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<b>Iridio "Wave Of Life" </b>
<b>Reviewtext:</b>Eine gewisse Skepsis im Vorfeld dieser Veröffentlichung möchte ich gar nicht abstreiten. Valentina, die Sängerin des Duos Iridio dürfte vor allem Anhänger italienischen Metals als die kraftvolle weibliche Stimme von Beholder bekannt sein. Wie dieses bezaubernde Stimmwunder nun sehr ruhige und besinnliche folkloristische Töne intoniert, konnte ich mich nicht richtig vorstellen und habe folglich meine Erwartungen reduziert…um dann auf das Positivste überrascht zu werden. Bleiben wir doch zunächst bei der Dame, die mit ihrer sanft, einfühlsamen Stimme sieben der insgesamt zehn wahrlich romantischen Stücke verziert. Als Orientierungspunkt sei Candice Night genannt. Und ähnlich wie jene mit ihrem Gatten finden sich auch bei Iridio traditionell inspirierte Melodien.
So zum Beispiel von dem berühmten irischen Harfner und Barden Tourlough O`Carolan („My sweet Leonore“,„Silent Song“). Weiterhin ist eine Inspiration von einem der schönsten Celtic Folk Liebeslieder in Form von „Night Prayer“ zu finden, ebenso wie das mittelalterliche „When The Gwragedd Annwns“ Dance.
Ein weiteres bemerkenswertes Element sind die zwei von Franz geschriebenen Instrumentals aus denen die Vorliebe des Herrn für die Werke des Ennio Morricone nur zu deutlich durchschimmert. Zwar erreichen diese beiden Stücke nicht die Klasse des Meisters aller Soundtracks, doch würden sie hervorragend die Atmosphäre eines Filmes unterstreichen können: „Arabesque“ bei einem der wieder in Mode kommenden Sandalenfilme (böse Zungen mögen jetzt behaupten, dass es keine Kunst ist das ewig gleichförmig-emotionslose Gedudel von James Horner qualitativ zu übertreffen) und „The Free Ride Of The Spirit“ bei einem Western mit Tiefgang.
Die vier von Valentia gesungenen Eigenkompositionen passen in puncto Abwechslung, Stimmung und Atmosphäre zu dem bereits erwähnten Material, fallen aber durch starke elektronische Akzentuierung (mit Ausnahme von „Moondust“) auf. Ist sicherlich Geschmackssache, doch wäre die Konzentration ausschließlich auf Naturinstrumente im Gesamtbild runder.
Doch das ändert nichts daran, dass „The Waves Of Life“ ein sehr geschmackvolles Album geworden ist, das vor allem in ruhigen Abendstunden bei einem guten Pfälzer Rotwein sein volle Pracht entfaltet und vielleicht auch das steinerne Herz eines Brachialsoundpuristen ein ums andere Mal verzücken kann.
<u>Tracklist:</u>
01. The Windy Shore
02. Night Prayer
03. Arabesque
04. My Sweet Leonore
05. New World Child
06. Silent Song
07. Moondust
08. The Free Ride Of The Spirit
09. When The Gwragedd Annwns Dance
10. My (Dream)world
+ The Windy Shore (mpg)
<u>Line-Up::</u>
Valentina - Voice
Franz - Piano, Synth, Computer Programming and Sound Engineering
<i>Gäste:</i>
Leonardo Patrignani - Guitar
Matteo Tasora - Guitar
Marta Pettoni - Harp
Andrea Laudicina - Violin, Mandolin, Descant & Tenor Recorder