Das Originalreview mit Cover, Bandinfos, Links sowie eine Druck- und Versandversion ist hier nachzulesen:
http://www.metalglory.de/reviews.php?nr=22687
Candlemass "Psalms For The Dead"
Reviewtext: Na schau einer an, Candlemass! Ganz vergessen, dass es die ja auch noch gibt! Nach ihrem famosen 2007er-Album „King of the Grey Islands“ habe ich die Schweden zugegebenermaßen ziemlich aus den Augen verloren, und muss mich jetzt, nachdem ich ihr neues Werk „Psalms for the Dead“ gehört habe, doch einmal fragen: Warum eigentlich? Was einem hier entgegenschlägt, strotzt nur so von Schlagkraft und reißt unweigerlich alles und jeden mit, der sich in den Weg zu stellen wagt. Candlemass machen auch Anno 2012 noch das, womit sie einst vor langer Zeit begonnen haben, und klingen alles andere als verbraucht, im Gegenteil – diese brachiale Hoffnungslosigkeit klang selten frischer, wenn man das so sagen darf. Und auch alle Fans, die weiterhin den guten alten Messiah für den besseren Sänger halten, sollten sich gut überlegen, mit welchen Argumenten sie ins Felde ziehen, denn ich kann mir hier wahrhaft keine Stimme vorstellen, welche diese dichte Atmosphäre besser unterstreichen würde als die von Robert Lowe.
Schon allein die ersten Sekunden des Openers „Prophet“ lassen einen den Atem anhalten und hypnotisieren sofort, man fragt sich was wohl der größere Grund dafür ist: Die Tatsache, dass ein im Vergleich zu Nachfolgendem eher simples Riff schon solch eine Faszination ausüben kann? Oder der niederdrückende, majestätische Sound? Höchstwahrscheinlich beides. Das Riff vom straighten „Dancing in the Temple (of the mad Queen Bee)“ ist einer der Momente, wo man von Anfang an Luftgitarre spielend im Zimmer auf- und abtanzen muss, bei der einprägsamen Melodie von „The Killing of the Sun“ verhält es sich dabei kaum anders. Die komplette Scheibe erscheint wie aus einem Guss und verliert in keinem Moment an Anziehungskraft – langsam doch druckvoll, abgrundtief und tonnenschwer zieht sie unweigerlich in ihren trostlosen Bann, mit gequälten Gitarren, der erhabenen Orgel und dem gravitätischen Gesang Lowes. Auch das abschließende Stück „Black as Time“ bringt das Album noch einmal gelungen auf den Punkt. Im Übrigen wird selbiger Song mit einer Rezitation über die Zeit begonnen, die ja der wahre „Master of Doom“ sei – da waren die Jungs mal wieder bescheiden, dieser Titel hätte ihnen auch selbst gebührt!
Ich könnte noch in ähnlicher Weise fortfahren, aber ich denke, der Worte sind erst einmal genug getan, nun soll sich jeder selbst ein Urteil bilden und hier zugreifen, denn diese Scheibe gehört in die Sammlung eines jeden Doom-Fans!
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