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Caliban, Suicide Silence, Any Given Day, To The Rats And Wolves in Hannover, MusikZentrum am 20.12.2016

- - - Thomas Springer war live dabei, daher hat er auch diesen Bericht verfasst - - -

Das wird ein spannender Abend, gleich vier hochkarätige Vertreter der Metalcore – Deathcore - Transcore-Szene auf einer Bühne! Das Trommelfell erwartet Hörsturz mit anschließendem Tinnitus & die Nackenmuskulatur meldet sich schon freiwillig ab…

Das bereits im Vorfelde ausverkaufte Musikzentrum in Hannover öffnete kurz vor 19:00 Uhr, um die knapp 400 hungrigen Core-Fans auf die Bands loszulassen. Und kurz darauf eröffnen To the Rats and Wolves das lustige Reigen der Gnadenlosen. Bereits mit dem ersten Song „Suburban Romance“ hatten die Newcomer aus Essen gewonnen; hüpfend, springend, headbangend gab die Band um die beiden Sänger Dixi Wu und Nico Sallach einen perfekten Einstand. Sehr cool das Bühnenoutfit, eine Mischung aus Manga, Horrorshow und Cyberpunk. In den gut halbstündigen Gig konnte vor allen Nico durch großartigen Gesang das Publikum auf seine Seite ziehen und zum Mitsingen animieren z.B. bei „Blackout“. Soundmäßig war es der beste Auftritt des Abends!

Nach einer knappen Viertelstunde ballern Any Given Day das nächste Brett raus. Die Gelsenkirchener Metalcore-Band um den muskelbepackten Frontmann Dennis Diehl lassen es richtig krachen. Kraftvoller Sound, brutaler Druck, geile Stimmung. Dennis, der mich ein wenig an Fred Durst in guten Tagen erinnert, pusht das Publikum, lässt Circlepits laufen und versteht es nahezu perfekt, den Saal zum Kochen zu bringen. Mir schleicht sich die ganze Zeit der Vergleich zu Limp Bizkit zu „Chocolate Starfish“-Zeiten ein. Erinnerungen an mein erstes Nu-Metall-Konzert 2001 werden wach und locker übertrumpft. Eine gute Dreiviertelstunde Metalcore vom Feinsten, top!

Umbaupause für Suicide Silence; was dann folgt, war für mich (leider) eindeutig ein Flop des Abends; verglichen mit den heutigen Bands auf der Bühne. Die Kalifornier geben Vollgas, aber mit grausamen Sound, der jeden Song wie den davor klingen ließ. Showmäßig eine Kopie der vorher spielenden Any Given Day, aber ohne Höhepunkte oder Besonderheiten. Deathcore-Geholze, Gegrowle oder Gekreische - Eddie Hermida kann mich nicht überzeugen. Die Gitarren klingen wie Brei und dieser Gruselsound wurde noch durch den scheinbar vollbreiten Leadgitarrist (unnötige Grimassen und eine Zunge, die sich offensichtlich mehr außerhalb als innerhalb des Mundes befand, anders kann die den vollbärtigen Mark Heylmun nicht beschreiben) und die endlose Gitarrensoli, die nicht wirklich irgendwie dazuzugehören schienen, untermalt. Nach einer Stunde war endlich Ruhe für die Amis. Dennoch schien die Show einigen zu gefallen, es gab ab und an mehr Surfer als Crowd.

Für Caliban wurde die „große Bühne“ vorbereitet, was etwas Zeit in Anspruch nahm. Der hintere Bereich sieht ein wenig wie neben einander gestellte Holzkisten aus, auf jeder Kiste ein Buchstaben, des Bandnamens, on Top das Drumkit. Caliban betreten die Stage und es kracht!
Geile Lightshow mit klasse Effekten, ein Burner auf den nächsten. Sänger Andreas Dörner & Co. geben alles. Und das Publikum dankt es ihnen.
Das Repertoire besteht hauptsächlich aus Songs der letzten beiden Alben „Ghost Empire“ und „Gravity“; Knaller wie „King“, „Mein schwarzes Herz“, „Paralyzed“, „Walk alone“ oder auch „Nebel“ lässt das Volk vor der Bühne sich die Kehle aus dem Hals grölen. Auch alte Hits wie „We are the Many“, bei dem noch einmal Dennis von Any Given Day und Dixi von To the Rats and Wolves Caliban sangestechnisch unterstützen, lassen keine Wünsche offen.
Den Höhepunkt der etwas über eine Stunde dauernden Show bildet eine Coverversion – „Sonne“ von Rammstein.
Von der Stimmung und dem Können der Band her gab es nichts zu meckern, trotzdem muss ich leider noch zwei Dinge ansprechen, die Abzüge in der B-Note nach sich ziehen. Der Sound war leider nicht optimal abgemischt: die Gitarren waren so weit in den Vordergrund gemischt, dass der Gesang von Gitarrist Denis Schmidt eher unterging. Und gerade derZwiegesang zwischen ihm und Andreas macht gerade das Besondere an den Caliban-Songs aus. Ebenso tat der Stimmung ein wenig Abbruch, dass die Band sich nach jedem Song in den Backstagebereich begab und erst nach einer kurzen Zeit wieder die Bühne betrat, Das waren meiner Meinung nach unnötige „Headliner“-Pausen; schade.

Fazit:
Ein rundum gelungener Konzertabend, bei dem die Newcomer die alten Hasen locker in die Tasche gesteckt haben. Ich freue mich jetzt schon, wenn To the Rats and Wolves und auch Any Given Day auf Headliner-Tour kommen.

Live dabei und daher für diesen Bericht verantwortlich: Thomas Springer
geschrieben am 22.12.2016   von Arturek
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