Einer schönen Tradition folgend findet auch in diesem Jahr wieder das Benefiz-Konzert "Rock for Romania" im Cafe Panama statt. Die Einnahmen werden an Sozialprojekte in Rumänien gespendet, die u.a. Straßenkinder unterstützen. Leider sind heute Abend nur 40 Zuschauer anwesend, aber das wird der guten Stimmung in dem kleinen Club keinen Abbruch tun. Das Cafe Panama befindet sich in den Räumlichkeiten der Arbeiterwohlfahrt. In dem Gebäudetrakt gibt es noch eine Werkstatt, in der arbeitslose Jugendliche gebrauchte Fahrräder reparieren und sich damit ein paar Euro zusätzlich verdienen können. Neben ARMISTICE und BODAI sind aus Fulda AIRFIELD (70's Rock) und ZERO-G (Metalcore) am Start, die den heutigen musikalischen Reigen eröffnen, bzw. beenden. Leider habe ich von beiden Bands nur jeweils einen Song mitbekommen, da ich zum Zeitpunkt des AIRFIELD-Auftritts noch mit dem BODAI-Interview beschäftigt war, während ich zu nachtschlafener Zeit, als ZERO-G loslegen, mich woanders festgequatscht habe. Naja, klappt bestimmt beim nächsten Mal.
Zu den Klängen ihres Intros betreten BODAI die kleine, vollgepackte Bühne. Mit ihren schwarzen Masken, die sie während des Openers "Terror gegen Krieg" tragen, wecken sie angenehme Erinnerungen an PUNGENT STENCH zu "Club Mondo Bizarre"-Zeiten. Es bewahrheitet sich, was Eini im Interview gesagt hat: live sind BODAI wesentlich thrashiger und härter als auf CD. Der Sound ist überhaupt bei allen Bands sehr transparent und druckvoll, so daß Songs wie "Staatsfeind" oder "Wunden der Zeit" schön massiv durch die Boxen gefönt werden. Nach einer Weile gehen die Zuschauer dann auch mehr mit und bedenken "Gott ist Krieg", sowie den Titelsong des aktuellen Albums "Volle Kraft voraus" mit mehr als höflichem Applaus. Das nicht minder wuchtige "Seelenraub" komplettiert als Zugabe den Set einer Band, die mich, der ich vorher nur die CD gehört habe, doch wirklich positiv überrascht hat.
Nach einer kurzen Pause können Liz, Manni und die beiden Stefans dann mit "Waiting For My Death" vom 2000er "Hot On The Trail"-Album durchstarten. Während der ersten Hälfte des Gigs liegt der Schwerpunkt der Songauswahl eindeutig auf diesem Werk. Lediglich "Return Of The Aggressor" und das BLACK SABBATH-Cover "Symptom Of The Universe" bestätigen als Ausnahme diese Regel. Auch im Fall von ARMISTICE kann ich festhalten, daß die Songs live wesentlich heftiger knallen als auf der CD. Das Grundtempo ist aufgrund des neuen Drummers einfach einen Tick höher, was dem Bay Area-beeinflußten Thrash Metal der Münchener natürlich zugute kommt. Mittlerweile tummeln sich bis auf wenige Ausnahmen alle Fans vor der Bühne und haben an der tighten Performance des Quartetts sichtlich ihren Spaß. Mit meinem Lieblingssong "Nail Me To The Cross" wird die zweite, aktuellere Hälfte des Gigs eingeläutet. Auch hier gehen die Leute toll mit, Stücke wie "Child Soldier" oder "Rabies" ernten gute Reaktionen. Nach "Worse Than Yesterday" ist die reguläre Spielzeit abgelaufen, aber selbstverständlich lassen sich die Vier nicht lumpen und feuern mit dem flotten "Berserk" und dem noch schnelleren, neuen Track "Road To Nowhere" gleich zwei Zugaben hinterher. Dann ist Ende im Gelände, die Band ist ausgepumpt, den Fans hat's gefallen, starker Auftritt insgesamt.
geschrieben am 29.09.2006 von Armin
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musikalischer Background des Verfassers Thrash-, Speed-, Death- und Black-Metal, Mittelalter-Mugge
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