Sepultura, Betzefer, Forever Will Burn, Contraption in Hannover, Musikzentrum am 08.03.2007
Deutschland, Südafrika, Israel und Brasilien (+ ein Ami!). Das klingt zwar nach einer diplomatischen Auseinandersetzung, aber ich denke, dass man diese Länder nicht mal beim G8-Gifpel an einen Tisch bekommt. Doch genau diese Völker waren am Abend in Hannover vertreten. Dazu muss ich hinzufügen, dass es auch noch friedlich ablief, d.h. keine Randalen irgendwelcher Gegner vor den Toren des Musikzentrums und auch keine Abzäunungen und Sperrung von Straßen, die den Steuerzahler belasten. Von daher ist wohl klar, dass es sich nur um ein „metallisches“ Ereignis handeln konnte.
Doch erlaubt mir zunächst eine weitere Einleitung zum Fall Sepultura.
Sepultura ohne Max ist schon nicht mehr DAS gewesen, was es mal war und jetzt noch ganz ohne Igor? Viele haben sich also dies auch gedacht und sind gar nicht erschienen. Musikzentrum war nicht ganz so doll gefüllt. Überall ein Durchkommen und auf der Terrasse gar ausgiebige Platzwahl. Schade, schließlich ist Derrick schon sehr lange dabei, fast 10 Jahre, und mit „Dante XXI“ haben die Jungs letztes Jahr nun wirklich ein geniales Werk hingelegt. Daher war für mich und anscheinende die knappen 300 zahlenden Gäste klar: Ja, ich will die neuen Songs live hören und mir ein Bild davon machen, wie die Band nun heutzutage wirkt. Auch wenn es natürlich schwer ist, als alter Fan so etwas zu akzeptieren. Hätte einer in Zeiten von „Chaos A.D.“ oder „Roots“ drauf gewettet, dass diese Band mal vor 300 Leuten in Hannover oder wie zuletzt als Support von solchen Bands wie In Flames spielen würde, dann hätte man doch glatt sein ganzen Geld verloren. Aber die Realität ist nun mal wie sie ist.
Kaum im Musikzentrum angetroffen, schon hat die erste Band gerade aufgehört. Die deutschen Thrash/Metal Core Band Contraption (http://www.contraption.de ) habe ich leider verpasst.
Die Südafrikaner Forever Will Burn (http://www.foreverwillburn.com/ ) haben nach einer kurzen Umbaupause samt ihrer Länderflagge auf den Amps rasant losgelegt. Doch deren Mix aus Metal Core und Death Metal hatte nicht die Wirkung, wie er haben sollte. Der Funke sprang einfach nicht über. Vor allem der schreiende Gesang nervte total und wirkte auch von Zeit zu Zeit viel zu leise. Dagegen hat der Junge mit seinen Growls einen sehr guten Job abgeliefert. Doch irgendwie passte es dann wiederum nicht zum allgemeinen Stil der Band. Jeder weitere Track, ob „Through sorrow and splendour“, „Hell is six feet deep“ oder „As we wait“ wirkte wie eine Kopie des eben gehörten. Der Sound tat sein übliches und das Publikum blieb auch eher verhalten. Die Band bemühte sich und ackerte, aber es war einfach zu wenig und die eine halbe Stunde kam einem eher ewig vor. Hier fehlt eben die Erfahrung, aber sie können schon mal drauf stolz sein mit Sepultura auf Tour gewesen zu sein.
Viel besser wurde es mit den Senkrechtstarten aus Israel. Betzefer (http://www.betzefer.com ) legten energiegeladen druckvoll los. Schon die ersten Songs wie u.a. „Fucking Rock´n ´roll“ (oder wie ich es nenne: Motörhead auf Speed“) kamen richtig gut an. Die Jungs mit ihrer Mischung aus Pantera, Machine Head und Sepultura haben eine Menge drauf. Leider machte ihnen der Sound hier und mal einen Strich durch die Rechnung. Mal war der Gesang nicht optimal und dann wiederum die Gitarre zu leise. Zudem bin ich der Meinung, dass dieser Combo ein zweiter Gitarrist fehlt.
Nichts desto trotz hat man bei denen gemerkt, dass Erfahrung im Umgang mit dem Publikum gesammelt haben. Der Shouter Avital konnte bestens die Fans ins Livegeschehen mit einbeziehen, was nicht zuletzt durch einen der coolsten Songs „Doomsday“ bewiesen wurde. Nach zwei neuen Nummern, des bald erscheinenden Albums und dem letzten Track „Down Low“, bei dem der Mosh Pit nicht mehr zu halten war, ist diese halbe Stunde nun auch vorbei gewesen. Besseren Support hätte ich mir für Sepultura nicht vorstellen können.
Gegen 22.40 Uhr legte Sepultura (http://sepultura.uol.com.br/v6/) mit dem Intro „Lost“ los und unmittelbar danach folgte „Dark wood of error“, also ein CD-Start. Doch ich konnte meinen Ohren nicht trauen (wollte es zumindest nicht wahr haben). Wo bleibt hier der druckvolle Sound? Was ist mit den Drums los, die müssten doch viel schneller und aggressiver klingen? Der Anfang war schon mal für mich eine kleine Enttäuschung. Doch die Jungs schienen sich mit jedem weiteren Track warm zu spielen; bauten dann doch mit jeder Minute Druck und Aggressivität aus. Der Sound wurde auch besser und die Lichtshow passte allemal.
Derrick hatte auch sichtlich Spaß und gab immer wieder coole Kommentare (auch mal in deutsch) ab. Das sieht man mal wieder was Erfahrung und Professionalität ausmachen können. Andreas war ein Tier an seiner Gitarre, da habe ich aber auch nichts anderes erwartet. Doch Jean Dolabella hat mich nicht so recht überzeugen können. Zwar knallte er die Drums auseinander, aber irgendwie wirkte es, als ob er völlig am Ende seiner Kräfte wäre. Und Paulo wirkte auch irgendwie eher wie ein Senior, als Junior. Irgendwie lustlos, aber fairerweise muss ich zugeben, dass er sein Instrument natürlich bestens beherrschte und darauf kommt es nun mal an.
Das große Manko war und weiterhin wohl ist: die zweite Gitarre fehlt! Vor allem die alten Songs wirken einfach nicht. Auch wenn es toll ist die „TOP-Hits“, also Klassiker zu hören, so fehlt da eben trotzdem etwas. Auch mit dem Gesang von Derrick habe ich so meine Probleme, allerdings nur, wenn es sich um die älteren Tracks handelt (siehe Setlist unten). Sie erzeugen eher eine Wirkung eines Coversongs. Die Tracks wurden nun mal für die Stimme von Max gemacht und nur so hat man sie lieben gelernt. Natürlich weiß ich auch, dass sich Sepultura es nicht leisten können die Klassiker nicht zu spielen, aber auf der anderen Seite gibt es doch auch genügend coole Songs aus der sogenannten neuen Ära, da kann man doch auch zwei Stunden mit füllen. Aber dann wären wohl noch weniger Fans dabei.
Allemal keine so schlechte Vorstellung und die Tracks der „Derrick Ära“ waren genial, aber die Sepultura, die man sich als alter Fan so vorstellt sind sie tatsächlich nicht. Dabei ist es egal wie viel Zeit nun vergehen mag und wie oft man darüber noch grübeln wird, warum Max und Igor nun ausgestiegen sind. Doch man muss auch mal loslassen können, wie man so schön sagt. Daher „Dante XXI“ in den CD Player und ab geht die Post!
Mein Dank geht an Thorsten von Burn it Down.
Lost
Dark wood of error
Refuse/Resists
Slave new world
Dead embryonic cells
Ostia
Crown and mitter
Desperate Cry/ Escape to the void
Boycott
Activist
Buried words
Bullet the blue sky
Troops of doom
Beneath the Remains
Territory
Arise
Necromancer
Come back alive
Roots bloody roots
geschrieben am 12.03.2007 von Arturek
(NEU!!!!)Über den Artikel diskutieren:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:
musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
X Aktuelle Top6
1. Volbeat "Outlaw Gentlemen & Shady Ladies"
2. Nick Cave and the Bad Seeds "Animal X - 7" Record Store Day"
3. Black Sabbath "Under Wheels of Confusion"
4. Nick Cave and the Bad Seeds "Push the Sky Away"
5. Testament "Dark Roots Of Earth"
6. Coma "Don't Set Your Dogs on Me"
X Alltime-Klassix Top6
1. The Doors "alles"
2. Mordor "Prayer to..."
3. Vader "alles"
4. Metallica "bis einschl. Justice for all"
5. Nick Cave & the Bad Seeds "alles"
6. Edge of Sanity/Opeth/Katatonia "fast alles"
[ Seit dem 12.03.07 wurde der Artikel 4687 mal gelesen ]