Antimatter, Autumnblaze in Bielefeld / Uni Max am 02.11.2003
Endlich gaben sich Duncan Patterson und Michael Moss die Ehre in Deutschland ein paar unplugged Gigs zu starten. Ich hatte nun das Vergnügen diese Ausnahmemusiker in Bielefelder Uni Max zu sehen.
An die 40 bis 50 Leutchen haben an diesem Abend auch nichts besseres vor und befanden sich in dem kleinen „Studenten-Bistro“ direkt an der Uni. Aber fangen wir mit dem Support an diesem Abend mal an. Autumnblaze, mir bis dahin leider völlig unbekannt, waren die absolute Topbesetzung für einen solchen Abend. Es sah auch so aus, dass wirklich jeder von der Livepräsentation überzeugt war, schließlich boten Autumnblaze eine völlig reibungslose Vorstellung, die leider durch die hellen Lichter des Bistros etwas getrübt (!) wurde. Ja, dies war das einzige Manko an der Performance des Abends, schließlich kommt diese Art der Musik doch besser rüber, wenn es dunkel ist und ein gewisser Pegel des Rausches, ob durch die Musik selbst oder andere „Behelfsmittel“, gewährleistet ist. Mit einem super Sound gab es eine genüssliche ¾ Stunde einer Autumnblaze-Show, der Songauswahl ihrer Alben wie „Bleak“ und „Mute boy sad girl“. Kurz ausgedrückt: Es war einfach wunderbar und es lief alles wie geschmiert an diesem Abend, selbst die „lustigen“ Ansagen von Markus passten zum Gesamtbild. Und das schöne daran ist, dass man sich genau diese Performance ab Januar ins eigene Wohnzimmer holen kann, dank Prophecy Productions. Also, Ausschau halten nach dem Digi-Pack „The Mute Sessions“, welches die Konzertbesucher bereits exklusiv ihr eigen nennen konnten, sofern sie bereit waren die 13 Euro hinzublättern.
Danach wurde es Zeit sich den Musikqualitäten von Michael und Duncan zu widmen, die lediglich mit einer Gitarre und einem Bass an die Songs herangingen.
Los ging es mit einem Anathema Klassiker „Far away“, darauf folgten zwei Antimatter Stücke wie „Saviour“, „Over your sholder“, „The last laugh“ etc. und selbst Marcus von Autumnblaze nahm es sich nicht, bei ein paar Songs im Duet mit Michael zu singen. Dies konnte sich natürlich ebenfalls hören und sehen lassen. So klangen Songs wie „Saviour“ noch ruhiger, melodischer und einfühlsamer als auf der CD. Zusätzlich zur Setlist wurde ein neuer Song vorgestellt, der wohl im Januar auf dem Tribute Album von Dead Can Dance veröffentlicht wird. Hätte es Michael nicht angemerkt, so könnte man ruhigen Gewissens sagen, dass es ein reiner Antimatter Song ist. Ebenfalls, wie schon zuvor bei Autumnblaze, spielte hier der gute Sound eine große Rolle und besonders bei den Anathema-Songs hat es die Fans zum mitsingen getrieben, auch wenn die meisten es vorzogen eher leise von sich zu geben. Das traurigste war die reine Spielzeit von einer knappen Stunde und die Tatsache, dass trotz des Beifalls keiner Zugabe gespielt wurde.
Was ich noch hinzufügen muss ist, dass die Setlist „leider“ fast ausschließlich aus Anathema-Songs bestand. Ähm, bitte nicht falsch verstehen, natürlich hört man die sehr gerne und es ist wunderbar diese Performance auch mal als Akustikversion und mit einem anderen Sänger zu hören, ABER in Anbetracht dessen, dass Antimatter bereits zwei Alben veröffentlicht haben, wäre es gar nicht so schlecht sich auch mehr diesen Songs LIVE gefühlvoll hinzugeben.
Fazit: Einzig und allein haben mehr Stühle und das „dunkle“ Feeling gefehlt, aber man kann ja nicht alles haben. Im allgemeinen war an diesem Abend eine wundervolle Atmosphäre mit einem genialen Sound, an dem es keinen eigentlichen Headliner gab. Auf jeden Fall kann ich jedem Akustik-Freak und einem, der wirklich mal Musik pur genießen möchte, an einem solchen Gig teilzunehmen.
In eigener Sache möchte ich noch eine Sache hinzufügen, da es schon etwas "verwunderlich" war, dass, die CDs aus dem eigenen Label-Lager zu so höheren Preisen verkauft wurden, als im eigenen Online-Shop. Ein Bsp. "Bleak" von Autumbalze im Onlineshop für ganze 8,50 Euro zu finden und auf dem Konzert satte 13 Euro. Natürlich gab es auch günstigere CDs, aber bei dieser Spanne war es schon merkwürdig, auch wenn es nicht sonderlich viel ist "heutzutage" 13 Euro zu verlangen. Trotzdem ist es schade, wenn das an die Fans so verteilt wird, schließlich fährt man ja schon zum Gig meistens weit, gönnt sich den Einlass und ein paa Bier. Ich denke da kannn man doch auch hoffen, dass man etwas Kohle am Merchandise auch sparen kann, oder?!
Mein Dank geht diesmal an Christopher (Prophecy) und Yvonne "The evil woman".
geschrieben am 06.11.2003 von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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