Hallo Männers! Beschreibt bitte zunächst einmal euren persönlichen Aufgabenbereich bei „United Metal Forces“.
Jörg: Ich übernehme die Bandbetreuung und sorge für Bier und so weiter. Während der Auftritte kümmere ich mich meist ums Licht.
Matze: Ich bin für das Booking und die ganzen Techniksachen verantwortlich.
Dirk: Ich hole die Bands mit ran, obwohl… eigentlich sind wir alle drei dafür zuständig. Auf jeden Fall lege ich zwischen den Bands und nach den Gigs als DJ auf.
Nennt doch zum Warmwerden erst einmal eure Lieblingsbands.
Jörg: Fear Factory!
Dirk: Das ist bei mir ziemlich breit gefächert. Ich höre von guten Rotzrock bis Black Metal fast alles. Am liebsten die klassischen Metal Bands wie Priest, Maiden, Saxon und Motörhead und alter 80er Jahre Thrash, denn das ist die Musik, mit der ich groß geworden bin. Auf New Metal kann ich gar nicht, das ist einfach nicht mein Ding.
Matze: Das geht mir ähnlich. Ich mag die alten Thrash und Death Metal Kamellen, ab und zu auch mal Power Metal, aber größtenteils die härtere Schiene.
Würdet ihr sagen, dass euer Musikgeschmack die Bandauswahl bei „United Metal Forces“ beeinflusst?
Alle: Teilweise sicherlich.
Eine Hardrock Band hätte es also schwer bei Euch?
Dirk: Prinzipiell nicht, es gibt nur leider wenig gute Bands aus diesem Bereich. Bei Bands der härteren Gangart ist die Auswahl einfach größer, gute Power Metal Acts gibt es im Underground seltener.
Klärt uns bitte über die Entstehungsgeschichte von „United Metal Forces“ auf.
Jörg: Andy (Labor Eigentümer) hatte mich seinerzeit gefragt, ob ich nicht Bock hätte, ab und zu ein paar Bands ranzuholen.
Matze: Jörg hat erst mal ein paar Sachen im Alleingang gemacht. Die sind ganz gut gelaufen und so gab es das Go, so etwas regelmäßig durchzuziehen. Wir drei kennen uns ja schon länger und haben dann beschlossen, gemeinsam an „United Metal Forces“ zu arbeiten.
Dirk: Auf den Namen sind wir übrigens gekommen, als wir bei Matze bei ein paar Bierchen zusammen gesessen haben. Überhaupt machen wir alles aus Spaß an der Sache. Wir sind im Oktober 2003 angefangen und seitdem gibt es an jedem dritten Freitag im Monat Metal Vollbedienung. Die Besucherzahlen sind steigend. Natürlich gibt es mal Flauten. Aber in der Regel haben wir so 60 bis 300 Leute vor der Bühne.
Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Labor Management?
Matze: Sehr gut. Natürlich musste man sich erst aneinander gewöhnen. Mittlerweile klappt alles und wir können uns auch gegenseitig vertrauen.
Ihr habt also relativ freie Hand, was die Veranstaltungen angeht?
Alle: Absolut.
Mich würde das Feedback der Fans interessieren. Kümmert ihr euch darum?
Dirk: Wir stehen in engem Kontakt zu unseren Besuchern. Und Musikwünsche der Marke „Könnt ihr nicht mal diese oder jene Band holen“ nehmen wir gern entgegen.
Jörg: Eben von Fans für Fans.
Eure größte Aktion bisher?
Matze: Die Vader Geschichte. Mit ca. 300 Leuten war der Laden gerammelt voll. Leider war es sehr schwierig zu organisieren und lief ein wenig chaotisch ab.
Dirk: Das lag vor allen Dingen daran, dass Jörg und ich an dem Wochenende beim Headbangers Open Air waren.
Matze: Hinzu kam, dass die Soundleute mal wieder zu spät dran waren und das Mischpult kaputt war. Die Vader Jungs waren natürlich etwas angepisst. Lief alles ein wenig chaotisch ab, aber irgendwie haben wir es hinbekommen.
Welche Veranstaltung hat euch am besten gefallen?
Matze: Dew-Sented fand ich bisher am besten.
Dirk: War auf jeden Fall geil. Die Maiden Cover Band auch. Und Stormwarrior fand ich richtig fett. Das war auch eine schwere Geburt, da die Band den Gig zunächst absagen musste. Er wurde später nachgehohlt und es ging richtig gut ab. Von uns aus kann es so weiter gehen. Wir bleiben dran.
Nun haben wir das größte und das beste Konzert abgehakt. Was war denn das lustigste?
Jörg: Das waren diese Schweden, eine ziemliche Spontanaktion unter der Woche, bei der auch nur knapp 50 Leute da waren. Zwei schwedische Rock’n’Roll Bands haben den Laden trotzdem ganz schön aufgemischt.
Beschreibt doch mal kurz, was so zu tun ist, um einen Abend wie heute hier zu organisieren.
Matze: Zunächst schaut man nach den Terminen und überlegt sich, welche Bands spielen sollen. Dann geht es ans Telefonieren. Termine müssen mit den Bands abgestimmt und der ganze Technikkrams und das Vertragliche geregelt werden.
Dirk: Insbesondere Cover Bands haben manchmal ziemlich utopische Vorstellungen, was die Gage angeht. Höhere Gagen können wir jedoch allein aufgrund unserer Möglichkeiten nicht bezahlen. Das Labor fasst nun mal keine 1000 Leute. Und wir möchten faire Eintrittspreise anbieten. Wie Jörg schon gesagt hat: Wir sind selbst Fans und machen es für die Fans.
Jörg: Ein weiteres Problem ist das Billing. Wir konnten bisher erst dreimal ein Konzert so durchziehen, wie es auf unseren Flyern und Plakaten angekündigt war. Oft sagen Bands kurz vorher ab, weil sie Probleme mit dem Line Up haben. Ein großes Dankeschön geht daher an die Jungs von Operation Counterstrike, die uns schon das ein oder andere Mal ausgeholfen haben.
…und die ja für ihre Live Qualitäten bekannt sind. Alles andere als ein Lückenbüßer.
Jörg: Genau. Beim letzten Mal haben wir sie erst kurz vor dem Konzert angerufen. Zwei Stunden später waren sie hier und haben eine Riesenparty veranstaltet.
 Was tut ihr in Sachen Promotion?
Dirk: Viel läuft da über email und Ankündigungen auf den Homepages vom Labor (http://www.labor-v.de) und den Symphonies of Sickness (Metalparty im Labor, http://www.symphonies.de). Wir verschicken selbst Rundmails, dazu kommt noch der „Hannover Metal Newsletter“ von Björn (Børge, Metalglory Chefredakteur), der ja auch ans Stahlwerk geht (Metal Sendung bei Radio Flora, http://www.stahlwerk-hannover.de), wo Axel und Dirk es eigentlich immer durchsagen. Und natürlich gibt es Flyer und Plakate.
Jörg: Die Termine stehen auch in diversen Stadtmagazinen und manchmal im Rock Hard.
Der dritte Freitag im Monat ist für „United Metal Forces” gesetzt?
Dirk: Ja, obwohl wir grundsätzlich flexibel sind, wenn Andy mal andere Pläne hat oder eine interessante Band dann überhaupt nicht kann. Im wesentlichen bleibt es aber bei dem dritten Freitag im Monat. Das wird schon allein durch das übrige Programm im Labor bestimmt. Hier ist nämlich immer was los.
Dann kommen wir doch noch mal ein bißchen zu Euch. Was macht ihr so, wenn ihr nicht gerade Metal Konzerte durchführt?
Alle: Arbeiten. Viel Arbeiten.
Dirk: Ich bin Sozialarbeiter, unter anderem bei der Drogenberatung beschäftigt, mache aber noch alle möglichen anderen Sachen nebenbei, betreutes Wohnen und so weiter.
Demnach muss man sich um das psycho-soziale Wohl eurer Musiker keine Gedanken machen. Welche CDs habt ihr euch in letzter Zeit so zugelegt?
Jörg: Ich habe mir gerade die neue Grave geholt und finde sie richtig geil. Und die Letzte Instanz Live.
Dirk: Ballistic, Mystic Prophecy und die neue Metal Church. So viele CDs kaufe ich mir nicht mehr. Die neuen Scheiben sind zwar alle nicht schlecht, aber dass sie mich nun umhauen kann ich auch nicht sagen.
Matze: Die neue Vader. Die hat mich nicht so überzeugt. Ansonsten höre ich lieber meinen alten Kram.
Wie sieht es mit Live Shows aus? Was habt ihr da so besucht?
Matze: Das letzte war Cannibal Corpse. War nicht schlecht. Oft fehlt mir die Zeit, um auf Konzerte zu gehen.
Jörg: Wacken. Seitdem war nicht viel los. Die Konzertsaison beginnt ja erst.
Dirk: Tankard in Salzgitter. Und morgen bin ich bei Destruction, wo ich zusammen mit Thomas von den Symphonies of Sickness auflegen werde. Ich helfe aus, weil Kollege Olaf krank geworden ist. Dann bin ich wahrscheinlich am 02. Dezember bei Unleashed und auf jeden Fall bei Motörhead.
Alles klar. Eure Meinung zur aktuellen Situation im Underground?
Matze: Am besten funktioniert die Szene im Death Metal Bereich. Die Bands arbeiten eng zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Im Power Metal Bereich ist es schwieriger.
Dirk: Dem stimme ich zu. Weiß auch nicht, woran das liegt. Vielleicht sind die Bands dort manchmal einfach etwas fauler und nicht spontan genug.
Und welche lokalen Bands gefallen euch am besten?
Jörg: Desolation finde ich ziemlich geil. Die Jungs machen richtig gute Musik.
Matze: Toxic Inc. sind gut. Die CD ist Geschmackssache, aber live gehen die gut ab.
Dirk: Aus Hannover mag ich besonders Black Chamber 69, auch wenn das nicht unbedingt Metal ist. Detest sind auch noch ganz witzig.
Was steht bei „United Metal Forces“ als nächstes an? Was könnt ihr schon absehen, was wollt ihr schon verraten?
Matze: Am 17.12. spielen Disillusion aus Leipzig. Sie spielen sehr progressiven Death Metal und sind wirklich gut.
Dirk: Am 01.01. wird definitiv noch erwas stattfinden. Da war auch schon was mit einer ACDC Cover Band geplant, was sich leider aus finanziellen Gründen zerschlagen hat. Wir würden gern öfter mal was mit Cover Bands machen, weil das immer ganz gut ankommt.
Jörg: Achtziger Jahre Cover zum Beispiel wären cool. Falls Bands Interesse haben, würden wir uns freuen, wenn sie sich bei uns melden.
Matze: Inzwischen arbeiten wir auch mit den Leuten von der Peiner Metal Nacht zusammen. Die machen ungefähr jedes halbe Jahr in Peine ein großes Konzert. Da ist das nächste am 26.02. im Gasthaus zur Sonne mit Burden of Grief, Soulless Heart, Abyss Lord und eventuell Stormwarrior, die aber noch nicht bestätigt sind.
Wo soll sich denn eine Band melden, die gern bei den „United Metal Forces“ auftreten möchte?
Jörg: Am besten schickt ihr eine email an United_Metal_Forces@web.de oder ihr wendet euch direkt ans Labor.
So ganz grob: Welche Konditionen kommen da auf die Bands zu und was ist zu beachten?
Matze: P.A. und Mischer sind bei uns vorhanden. Die Backline wird meistens zwischen allen Bands geteilt. Oft regeln die Bands das untereinander. Ich telefoniere dann mit allen und kläre ab, wer was mitbringt, damit keine bösen Überraschungen passieren.
Was soll ich euch denn sonst noch fragen?
Matze: Ob wir beschnitten sind.
Seid ihr beschnitten?
Manche Fragen bleiben besser unbeantwortet.
So, das war es für heute. Wollt ihr noch was loswerden?
Matze: Vielen Dank an alle, die bisher hier waren. Besonders an die, die immer wieder kommen und uns die Treue halten. Und natürlich danke an alle Bands, die hier gespielt haben und noch spielen werden. Vielen Dank auch an Dich für das Interview.
Jörg: Und an euren Chefredakteur Björn, der immer unsere Termine rumschickt.
Rechtzeitig zum einsetzenden Soundcheck beendeten wir das Interview. Es wurde noch ein reichlich lustiger Abend, wofür hauptsächlich das geniale Ein Mann Thrash Metal Projekt Exotoxin (Interview bei Metalglory) verantwortlich war. Wenn man bedenkt, dass einen Kilometer Luftlinie entfernt zeitgleich die Apokalyptischen Reiter spielten und einen Tag später Destruction mit Iron Savior zu Gast in Hannover sein sollten, war es auch recht gut besucht. Die Stimmung war jedenfalls bestens, und irgendwann drifteten der ein oder andere Musiker, Veranstalter, Journalist und Fan noch gemeinsam durch die Nacht, worüber wir aber lieber den Mantel des Schweigens decken wollen.
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