Hallo. Vorab erst einmal ein dickes Lob für euer Debut-Album „the collapse of all that has been“, welches Anfang März über Cold Dimensions erschienen ist. Wie zufrieden seid ihr mit den bisherigen Reaktionen?
In erster Linie machen wir die Musik für uns. Der schnelle Konsum von Musik zeichnet das Spiegelbild unserer schnelllebigen, alles verschlingenden, aber wenig verinnerlichenden Gesellschaft. Daher sind uns die Reaktionen erstmal nicht so wichtig. Schade ist es natürlich, wenn man lieblos dahin geschriebene Reviews mit den Standardphrasen liest, in denen nicht auch nur der Hauch der Anstrengung und Entbehrung steckt, die wir in unsere Musik legen. Es bedarf schon etwas Geduld und Neugierde, das zu entdecken, was hinter dem ersten Höreindruck steckt. Selbstverständlich können wir auch eine gewisse Freude über gute Kritiken nicht verbergen.
Wir erschaffen unsere Musik primär aus einem inneren Antrieb und das auch eher im Verborgenen. In diesen 10 Jahren haben wir kontinuierlich geprobt und an neuen Stücken geschrieben, auch wenn wir nach der Demo „Seelennacht“ (2004) eine etwas „schwierige“ Zeit auf Grund von Besetzungswechseln hatten. Im Prinzip ist es nicht wichtig, wer sich hinter Weird Fate verbirgt. Selbstdarstellung ist nicht unser Fall und lenkt nur ab vom eigentlich Wichtigen: Musik und Texte!
Viel ist ja nicht passiert in den letzten 10 Jahren? Woran hat es gelegen? Fehlten die Angebote seitens der Plattenfirmen oder liegen die Gründe eher bei euch?
Alles ist im Fluss, so waren auch wir immer aktiv. Wir sind jedoch keine Menschen die Hastiges produzieren, nur einer Veröffentlichung wegen. Wir wollten immer etwas Besonderes schaffen und haben lange, intensiv und konzentriert an den Veröffentlichungen gearbeitet. Unsere Songs der „Conspiracy“ Split mit Membaris (übrigens eine exzellente Band, die wir nur jedem ans Herz legen können!) von 2008, haben wir z.B. insgesamt drei Mal aufgenommen. Auch von „the collapse of all that has been“ existieren zwei verschiedene Aufnahmen, zwischen denen wiederum 1 ½ Jahre der Verinnerlichung und Veränderung liegen. Die Veröffentlichung war seitens Cold Dimensions für März 2011 geplant, was aber aus verschiedenen Gründen leider nicht geklappt hat.
„the collapse of all that has been“ ist ein sehr großartiges, wie auch eigenständiges Stück Black-Metal-Kunst geworden. War es euch besonders wichtig, nicht wie jede x-beliebige Black-Metal Band zu klingen? Wie seid ihr an das Songwriting herangegangen bzw. wie läuft bei euch der Entstehungsprozess ab?
Vermutlich hebt sich die Herangehensweise bei der Entstehung unsere Musik nicht unbedingt von anderen Bands ab. Jedoch ist es für uns selbst ein unglaublich persönlicher und kreativer Prozess, der auch einen gewissen Zeitraum benötigt, um sich zu entfalten. Ob das Endergebnis, also die Musik, zu einem Unterschied im Vergleich zu anderen Bands führt, sollte der Hörer selbst entscheiden.
Mir lagen bei der Rezension leider keine Texte vor. Gibt es bestimmte Themen die ihr behandelt? Gibt es ein Grundkonzept? Was wollte ihr mit „the collapse of all that has been“ aussagen?
Die Texte sind alle innerhalb von einer Woche lichtlosem Stillstand entstanden und kontinuierlich zusammenhängend - so wie sie im Booklet abgedruckt sind, aber nicht so wie die Songs auf der CD angeordnet sind…! Die Texte sind ein verstörter Blick heraus in die menschengemachte Welt. Die Illusion von Wirklichkeit, welche, mit Abscheu vor uns selbst, zu einem alles mit sich reißenden Strom ohne Hoffnung und ohne Zuversicht verschmilzt.
Wie verliefen die Aufnahmen? Wo und mit wem habt ihr das Album produziert? Gab es besondere Ereignisse während dieser Zeit? Wie hat euch generell die Arbeit im Studio gefallen?
Für „the collapse of all that has been“ haben wir alles selbst produziert. Von der Aufnahme über das Mischen und Mastern (bis hin zu den grafischen Elementen). Wir suchen die vertraute Atmosphäre, haben entsprechend ausgebaute Räumlichkeiten und hinreichend gutes Equipment, um alles selbst machen zu können. Das ermöglicht uns die große Freiheit nicht in Hektik zu verfallen und eine eigenständige Aufnahme zu erschaffen. Es stand zwar die Idee im Raum „the collapse of all that has been“ in einem sehr renommierten Masteringstudio mastern zu lassen. Wir waren dann aber skeptisch, ob uns das Endergebnis noch so zusagen wird, wie unser eigenes Mastering – vielleicht beim nächsten Album.
Studio und Live. Zwei Paar Schuhe. Wird man euch in Zukunft auch live bewundern dürfen? Was erwartet einen WEIRD FATE –Fan live?
Das sind definitiv zwei unterschiedliche Arten des Musikhörens. Auf den meisten Konzerten herrscht eher eine Art „Partylaune“, wir wollen jedoch eine der Musik gebührende Stimmung kreieren, die oft schwer mit solchen Veranstaltungen zu vereinen ist. In der Vergangenheit haben wir mit dem Individuum hinter Nature Of Music (www.natureofmusic.net) zusammengearbeitet und werden dies auch in Zukunft verstärkt tun. Er ist ein guter Freund der Band, ist vertraut mit unserer Musik und kennt unsere künstlerischen Ansprüche. Durch das gemeinsam erarbeitete Lichtkonzept wird unseren Liveauftritten eine weitere Dimension eröffnet. Die mystischen, verborgenen Seiten der Musik werden live sicher noch etwas plastischer…
Welche musikalischen Stile oder auch Bands haben euch am meisten beeinflusst? Wie würde eure Top 5 Albumcharts zurzeit aussehen?
Uns beeinflusst sicher alles, was um uns herum passiert. Somit auch in gewisser Weise jede Musik die wir hören, was bei weitem nicht nur Black Metal ist. Ulcerate - the destroyers of all, Lunar Aurora - Ars Moriendi, Godspeed You! Black Emperor - F#A#∞, Deathspell Omega - Kénôse und Portishead - Dummy wären sicherlich erwähnenswerte Alben in diesem Zusammenhang.
Cold Dimensions! Ein klasse Label mit hochwertigen Black-Metal Bands wie Lunar Aurora, Graupel, Cold World etc. Wie verläuft die Zusammenarbeit mit dem Label? Seid ihr zufrieden?
Ja wir sind sehr zufrieden! Andi und Tom machen klasse Arbeit und unterstützen uns und die Musik – zurzeit natürlich besonders mit dem Album Release und der entsprechenden Promo.
Welche Pläne habt ihr mit WEIRD FATE? Was kann man in Zukunft von Euch erwarten? Gibt es bereits Ideen für ein weiteres Album oder müssen wir lange auf ein nächstes Lebenszeichen von WEIRD FATE warten?
Das nächste Album ist im Entstehungsprozess – ein paar fertige Songs spielen wir seit einiger Zeit im Proberaum (einen davon haben wir Anfang Februar auch live gespielt). Eine Handvoll weiterer Songs sind derzeit in der aktiven Entstehungsphase. Wenn alles wie geplant verläuft, könnte es eventuell Ende nächsten Jahres ein weiteres Album zu hören geben.
Ich danke für das Interview und kann jedem Leser nur raten, sich das neue Album von WEIRD FATE „the collapse of all that has been“ anzuhören!! Es lohnt sich! Möchtet ihr noch etwas loswerden? Termine etc??? Last words…..
Vielen Dank für dein Interesse!
Das Interview hat Lutz de P. mit WEIRD FATE per E-Mail geführt.
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