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Scorpions "50 Jahre – Die Neuen, Alten Klassiker!!!"
Ein Jubiläum sollte stets gefeiert werden. Und welche Band kann von sich behaupten seit 50 Jahren dabei zu sein, weltweite Erfolge einzuheimsen und dabei auf dem Boden geblieben zu sein? Nicht viele. Eine davon ist allemal die Band SCORPIONS aus Hannover! Nun, im Vovember wird das 50jährige Jubiläum mit einer hochkarätigen Auswahl an Wiederveröffentlichungen ordentlich gefeiert. Die, mit für die großartige Karriere entscheidenden, Alben zwischen 1977 und 1988 werden mit fettem Bonusmaterial, samt DVD sowie als Vinyl- und Download-Versionen (wieder)veröffentlicht. Jene Alben & alte Demo-Songs, die lange Zeit womöglich unter dem juristischen Kampf der Rechteinhaber nicht bereits zum 40. Jubiläum hätten abgefeiert werden können. Kein Wunder, dass sich Rudolf Schenker und Matthias Jabs Zeit nahmen für uns (Christoph & Arturek), um aus dem Nähkästchen zu plaudern sowie in den guten alten Zeiten zu "stöbern", als ob es gestern gewesen wäre…
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In Anbetracht der Tatsache, dass ja nun die wahrscheinlich acht wichtigsten Alben eurer Laufbahn wiederveröffentlicht werden, welches Album bezeichnet ihr als das, nennen wir es „einschneidenste“? "Lovedrive", das erste Album ohne Uli Jon Roth und mit Matthias oder doch eher "Blackout", das ja auch durch den drohenden Stimmverlust von Klaus sicherlich auf ewig in Erinnerung bleiben wird?
Rudolf: "Lovedrive"! Ganz klar! Es war das erste Album, bei dem der Grundstein gelegt wurde für die nächsten Jahre. Wir kamen weg von dem ganzen Hendrix Kram, der ja mehr Ulis Sache war und kamen mehr zu einem eigenen, unseren Sound. Mein Bruder war zunächst wieder dabei und die Presse hat sich erst mal drauf gestürzt, da nicht Allen vorher bewusst war, vor allen Dingen in den USA, dass eben Michael mein Bruder ist und vorher auch schon mitgewirkt hatte. Wenn ich daran denke, dass wir wegen Michael extra nach England an die 130 Gitarren mitgeschleppt hatten, um ein paar Ideen einzufangen. Man, man, man! Da war Matthias doch schon näher dran in Hannover, von daher… Grundsätzlich wussten wir aber schon, da Uli und Michael ja nie die Teamplayer waren, dass Matthias eher zu uns passen würde. Somit war die Entscheidung leicht gefallen, uns mit Matthias zusammen zu tun. Als zweites ist es sicherlich das Album "Blackout", was sehr wichtig für die Karriere war, wie Du ja auch angemerkt hast. Selbst wenn ich es heute noch höre, bin ich immer wieder begeistert über den auch heute noch immer frischen Sound. Aufgenommen damals mit zwei Telefunken 32-Spur-Maschinen, die einen wahnsinnigen Bandfrass hatten, dafür aber eben einen enormen Sound. Wobei "Blackout" auch sehr kommerziell ausgerichtet war. Ich war damals für ein paar Tage auf den Philippinen und kam dann mit den Songs "Dynamite" und "China White" zurück, die dem Album ein wenig die reine Kommerzialität genommen haben.

Wie war es für euch gefühlsmäßig in den alten Sachen zu kramen, wobei sicherlich einige Erinnerungen hochkamen? Ihr habt ja ohnehin bereits für den Film "Forever and a Day" und für das aktuelle Album "Return To Forever" in den Archiven stöbern dürfen.
Rudolf: Das war erst mal eine lange Aktion, in der wir mit dem Team von SPV und BMG teils ellenlang zusammen gesessen haben, Songs gehört haben, darüber geschlafen haben, sie wieder verworfen haben, um dann am Ende mit einigen doch überraschenden Momenten dazustehen. Demos, die wir teils selber gar nicht mehr richtig in Erinnerung hatten, die damals auch aufgrund der zeitlichen Begrenzung einer LP, das waren so 39-40 Minuten, nicht mithalten konnten. Aber das alles hat sehr gut getan.
Matthias:
Ja, richtig gut. Wir haben an diese Zeiten immer noch gute Erinnerungen. Gerade die Zeiten mit Dieter Dierks waren ja auch prägend für uns als Band. Zumal bei etlichen Geschichten und Erlebnissen es mir gar nicht so vorkommt, als ob sie schon über 30 Jahre her sind. Es fühlt sich an, als ob es gestern gewesen wäre. Und das ist auch gut zu wissen. Rudolf:
Es ist unglaublich, welche Erinnerungen so bei dem ein oder anderen Song hochkamen. Ob es nun 1979 die Geschichte mit dem Flieger DC10 war. Wir waren damals auf dem Weg nach Japan und einen Tag zuvor passierte das Unglück mit der DC 10 in den USA. Genau solch eine Maschine aber sollten wir ursprünglich auch nehmen. Aufgrund des Absturzes und weiterer festgestellter Mängel an diesem Typ wurden für die Folgetage sämtliche Flüge dieses Typs gestrichen. Wir mussten dann mit einer anderen Maschine nach Japan und das war alles andere als schön oder lustig. Matthias:
Obwohl es an diesem Tag den „Tag ohne Alkohol“ gab und wir uns mit komischem Wasser dann Krankheiten geholt haben. Die ganze Tour waren wir dann wirklich krank auf der Bühne, aber… Rudolf:
Dierks eben nicht das Wasser, sondern nur Whisky heimlich getrunken hatte. So unter dem Tisch eben heimlich eingeschenkt und er von daher nichts von der Krankheit abbekam. Oh, man. Matthias:
Oder weißt Du noch den Flug nach Indien? Da haben die Leute im Flugzeug Sachen ausgepackt und gekocht. Es wurde ständig geraucht. Ja, da lief sogar eine Ziege im Passagierraum rum. Heute unvorstellbar diese Zustände.

Wie und wer kam grundsätzlich auf die Idee eben diese Auflage der Wiederveröffentlichung in diesen Formaten und Vielfalt auf die Fans zu lassen?
Rudolf: Ideen gab es schon oft und Jimmy Page hat es zuletzt deutlich gezeigt, dass es den Fans wichtig ist solche Schätze auszugraben, die es auch damals so nicht auf die regulären Alben geschafft haben. Die Wiederauflage der letzten Led Zeppelin-Platten gehen weg wie sonst was und das vor allem in den USA. Ausschlaggebend für die grundsätzliche Idee war auch die Tatsache, dass das 50-jährige Jubiläum anstand. Zudem hatten wir bereits für den Film in den Archiven gekramt und dann kam uns die sehr gute Zusammenarbeit mit SPV und BMG entgegen, als diese Idee mit den Wiederveröffentlichung dieser Alben aufkam.

Ihr sprecht ja auch immer wieder über Dieter Dierks, den damaligen Produzenten der Erfolgsalben. Wir war die Beziehung zu ihm bzw. wäre der Erfolg auch ohne ihn in dieser Größe absehbar?
Rudolf: Die Frage an sich stellt sich ja gar nicht und bleibt letztlich immer hypothetisch. Wir hätten es vermutlich auch ohne ihn geschafft, denn wir haben hart gearbeitet und an unsere Vision geglaubt. Dennoch muss man festhalten, dass die Kontakte nach Amerika letztlich durch ihn zustande kamen. Im Studio gab es sicherlich in der damaligen Zeit kaum vergleichbare Produzenten, die unsere Musik so umgesetzt hätten. Mit seiner manchmal auch stacheligen Art hat er Klaus zu Höchstleistungen angetrieben und auch der Rest hat unterm Strich gesehen, nur davon profitiert. Die professionelle Herangehensweise haben wir auch ihm zu verdanken. Auf jeden Fall. Ich meine, wir hatten auch einige Freiheiten durch sein Studio und seine Beziehungen. Ob es so ausgesehen hat, dass ich mich einfach nach den regulären Aufnahmen im Stommelner Studio allein zurückgezogen habe mit meinem Kölsch, damals wollte ich nur obergäriges Bier trinken, um dann einige Stunden einfach neuen Ideen auf der Gitarre zu probieren. Oder wir zum Mastering extra für ein paar Stunden nach New York eingeflogen worden sind, nur um beim Mastering in den Sterling Sound Studios von George Marino dabei zu sein. Wie langweilig ein Mastering sein kann! Matthias:
Ja, das ist wirklich eine Zumutung. Die Mastering-Räumlichkeiten sind meist kalt, nichts klingt da so, wie man sich das selbst vorstellt und im Studio wirklich aufgenommen hat. Aber es hat auch Spaß gemacht, mit Blick auf den Central Park und einfach ständig die Laustärke der Studioaufnahmen auszuprobieren.


Wie steht ihr zu dem Thema, dass Bands, die auf eine lange Karriere zurückblicken können, sich heute mit sogenannten „Albentouren“ auf Tournee gehen, wie z.B. Judas Priest mit "British Steel", Metallica „Master Of Puppets“? Habt ihr jemals darüber nachgedacht, das auch für euch zu machen, z. B. mit eben jenem "Blackout"-Werk?
Matthias: Das ist für uns nie eine Option gewesen. Hinzu kommt, dass wir unserer Meinung nach auch den Erwartungen unserer Fans gar nicht gerecht werden würden. Wir haben vor ein paar Jahren, für unseren Wacken-Auftritt 2006 z.B. eine Songliste mit insgesamt 50 Songs ins Internet gestellt, aus denen die Fans dann aussuchen sollten welche sie live gerne hören würden. Erstaunlicherweise wurden wir in unseren Gedanken insofern bestätigt, dass es bis auf ein paar Ausnahmen, nahezu deckungsgleich mit unserer eigenen Vorstellung gewesen ist. Von daher würde den Fans bei reinen Album-Shows sicherlich einiges fehlen.

Welche Fans, welche Hörerschaft wollt ihr mit diesen Wiederveröffentlichungen wirklich erreichen? Gibt es dafür Zielvorgaben seitens der Band oder gar dem Label, schließlich dürften die Fans von damals sowieso jene Alben schon besitzen und sicherlich auswendig kennen?! Und die jungen Leute von heute ziehen ja leider oft die rein „digitale“ Welt vor.
Matthias: Gerade wegen des Jubiläums passt es so gut, um die alten Fans wieder zu erreichen und neue Fans dazu zu gewinnen: „… hier schaut her, eine Band die es seit 50 Jahren gibt, die hat damals so geklungen, die muss ich holen..“. Dazu gibt es ja auch eine reine Vinyl-Box-Ausgabe und sogar alte Videoaufnahmen gibt es nun endlich auf DVD. Aufnahmen die es zuvor entweder noch nicht gegeben hat wie z.B. der Auftritt 1983 bei Rock/Pop In Concert oder auch nur als VHS erschienen sind. Ich denke aber auch, dass hauptsächlich die waschechten Fans wegen der Raritäten diese Neuauflagen begrüßen werden. Und die jungen Leute werden auch so auf die alten Alben aufmerksam. Wir haben Millionen von Fans über Facebook erreichen können, die sicherlich nun auch diese Alben zu schätzen wissen werden. Zudem wird es ja auch Downloads geben. Es gibt auch die Aktion, wenn man ein Album vorbestellt, dann gibt es vorab eine Version eines Songs gratis, bevor die Alben schon im Laden zu kaufen sind. So testen die Leute das schon auch vorab.

Wie sieht es mit einer Veröffentlichung des legendären US-Festivals 1983 im San Bernardino Valley in Kalifornien aus? Ist das auch Bestandteil auf einer der Wiederveröffentlichungen?
Matthias: Nein. Unser Auftritt auf dem Festival, das damals ja von einem der Apple-Gründer, Steve Wozniak, organisiert wurde, soll separat veröffentlicht werden. Allerdings ist die Qualität des Bildmaterials nicht so toll, weshalb das erst mal hinten ansteht.

Ihr habt ja 1980, also zu „Animal Magnetism“ Zeiten, den Song „Hey You“ aufgenommen. Allerdings wurde er damals nur als Single veröffentlicht und galt bis zur Veröffentlichung der „Remaster-Series“ 2001 als absolute Rarität. Wird es diesen Song auch diesmal wieder auf „Animal Magnetism“ zu finden sein?
Rudolf: Gut, dass Du mich darauf ansprichst. Um Gottes Willen, nein! Ich fand den Song, den ich ja eingesungen habe, immer ein wenig seltsam. Andererseits ist es extrem schade, da der Song musikalisch immer noch unglaublich geil ist, weil er eben auch kein typischer Scorpions-Song ist.

Wir bedanken uns bei Euch für diese wunderschöne Zeitreise. Habt viel Spaß und Erfolg auf der anstehenden Nordamerika-Tour!
Wir bedanken uns bei Euch! War ein tolles Interview und hat auch uns riesigen Spaß gemacht.

- - - - - - -
Christoph & Arturek
metalglory.de



Trailerquelle: AddOnMusic/SPV/BMG
geführt am 03.11.2015   von Arturek
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