du mehr? Derzeit werkeln die Nordlichter an ihrem zweiten Werk, welches hoffentlich bald erscheint! www.drautran.com


Relative Newcomer stellen Helrunar dar, welche mit ihrem Debüt "Gratr" allerdings wie ein Blitz in die Szene fuhren. Selten konnte ein erstes Demo einer Bands so überzeugen, selten klang deutscher Black Metal nordischer, kälter und es war wohl das erste mal nach dem ersten Drautran-Lebenszeichen, dass eine Demo-Band so euphorisch begrüßt wurde. Gratr, teilweise intoniert in altnordisch, bietet frostigsten und naturbehafteten Black Metal der Premium-Klasse, wie man ihn von einer deutschen Gruppe wohl nie erwartet hätte. die Homepage www.helrunar.com besteht zwar nur aus der Startseite, was dem umnebelten Status aber sehr zugute kommt! Gerüchte besagen übrigens, dass Helrunar mit Drautran dieses Jahr eine kleine Tour spielen sollen!

Kontrovers, und das schon beim Bandnamen beginnend, sind sehr wohl die Grabnebelfürsten. Von den einen verpönt und gehasst, von den anderen geliebt, machen es uns die Fürsten nicht zu leicht - musikalisch gesehen allerdings schon! "Dynastie", das aktuelle Werk, stellt durchaus vielversprechenden und von einer ungemein seltsam-kranken Atmosphäre beseelten Black Metal dar. Also, nicht von dem zugegeben dämlichen Namen abschrecken lassen und lieber mein Review zur aktuellen Scheibe auf dieser Seite lesen! Das schöne Cover des neuen Werkes stammt übrigens von Aran (Lunar Aurora): Noch Fragen? www.grabgewalt.de

Wie schon erwähnt, handelt es sich hier lediglich um einen sehr kleinen Teil der deutschen Black Metal-Szene und auch wenn ich bewusst darauf verzichtet habe, solche Nullen wie Dunkelgrafen, Nachtfalke, Absurd (die wohl schlechteste Band ALLER Zeiten!), Cryogenic oder ähnliche zu erwähnen, sollet der Gerechtigkeit halber gesagt werden, dass es viele überdurchschnittliche Truppen in diesem Land gibt, welchen eben einfach die besondere oder faszinierende Note fehlt, man denke nur an AEBA, Endstille, Nocte Obducta oder viele andere!

In diesem Sinne...
Black Metal ist Krieg, aber größtenteils wird dieser Krieg auf den schmalen Schultern eingebildeter und junger pesudo-elitärer "Black Metaller" ausgefochten, deren Definition von "Black Metallern" das Tragen eines Nargaroth-Shirts und die Foren-Signatur "Black Metal ist Krieg" ist! Armselig aber wahr, doch das ist alle andere als Black Metal und war sicher nicht im Sinne Kanwulfs!
Umso trauriger dass gerade jene Witzfiguren anfangen, eine Band zu gründen und eh man es sich versieht auch schon einen Platten"vertrag" bei einem jener "Undergroundlabel" in der Tasche haben, um den anderen Knalltüten mitzuteilen, wie true und böse sie doch sind! Wahre Talente werden meist verkannt, nicht beachtet oder wegen ihren teils sehr experimentellen und genrefremden Elementen als untrue oder gar "kommerziell" abgetan, obwohl 100% jener Beschimpfer nichtmal wissen, was sie da plappern!
Daher sollten die wirklich innovativen und besonderen Kapellen unterstützt werden, bevor man das Geld an die 47. Combo mit Kittelsen-Artwork und Burzum-Coverversion verschwendet wird!
Doch über dieses Thema werde ich mich ein ander Mal an dieser Stelle ausfüjrlichst auslassen!





geschrieben am 22.06.2004   von Björn Springorum
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