Das Originalreview mit Cover, Bandinfos, Links sowie eine Druck- und Versandversion ist hier nachzulesen:
http://www.metalglory.de/reviews.php?nr=14618
Lords Of Decadence "Bound to fall"
Reviewtext: Je öfter ich mir “Bound to fall”, das 2. Album der Österreicher LORDS OF DECADENCE anhöre, desto mehr verfestigt sich der Begriff Bubblegum-Metal in meinem Oberstübchen. Und das ist nicht mal böse gemeint. Die sympathischen Jungs aus Wien und Umgebung kredenzen uns hier in absolut professioneller Produktion eine große bunte Tüte voll saurer und süßer, teils klebriger Leckerlis. Man kennt das ja: Alles für sich genommen durchaus genießbar. Wenn man allerdings die ganze Tüte vernascht, wird einem schnell schlecht. Aber langsam: LORDS OF DECADENCE stehen auf IN FLAMES, SOILWORK und CHILDREN OF BODOM. Und wie! Dazu muss man nicht erst die Bandbio lesen, um auf diese drei Bands als Haupteinflüsse zu kommen. Die Vermengung der Stile dieser drei Bands macht auch durchaus Sinn. Teils richtig schöne melodische Gitarrenläufe und -soli, eine ausgereifte Spieltechnik, kantige Stakkato-Parts, böses Gekeife und pompöse Keyboards ergeben zusammen mit dezenten Metalcore-Moshparts und hymnischen (Power/Gothic)-Metal-Refrains ein abwechslungsreiches Gemisch. Die Refrains sind allerdings so eine Sache. Diese werden für meinen Geschmack nämlich oft ganz stark überstrapaziert. Zu viele Wiederholungen, zu platte Gesangsmelodien, zu einfallslose Hooks. Dazu kommen diese mitunter durchaus dominanten, teils käsigen Keyboards und schwups, schon ist man mit seinen Gedanken bei der auch manchmal als Pop-Metal bezeichneten Band CREMATORY. Was für meine Begriffe nicht die tollste Referenz ist. Auf der anderen Seite machen Tracks wie die gelungenen „Set it off!“, „Flawless Failure“ oder das COB-lastige „Demons in my veins“ ziemlich viel Spaß. Wenn nach all der Nascherei nicht dieser klebrig-süße Nachgeschmack bliebe.