Das Originalreview mit Cover, Bandinfos, Links sowie eine Druck- und Versandversion ist hier nachzulesen:
http://www.metalglory.de/reviews.php?nr=14710
Scars Of Tomorrow "The Failure in Drowning"
Reviewtext: Wie bereits beim Review zur durchaus gut gemachten Vorgängerplatte “The Horror of Realization” vor gut einem Jahr angekündigt, war ich ziemlich gespannt darauf, wie der Nachfolger „The failure in drowning“ ausfallen würde. Als Erstes stellt man jedoch fest, dass man sich für Longplayer Nr. 5 arg wenig Zeit gelassen hat. Was in den häufigsten Fällen nicht unbedingt ein gutes Zeichen darstellt. Und leider bestätigt sich diese These auch diesmal nur zu gut. Hatte man bei „The Horror…“ noch auf Produzent Matt Bayles (u.a. MASTODON, ISIS, NORMA JEAN) gesetzt und sich einen brachialen und zugleich sehr organischen, mit atmosphärischen Effekten garnierten Sound zurecht zimmern lassen, so versprüht der neue Silberling, diesmal von Eric Rachel (u.a. ATREYU, GOD FORBID) produziert, weit weniger Fingerspitzengefühl. Man wird bei „The failure in drowning“ einfach das Gefühl nicht los, dass man hier auf Biegen und Brechen möglichst schnell eine ins derzeitige Verkaufsmuster von Victory Records passende Metalcoreplatte raushauen wollte. Dazu passt das furchtbar klischeehafte und schon tausendmal in ähnlicher Form gesehene Cover-Artwork genauso gut wie die vermehrt eingesetzten cleanen Gesangsparts, die die Band mehr und mehr in die Richtung der ehemaligen Labelmates ATREYU rücken. Und dass man bei Victory Records derzeit händeringend auf der Suche nach einer Band ist, die in deren Fußstapfen tritt, ist auch kein Geheimnis. Wäre ja alles nicht so schlimm, wenn wenigstens die Songs gut wären. Aber nix da: Nicht ein Stück erreicht das mit den Vorgängerplatten selbst gesteckte, ordentliche bis sehr gute Niveau. Und das lieblose, teilweise erschreckend schwache Shouting von Mike Milford setzt dem Ganzen die Krone auf. Zu guter letzt wirft man dann noch einen Blick ins Booklet und stellt fest, dass von der „The Horror…“-Besetzung eben lediglich jener Shouter und Bandgründer Mike Milford übrig geblieben ist. Alle anderen Musiker wurden ausgetauscht. Da wundert es einen auch nicht mehr, dass diesmal nicht im Ansatz ein „The Struggle“ oder ein „To watch you burn“ herausgekommen ist. Traurig, aber diese Band scheint sich in die Bedeutungslosigkeit zu manövrieren. Diese Platte ist leider nicht mehr als knappe Durchschnittskost.