Besucher Online
 
Statistik für März 2016
Visits: 107522
PageImpressions: 925005
Statistik und Mediadaten

Banner Werbung bei Metalglory
 
Liveberichte () alphabetisch:         0..9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

H.e.a.t. Festival, Tag 2 in Rockfabrik, Ludwigsburg am 25.11. & 26.11.2

Bericht geschrieben von Julia Braun

7 Stunden Schlaf. Genauso gerädert wie am Vortag, hören wir im Halbschlaf den Wecker an unseren Nerven zerren. Das Hotelzimmer – extra schallisoliert für lautstarke Rocker, versteht sich :-) - ist in Sonnenlicht getaucht, jedoch ist das Bett einfach zu gemütlich. Kaffee! Schreit jede Faser meines Körpers. Wir werden offensichtlich alt, denn die Autofahrt und der erste Tag des Festivals stecken uns gewaltig in den Knochen. „Bist du schon lange wach?“, frage ich meinen Boss und besten Freund, der gebannt auf seinen Laptop starrt und in gefühlten 8000 Fotos vom Vortag wühlt. Ich quäle mich hoch. Neuer Tag, neues Glück, neue Kameraakkus. Nachdem Speicherkarten im Akkord formatiert und wir, sowie das Equipment dann endlich wieder ordentlich ge- bzw. verpackt sind, kriegen wir den ersten Schock des Tages. Nicht nur, dass wir uns in der Zeit vertan und so die erste Band, Hungryheart, verpasst haben, müssen wir beim Verlassen des Hotels feststellen, dass sich über Nacht der Nordpol ganz offenbar gen Ludwigsburg verschoben hat. Mit klappernden Zähnen steigen wir ins Auto.
An der RoFa angekommen, bietet Kaufland unserer Karosse wieder einmal Herberge für den Tag.
Es ist bereits nach 15:30 Uhr. Aus dem Inneren der Halle dröhnen Stop Stop, eine unwirklich anmutende Kombination aus Glam und Hard Rock. Make-Up, nackte Haut, Spandex und irre Frisuren inklusive. Die Meute feiert die Band sichtlich ab, in der RoFa ist die Party bereits in vollem Gange. Die Spanier/ Engländer warten mit ihrem neuesten Werk „Barceloningham“ auf und kommen extrem gut an. Der Sound ist, ebenso wie am Vortag, ziemlich brutal für die Trommelfelle. Selten habe ich so viele Konzertbesucher mit Ohropax-Schrägstrich-Tempo-Schrägstrich-alles-was-sonst-so-inne-Öhrchen-passt gesehen! Die Show verläuft geschmeidig, Monitorsound und Band scheinen perfekt zu funktionieren. Sänger Jacob und seine Truppe haben Spaß und das ist die Hauptsache, denn der Funke springt über.

Ich brauche mehr Kaffee.

Stattdessen gibt es female fronted auf die Ohren. Die auch schon seit anno Tobak aus dem Business nicht mehr wegzudenkenden Briten Romeo's Daughter, AOR Mainstream vom Allerfeinsten, zeigen eine extrem gut eingespielte Band, die sich auf den altehrwürdigen Brettern der RoFa für ihr Publikum völlig verausgabt. Man erlebt einen wahrlichen „blast from the past“, mit außerordentlicher stimmlicher Leistung der Fronfrau Leigh Matty und einer spiel- und timingsicheren Band. Jubel und Pfiffe, speziell zu „Wild Child“, sowie wackelnd, hoch erhobene Gliedmaße so ziemlich aller Anwesenden begleiten die wunderschönen Riffs, mit denen die Band während des Sets aufwarten kann. Für viele Festivalbesucher – wie ich später höre – sind Romeo's Daughter eine heimliche Überraschung auf dem diesjährigen H.E.A.T. Festival gewesen. Die extrem stark frequentierte Signing-Session der Band spricht für sich. Möge man noch viele Jahre von der Truppe hören!

Als nächstes steht die in Süddeutschland ansässige Formation um Gitarrist und Songwriter Genius Oliver Hartmann auf dem Programm. Mit ihrem neuesten Werk „Shadows & Silhouettes“, gab es endlich Nachschub für sehnsüchtige Fans. Nach vielen Tourneen, u.a. mit Toto, House Of Lords und Jaded Heart, hat die Band sich im Genre einen ziemlich großen Namen gemacht. Nichtsdestotrotz bin ich ein wenig überrascht, dass 90% der vor der Bühne versammelten Besucher quasi jede Textzeile mitsingen können. Manchmal wundere ich mich, dass ich mich bei so etwas wundere – und ja, die Wortdoppelung war Absicht :-)
Hartmann bieten eine unglaublich energetische Show dar. Von Songs, wie das unfassbare „What If I“ vom Erstlingswerk, über 70s-lastige, groovige Stücke wie „When Your Mama Was A Hippie“ von der neuen Scheibe, zeigt sich durchweg eine hochkarätige Formation, die das Publikum geradezu um den Finger wickelt. Viel zusätzliches Entertainment braucht es zu dem charismatischen Frankfurter kaum, obschon die Karlsruher Schlagzeuger-Instanz Markus Kullmann und seine Gesichtsakrobatik, ebenso wie der von u.a. Freedom Call bekannte Armin Donderer an den tiefen Saiten, im perfekten Zusammenspiel mit Mario Reck, Entertainment genug bieten. Eine herrliche und zu kurz anmutende Performance geht zu Ende und, beim Blick in die umstehenden, anerkennend murmelnden Gesichter, lässt sich klar sagen, dass Hartmann zu den bereits zahlreich erschienenen Fans, mit ihrer leidenschaftlichen Musik heute noch einige Neue hinzu gewonnen haben.

Bilder von Tag 2: Fotos auf Facebook

Weshalb die Australier White Widdow sich wohl nach einer bekanntesten Cannabishybride benannt haben, sei einmal dahingestellt. Die Millis Brüder Jules und Xavier samt Band haben den ganzen Weg nach Europa auf sich genommen, um das H.E.A.T. Festival ordentlich mit charm-from-down-under zu segnen.
Die Songs der Band erinnern zuweilen stark an die Einflüsse der jungen Männer, Foreigner, Bon Jovi, White Sister und Journey seien hier nur einige selbiger. Dennoch haben es die Aussies geschafft, einen ganz neuen Sound zu kreieren und bieten eine sehr solide Show. Leider scheint Frontmann Jules Millis nicht nur etwas müde, sondern auch im Clinch mit dem Monitorsound zu sein, sodass seine stimmliche Leistung nicht ganz der sonst so hohen Norm entspricht. Dennoch kommen die Herren gut an und machen Stimmung. Obschon ihr neuestes Album „Silhouette“ erst am 25.11.2016 erschienen war und man die Songs kaum kennen konnte, werden neue musikalische Appetithäppchen kredenzt, u.a. „Stranded“, der sofort ins Ohr geht.
Die Band macht einen Heidenspaß und Lust auf mehr. Leider muss auch hier die schönste Performance mal zu Ende gehen und Jules, Xavier, Enzo, Ben und Noel holen sich eine ordentliche Portion Jubel und Applaus vom begeisterten Publikum ab.

Es folgt die finnische Kapelle Reckless Love, die manch einer bereits als Abklatsch von Mötley Crüe bezeichnet hat. Dennoch vermochte es die junge Band, die bereits seit über einer halben Dekade die Damenwelt (okay, auch so manch einen Herren...) verzaubert, ihren eigenen Sound zu finden und die „fine line“ zwischen Sleaze und Glam zu ziehen. Sicher, das Rad neu erfunden haben die Finnen nicht – dafür aber vielleicht doch Ricola, möge man der Werbung mal keinen Glauben schenken – doch auch sie verstehen ihr Publikum mit eingängigen Songs, viel Haarpracht und sehr (sehr!) engen Klamotten zu unterhalten. Speziell die anwesenden weiblichen Vertreter unserer Gattung scheinen sich in ihre Jugend zurückversetzt und himmeln Frontmann Olli schmelzend an. Ganz wie die Vorbilder des Genres, Crüe, Cinderella und Co., wird gepost, geflirtet und sich die Seele aus dem Leib gespielt. Auch wenn es musikalisch nichts neues ist, verstehen die Männer ihr Handwerk und liefern eine extrem hohe Qualität. Das Set, das einen netten Querschnitt durch alle vier Alben der Band bietet, wirkt von Anfang bis Ende wie eine 80er Jahre Party. Jedenfalls haben alle ihren Spaß.

Bilder von Tag 2: Fotos auf Facebook

Vorletzter Act des diesjährigen H.E.A.T. Festivals ist kein anderer als DIE Legende Ted Poley. Bekannt und erfolgreich geworden durch die Amerikanische AOR/ Glam Rock Band Danger Danger, bekommt man ihn mittlerweile aufgrund Band-interner Urheberrechtsstreitigkeiten und Besetzungswechsel in der Formation nicht mehr oft zu Gesicht.
Sein legendärer Auftritt beim allerletzten Firefest im Jahre 2014 bleibt vielen auch bei diesem Festival Anwesenden unvergessen. Schaffte es der unglaublich sympathische und hochkarätige Sänger, der sich treffend „Rock Star“ auf seinen Unterarm hat tätowieren lassen, doch mit seiner Interpretation von Journey's „Don't Stop Believin“ als letzten Song, der jemals bei einem Firefest gespielt würde, SÄMTLICHEN Besuchern damals einen hoch emotionalen Moment zu bescheren. Mit all den Tränen hätte man ein Schwimmbad füllen können. Bis heute ziehe ich meinen Hut davor!
Heute steht er wieder da, strahlt, lacht, wirbelt über die Bühne wie ein Hurrikan und zieht die Menschen wieder in seinen Bann. Wie das berühmte Duracell-Häschen... won't stop, can't stop... Die von Poley ins Publikum gefeuerten Luftballons sind heiß begehrt und werden mit Freude auch immer wieder auf die Bühne gestupst.
Poley und Band spielen eine Reihe Danger Danger Klassiker, die vom Publikum frenetisch gefeiert und mitgesungen werden. Der Saal kocht, die Stimmung ist phänomenal. Eddy Freiberger hat sich einen Qualitätsgaranten eingeladen. Ob herzerwärmend vorgetragene Songs wie „Feels Like Love“ oder „One Step From Paradise“ oder fette Granaten wie „Bang Bang“, „Monkey Business“ oder „Under The Gun“, alles rockt. Wie Anna Portalupi ihren überdimensional wirkenden Bass zur Bestleistung treibt oder Tausendsassa und Alleskönner Alessandro Del Vecchio hinter dem Keyboard tanzt, erscheint einfach das Gesamtkonstrukt Ted Poley & Friends wie ein perfekt geschmiertes Getriebe.
Zum absoluten Klassiker „Naughty Naughty“, holt man sich seine Freunde, Johnny Lima, White Widdow & jeweilige Bands, auf die Bühne und feiert ein paar viel zu kurz anhaltende Minuten mit vollster Energie. Würdevoll wird sich vor dem jubelnden, nicht genug bekommen könnenden Publikum verneigt und die Bühne für den letzten Act des Abends und damit dem Finale des H.E.A.T. Festivals 2016 frei gegeben. Eigentlich, und so dachte wohl nicht nur ich, wäre dies der perfekte Abschluss gewesen...

Doch man möchte noch nicht nach Hause und so tritt die Dänisch-Deutsche Formation um David Readman auf die Bildfläche. Unglaublich dunkel vom Licht her, bieten Pink Cream 69 ein solides Set aus „Do You Like It Like That“, „Livin My Life For You“, „One Step Into Paradise“, „Hell's Gone Crazy“, „Welcome The Night“ und vielen anderen Songs. Die Band wirkt, ebenso wie Poley's Truppe, sehr gut aufeinander abgestimmt, der gegenseitige Respekt der Musiker ist schön mit anzusehen und auch hier werden Glanzleistungen geboten.
David Readman, stimmlich unfassbar gut drauf an diesem Tag, kann jedoch einfach nicht so polarisieren wie Poley & Co. und so wünscht man Pink Cream 69 insgeheim doch, den Tausch mit eben diesen in der Running Order. Der ein oder andere manchmal etwas unbeholfen wirkende Versuch, die Leute zu animieren, zieht einfach nach der Paradenummer zuvor nicht so gut. Die Showeinlage, als Readman sich zu seiner Band umdreht und etwas holprig gespielt fragt, was man denn da trinke und Dosen mit Pink Cream 69 Schnaps von einer hübschen Blondine samt Tablett ins Publikum verteilt werden, wird dankbar angenommen.
Was man den Herren lassen muss ist, dass sie alles geben. Sie spielen sich sichtlich die Seele aus dem Leib und überzeugen musikalisch zu 200%.
So geht das Festival musikalisch hochkarätig zu Ende.

Auf dem Weg nach draußen versacken wir mit den Herren von Johnny Lima's Band, während die ehrenamtlich tätigen (!!!) Securities und Helfer die Rockfabrik von Plastikbechern, Müll und Konzertleichen bereinigen.
Eddy Freiberger und sämtlichen Beteiligten sei an dieser Stelle ein gigantisches Lob für ihr immenses Engagement ausgesprochen! Ein sehr harmonisches, weitestgehend sehr gut organisiertes und hochkarätig besetztes Festival wurde auf die Beine gestellt. Kleinere Wehwehchen und die wenigen Zwischenfälle mit aus der Reihe Tanzenden, wurden von den außerordentlich freundlichen und sympathischen Securities stets sofort „verarztet“ und bis auf die horrenden Getränkepreise und das teilweise non-existente Bühnenlicht, gibt es nichts zu bemängeln. Was hier aus dem Boden gestampft wurde, wird hoffentlich für viele Jahre eine feste Institution in der Rock Festival Szene. Wir von Metalglory bedanken uns jedenfalls für eine irre Party mit tollen Leuten, klasse Bands und eine Menge schöner Erinnerungen und freuen uns auf nächstes Jahr.
Spread the word – aber mehr als ausverkaufen kann man das H.E.A.T. Festival 2017 wohl auch nicht...

Bericht geschrieben von Julia Braun

Bilder von Tag 2: Fotos auf Facebook
geschrieben am 10.12.2016   von Christoph
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:

musikalischer Background des Verfassers
Melodicrock allgemein, AOR, True Metal, Prog-Metal
X   Aktuelle Top6
1. Running Wild "Shadowmaker"
2. Nitrogods "Nitrogods"
3. Leonard Cohen "Old Ideas"
4. Los Bastardos Finlandeses "Saved By Rock ‘N’ Roll"
5. Steel Panther "Balls Out"
6. Pothead "Potterville"
X   Alltime-Klassix Top6
1. Atsushi Yokozeki Project "Raid (Japan only)"
2. Diving For Pearls "Diving for Pearls"
3. UFO "The Wild, the Willing and the Innocent"
4. Dokken "Under Lock and Key"
5. Iron Maiden "The Number of the Beast"
6. Journey "Escape"

[ Seit dem 10.12.16 wurde der Artikel 567 mal gelesen ]
Einloggen bei myGlory
  Benutzername:
  Passwort:
Auto-Login
  Noch kein Account?! Anmelden!
Die aktuelle Umfrage:
Welchen Metal-Stil favorisierst Du?
  Black Metal
  Death Metal
  Gothic (Metal)
  Doom Metal
  Hard Rock
  Hauptsache Core
  Nu Metal
  Power Metal
  Progressive (Metal)
  Thrash Metal
Um selbst abzustimmen bitte einloggen!
Die neuesten Reviews:
Neue Webseite endlich online
Turbobier Das neue Festament
Foreign Diplomats Princess Flash
Deaf Havana All These Countless Nights
Chrome Molly Hoodoo Voodoo
Sunterra Reborn -EP
Dethrashion Assault Bombardment
Tschaika 21/16 Tante Crystal uff Crack am Reck
The Shiver The Darkest Hour
Yiek The Drive
Die neuesten Interviews:
J.B.O. - 03.01.2017
Running Wild - 05.10.2016
Lacrimas Profundere - 01.10.2016
Vicious Rumors - 08.07.2016
My Jerusalem - 28.06.2016
Die neuesten Artikel:
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
Metalforum Osthessen e.V. sucht Bands für Konzerte - 26.10.2010
Verlosung - 26.10.2010
KONZERTERLEBNISSE - 12.08.2010
Peter Steele - ein Rückblick auf sein musikalisches Vermächtnis - 21.04.2010
Die neuesten Live-Berichte:
Caliban, Suicide Silence, Any Given Day, To the Rats and Wolves - 22.12.2016
LIEDFETT, kAPEllE PEtra, elfmorgen - 2016 - 20.12.2016
Ruhrpott Metal Meeting 2016 - 15.12.2016
Die neuesten Live-Vorberichte:
Vorbericht: Svbway to Sally - Ekustik-Projekt NEON 2017 - 11.01.2017
Vorbericht: Night Of The Progfestival 2017 - 09.01.2017
Vorbericht: FAUN – MIDGART - Tour 2017 - 09.01.2017
Die neuesten Galerien:
Open Air Festival M´era Luna vom 10. bis 11.08.2013 in Hildesheim - 14.08.2013
With Full Force 2013 - 28.07.2013
Darkmoon-Festival 2013 - 24.07.2013
Die neuesten Links:
Second Roses Online Shop Frankfurt
Morgzine - An Independent Brutal Death/grind Fanzi
Deadwebzine - Extreme Metal Guide And Metal Web Pr
All Metal Lyrics
All Metal Videos

© 2004 Metalglory.de - Alle Rechte vorbehalten   |   Haftungsausschluss   |   Impressum   |   Statistiken   |   Werbung   |   Version 5.1.8