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Dekadent "Veritas: Berge & Hexerei In Slowenien"
Dekadent sind Anfang des Jahres mit „Veritas“ in der Metalszene –endlich wieder- aufgetaucht. Ein bombastisches, melancholisch-aggressives Album, welches nicht beim ersten Durchgang Klarheit bietet. Doch das sind wir von Artur und seiner Mannschaft gewohnt. Auch diesmal wurde vieles im Hause Dekadent in Eigenregie durchgezogen, was einmal Respekt gebührt. Zumal es einen durchaus professionell gedrehten Kurzfilm als Bonusmaterial der Digipak-Version gibt.
Weitere Infos zu Dekadent:
REVIEWS:
Dekadent Manifestation Of Seasonal Bleeding
Dekadent The Deliverance Of The Fall
Dekadent Venera: Trial And Tribulation
INTERVIEWS:
Dekadent - Extreme Metal Scene Deserved The Deliverance Of The Fall
Dekadent - …woman As A Deity…
Dekadent - Es Brodelt Am Fuß Der Slowenischen Alpen...
Dekadent - Something´s Going On At The Base Of The Slovenian Alps...
Dekadent - Es Brodelt Am Fuße Der Slowenischen Alpen!
Dekadent - Veritas: Berge & Hexerei In Slowenien

Seit März 2015 sind Dekadent nach einer fast vierjährigen Kreativpause mit dem Projekt „Veritas“ auf der Bildfläche erschienen – und es scheint, als ob eine neue, besondere Deakdent-Ära nach „Venera:“ angefangen hat. Artur, wie fühlst Du Dich derzeit mit dem Ergebnis „Veritas“, zumal es einige Zeit zurückliegt, als Du es mit dem Team fertiggestellt hast.
Ich fühle mich super, bin wirklich auch heute sehr zufrieden mit dem gesamten „Veritas“-Projekt. Es ist durchaus einiges her, als die Musik aufgenommen, produziert worden ist, aber ich fühle immer noch die frische Energie dessen. Dennoch gehe ich derzeit davon aus, dass das nächste Album nicht so lange auf sich warten lässt.

Aus meiner Sicht klingt & fühlt sich „Veritas“ an, als ob es Dein eigener, persönlicher Gefühlszustand wäre, den Du versuchst zu „bearbeiten“. Möchte Dir da nicht zu nahe treten, aber es vermittelt mir den Eindruck einer Art Rehabilitation, Befreiung des Songschreibers, des Protagonisten voller Gefühle, Melancholie und eben Wut! Was ich damit sagen möchte, es ist wohl ein sehr tiefes, persönliches Album.
Jedes Dekadent- Album ist sehr persönlich und jeder Song hat eine besondere Bedeutung. Ich finde es zwar oft sogar schwierig meine älteren Songs zu hören, da sie Erinnerungen in mir wecken, vor allem in sehr anschaulicher, lebhafter Weise. Und so ist es bei „Veritas“ auch, ein tieferes, aufrichtiges Bemühen in musikalische und lyrische Form zu bringen. Mehr noch. Ich habe wirklich versucht die Essenz dessen zu umfassen, was es bedeutet, aufrichtig und wahrheitsgemäß über sich selbst oder über das, was ich zu vertreten vermag zu gestalten. „Veritas“ ist im Wesentlichen die Wahrheit und wie Du schon erwähnt sehr befreiend. Sicher, ich musste auch einige unangenehme Themen mit verarbeiten, um mich von der Last, die ich spürte zu befreien, aber dieser katharische Prozess es war auch notwendig.

…das klingt schon mal sehr interessant. Aber geh bitte noch tiefer, genauer auf das, sagen wir mal „persönliche, zentrale Konzept“ von „Veritas“ ein. Du beginnst mit „Dämonen“ im ersten Song und beendest diesen mit den Worten „Fuck The Pain“! Der Zuhörer braucht hier durchaus eine „Unterweisung“, scheint mir alles sehr komplex zu sein…
Ich würde meinen, der Beginn von “Of Acceptance & Unchanging” ist die direkte Einführung in meine Welt der Wahrheit. Es ist sicher nicht meine pure Absicht meinen persönlichen Umgang mit der harten Realität und sozusagen den oft unangenehmen Folgen meiner Handlungen zur Schau zu stellen. Aber bei „Veritas“ habe ich wirklich dies so gebraucht & eben gefühlt; habe sozusagen den Prozess persönlicher Klärung & Aufbereitung durchleuchtet. Aber ich möchte es den Fans ersparen da direkt tiefer darauf eingehen zu wollen, um es noch genauer zu erläutern, was meine persönliche Perspektive anbelangt. Daher sind die Texte durchaus gewissermaßen getarnt. Jedoch kann ich gut damit leben, wenn ein sorgfältiger Zuhörer, der die Themen Göttlichkeit, Sex und Romantik in den Texten geschickt interpretiert, die wesentlichen Ideen hinter den Songs entdeckt.

Zwei Jahre nach “Venera” hatten wir bereits mit Dir über einige neue Ideen und den Bestand der Band gesprochen ( Interview von 2013). Was ist in der Zwischenzeit noch alles passiert, um ein Projekt wie „Veritas“ schlussendlich zu beginnen oder eben auch bei PledgeMusic gelandet zu sein?
Als wir damals gut Ende 2013 über den Zustand der Band gesprochen hatten, da waren wir schon mit den Ideen und der Umsetzung von „Veritas“ fast fertig. Anfang 2014 war eigentlich alles klar. Die deutlich längere Verzögerung der Veröffentlichung kam dadurch zu Stande, weil wir noch die Idee mit dem Kurzfilm zum Album realisieren wollten. Ich wollte unbedingt ein komplexes Drama mit einem unorthodoxen Ansatz als Film für einen Blac-Metal-Album. Ich hatte mit unseren Partner von Blood Music dies so vereinbart, dass ein Film auf jeden Fall dazugehören & mit veröffentlicht werden müsse. Dass es jedoch so schwierig bzw. ein längere Prozess werden würde, hatte ich mir nicht vorgestellt. Zumal die Label-Partner sich bei dieser Idee unwohl fühlten und abgesprungen sind, weil es ihnen zu riskant erschien. Was Dekadent zu einer komplett „finanziell“ unabhängigen Band werden ließ. Dies fühlte sich zunächst befreiend, erleichtert an, aber nun hatte ich den Druck auf meiner Schulter, um das Projekt dennoch zu realisieren. So kam dann die Idee mit der PledgeMusic-Plattform. Von daher kann ich den Fans nicht oft genug dafür dankbar sein und immer wieder eben Dankbarkeit zeigen, dass sie mitgeholfen haben „Veritas“ Realität werden zu lassen.


…und was ist Dein persönlicher „Dead Mountain“ im Kopf, in Deiner Umgebung…?
„Dead Mountain“ ist wirklich über mein Heimatland, Slowenien. Ich singe darüber in einer sehr persönlichen Art, mal wieder. Ich personifiziere in dem Song mein Heimatland als eine Einheit, als eine Frau, wenn Du willst, oder jemand es will. All diese degenerativen und regressiven Dinge die im Land vorhanden sind, machen mich krank, widern mich an, als könnte ich den Schmerz & Qual fühlen, in welche es sich bewegt. Das Land ist enorm schön, ursprünglich, aber dadruch - like a gentle virgin and it is getting ass-raped by the ignorant scum that tries to rule and own it-! Ich fühle mich selbst betrogen, verraten und ohne jegliche Macht mein Land zu retten. Für die ultimative Erlösung, greife ich eher auf Tod und Zerstörung zurück; eher verbrennen und sofort sterben, als sicher dieser wertloser Tortur anzuschließen, sozusagen. (Song: „Dead Mountain“)

”Walpurgisnacht” – was ist in “Valburga” für Dich geschehen, was bedeutet es für Dich; soll heißen: welche Erfahrungen hast Du in diesem Zusammenhang gesammelt, um darüber zu schreiben und zu singen…?!
”Valburga” ist eine Hommage an die alte Walpurgisnacht. Die alte Lagerfeuer-Tradition hat durchaus starke Wurzeln in meiner Heimat. In der Nacht zum 1. Mai haben die Völker hier seit mehreren tausenden von Jahren die „Bonfire“ vollzogen, um die Ankunft des Frühlings zu feiern. Zumal die Hexerei bis vor wenigen Jahrzehnten hier ebenso stark vertreten war. Und dieser Zustand, diese wahre Natur wurde uns von den Christen geraubt und anschließend durch die Sozialisten ruiniert und geschändet. Dennoch die alte Tradition konnte nie komplett ausgelöscht werden. Die wahre Natur dieser Feuerrituale besitzt eine eigene Magie, folgen keiner Religion oder politischer Richtung. Die Menschen nennen es Walpurgisnacht, Floralia oder Beltane. Es spielt keine Rolle, die Menschen hier werden für immer „the great solar”, die Mitleid und Erbarmen für unsere Existenz aufzeigt, feiern. Hail the Sun!!!


Der Kurzfilm „Veritas“ auf der Digipak-CD/DVD-Ausgabe des Albums erscheint mir sehr professioneller Art zu sein. Es ergreift einen, natürlich auch im Bezug auf die Songs. Aber dennoch ist es komplett was anderes, als man von Dir, durch z.B. den Film „Deliverance oft he Fall“ gewohnt ist. Es erscheint hier „natürlicher“, normaler… Erzähl uns mehr über die Entstehung und die Ideen zum diesem Filmprojekt…!
Mein langjähriger künstlerischer Mitwirkender A. Sedmak und ich wollten eben unseren Fans zusätzlich etwas anderes mit „Veritas“ anbieten. Wir hatten uns dazu auch bereits mit dem Fantasy-Art-Film von Deliverance befasst, aber uns dann doch bei „Veritas“ für einen rein akademischen, klassischen Ansatz entschieden. Und schon beim Konzept des Films fühlte sich alles an wie eine neue, frische Erfahrung, die düstere Gefühle in ein romantisches Drama realisiert – und dies bei einem extremen Black Metal-Abum. Ich denke, die Fans werden ab diesem Film erst recht -in einer paar Jahren- Dekadent als etwas noch ungewöhnliches, einzigartiges, aber mit gewisser Qualität zugleich betrachten.


Dekadent 'VERITAS' Official Trailer

Woher nimmst, schöpfst Du die Energie, um derartige Projekte eben aufzunehmen, zu schreiben? Wie kommst Du an die Leute heran, um eben ggfs. auch Gelder für derartige Dinge zu erhalten, denn eine Realisierung solcher Projekte ja nicht wirklich billig erscheinen?
Geld? Geld erhalten? Die Wörter „Geld“ und „Dekadent“ sind wie komplett andere Galaxien, :-). Alles was man sieht und hört in Verbindung mit Dekadent ist seit jeher ein Produkt harter Arbeit und persönlicher Opfer. Musik, Videos, Designs und alles um Dekadent herum entsteht durch mich und eine Gruppe von guten Freunden, die daran glauben & darauf vertrauen was ich mache – sich nicht über kommerziellen Erfolg Gedanken machen- entstanden. Und das ist auch das, was mir die nötige Energie gibt, die Tatsache zu wissen, dass es Menschen gibt, die an meine Arbeit glauben und diese schätzen. Dekadent gibt es schon seit über zehn Jahren und als ich damit begonnen hatte, wollte ich nur für mich ein paar nette Black Metal-Songs kreieren, nicht unbedingt um andere auch damit zu beeindrucken. Es fühlt mich komplett aus und ich habe nie wirklich über finanzielle Aspekte nachgedacht, um das zu verwirklichen woran ich glaube schaffen zu wollen. Ich danke auch an dieser Stelle allen Menschen, die mich auf dieser besonderen Reise weiterhin unterstützen.

…und wie waren die bisherigen Reaktionen in der Presse-/Medien-/Fanwelt auf den Kurzfilm; vielleicht hast es ja auch einigen wichtigen Produzenten/Regisseuren zeigen dürfen?
Wir haben durchaus bei einigen unabhängigen Filmfestivals den Film präsentieren dürfen. Insgesamt betrachtet fielen die Meinungen positiv aus, zumal viele davon sehr beeindruckt schienen, dass eben nur zwei Personen das Projekt realisiert haben. Ichmächte gern den Film noch mehr verbreiten und denke, es wird auch bald Online zur Verfügung gestellt. Damit jeder die Gelegenheit bekommt dies mal zu sehen. Zumal in der Regel die Metal-Community diesen visuellen Aspekt nicht so versteht bzw. sofort so an sich heranlässt, da oft Black Metal-Filme mit Fantasy im Einklang gebracht werden oder das Klischee erfüllen sollen mit z.B. dunklen Vampir-Zeug. Wir wählten eben eine andere Art, einen anderen Ansatz für den Film und bin gespannt und sicher, dass die Fans es zu schätzen wissen werden, aber hat natürlich keine Eile.

…was bliebe mir noch zu Fragen? Nur dies, was ich schon seit etlichen Jahren eben gern von Dir hören möchte: DEKADENT–Tour in Deutschland! Wann kommt ihr endlich mal ausgiebig nach Deutschland?
Ja, die Frage kenne ich. Shows kommen hier und da mal bei euch vor, aber wir würden natürlich auch gern bald eine ausgiebige Tournee durchziehen. Die meisten unserer Fans sind wirklich aus Deutschland. In diesem Jahr waren wir ziemlich beschäftigt und haben „Veritas“ live in ganz Osteuropa vorstellen dürfen. Aber wir planen mehr Konzerte im Ausland für das nächste Jahr. Wir kommen gern.

Alles Gute für Dich und Dekadent.
Vielen Dank für dieses interessante Gespräch und alles Gute an metalglory.de!

http://www.dekadent.si

https://www.facebook.com/dekadent.official

https://dekadent.bandcamp.com


(Quellen der Songs, Links, Pics/Logo, Videoclips: dekadent.si)
geführt am 06.10.2015   von Arturek
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...sehr viel
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2. Mordor "Prayer to..."
3. Vader "alles"
4. Metallica "bis einschl. Justice for all"
5. Nick Cave & the Bad Seeds "alles"
6. Edge of Sanity/Opeth/Katatonia "fast alles"

[ Seit dem 06.10.15 wurde der Artikel 1322 mal gelesen ]
 
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