555 Besucher Online
 
Statistik für November 2012
Visits: 395416
PageImpressions: 2457987
Statistik und Mediadaten



 
 
Liveberichte (776) alphabetisch:         0..9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Type O Negative in Berlin, Columbiahalle am 15.06.2007

Im Vorfeld dieses Konzerts hatte ich regelrechtes Muffensausen. Nicht einmal zwei Wochen vor dem Konzert in Berlin hatten die Herren Stahl & Co. den berühmt-berüchtigt katastrophalen Gig in Hamburg hingelegt (siehe Review von Arturek), und ich machte mir ernsthaft Sorgen, ob sich Gleiches oder Ähnliches auch an diesem Abend abspielen würde. Die Anfahrt von über 300km nach Berlin half nicht gerade dabei, diese Sorgen zu eliminieren…
Nichtsdestotrotz warf ich mich am Freitagnachmittag mit einem Kumpel ins Auto und legte mein Schicksal in die Hände der Dunkelmänner aus Brooklyn. Rückblickend kann ich nur sagen: Was für ein Glück, dass ich nicht zu Hause geblieben bin! Doch alles der Reihe nach:
Als wir nach Anreise und Parkplatzsuche endlich an der Columbiahalle ankamen, hatten die Opener DOWN BELOW bereits mit ihrem Set begonnen. Was hier geboten wurde, lud jedoch nicht wirklich zu längerem Anhören ein. Die Band aus Deutschland spielte zwar relativ enthusiastisch, konnte ihren 08/15-Gothrock dadurch jedoch auch nicht retten. Das schon recht zahlreich vorhandene Publikum bekam Songs nach Radio-Schema F mit melodischen Mitsing-Refrains und klischeebeladenen Texten zu hören und dankte der Band dies mit höflich-desinteressiertem Applaus.
Die andauernde Wartezeit wurde unsererseits nun genutzt, um das nette und (für eine amerikanische Band) relativ preiswerte Merchandise zu begutachten. Schön, wenn man ab und zu noch Bands findet, die ihre Shirts nicht für 25 oder 30 Euro unters Volk bringen wollen! Währenddessen füllte sich die Halle immer mehr mit Leuten, und eine fast ausverkaufte Columbiahalle (Fassungsvermögen 3500 Personen) dürfte für diesen Abend nicht sehr unrealistisch geschätzt sein.
Nachdem DOWN BELOW endlich von der Bühne verschwunden waren, begannen auch flugs die Umbauarbeiten für TYPE O NEGATIVE. Als Backdrop dienten der Band ein paar riesige, grüne Banner von denen das Type O Logo prangte. Der Rest der Bühne war mit den bekannten Vinland-Flaggen geschmückt. Herr Steele bekam auf seinen dicken Bassverstärker eine ganze Auswahl an Getränken (gekühltes Wasser, Rotwein, Whiskey-Cola) gestellt, und zum allseits beliebten „Ententanz“ auf Dauerschleife wurde der Soundcheck abgehalten. Zum Glück endete die Beschallung mit dem Ententanz jedoch nach 15 Minuten, und TYPE O NEGATIVE begaben sich zu der aus dem Film „Borat“ bekannten „Nationalhymne“ von Kasachstan auf die Bühne.
Was nun folgte waren 110 Minuten Type O at it’s best! Ein großartiger Sound und eine atmosphärische Lichtshow steuerten ihren maßgeblichen Teil dazu bei.
Die Jungs spielten ein regelrechtes Piss-Off-Set, das mit etwas Beatles („Magic Mystery Tour“) begann, um dann gleich in „We Hate Everyone“ überzugehen – die Menge war sofort am Feiern! Danach wurde erstmal etwas mehr Wert auf das neue Album „Dead again“ gelegt: „Profits of Doom“, „Anasthesia“ und „These Three Things“ folgten ohne große Pausen und Ansagen hintereinander weg, und kaum war der letzte Ton verklungen, verschwand die Band von der Bühne runter und aus dem Seiteneingang der Halle raus an die frische Luft.
Nach ein paar Minuten und etwaigen Zugabe-Rufen ließen sich die Herren jedoch wieder blicken und spielten zu einem zweiten Uns-ist-egal-was-Ihr-hören-wollt-Set auf: Das am Anfang erstmal verpatzte, bis zur Hälfte gespielte „Xero Tolerance“ ging dabei in „Kill You Tonight“ über, worauf die Hendrix-Coverversion „Hey Pete“ folgte, nur um schließlich wieder in den zweiten (von Josh gesungenen) Teil von „Xero Tolerance“ überzugehen. Danach gab es noch „Kill All The White People“ auf die Ohren und die Band verschwand wieder an die frische Luft.
Hier hatte aber jemand mit seiner Kondition und/oder Gesundheit zu kämpfen! Besonders Pete machte einen alles andere als frischen Eindruck, fiel er doch ein paar Mal sogar rücklings um, als er sich zu Fuße des Drumracks hinsetzen wollte. Auch seine Weinflasche blieb bis auf zwei kleine Schlucke den gesamten Auftritt über unangerührt und zum Verlassen der Halle konnte man ihn immer regelrecht nach Luft schnappen sehen! So verwunderte es auch nicht, dass er sich nach der nächsten Pause schon fast die Treppe zur Bühne hinaufziehen musste, doch anscheinend wollte die Band hier so einiges wieder gutmachen, was man in Hamburg (aus angeblich gesundheitlichen Gründen – Pete soll eine Lebensmittelvergiftung gehabt haben) nicht geschafft hatte.
Es folgten die obligatorischen Hits zum Schluß: Nach „Love you to Death“ ertönte „Christian Woman“ und dann kam… eine weitere Pause! Noch einmal verschwanden Type O aus der Halle, diesmal für beinahe 10 Minuten, in denen sich so einige Bandmitglieder aber anscheinend langweilten. Zu von der Band aufgenommenen „Buuuh“-Rufen aus den Lautsprechern kam ein sichtlich glücklicher John Kelly mit einer Videokamera auf die Bühne und animierte das Publikum zu lautem Feiern der Band und den üblichen „You suck“- und „Fuck you“-Rufen. Zur gleichen Zeit dachte sich ein anscheinend unter halluzinogenen Substanzen stehender Josh Silver, dass es doch auch mal interessant sei, sich das Geschehen aus der Perspektive des Publikums anzusehen und mogelte sich in das Auditorium vor der Bühne. Gelassen und fast schon gelangweilt ließ er sich dort mit einigen Fans fotografieren, guckte immer wieder zur Bühne und wäre fast noch weiter in die Halle geschlurft, wenn ihn einer der Roadies nicht wieder hinter die Bühne gezerrt hätte.
So bekam die Columbiahalle zum Schluß schließlich doch noch „Black No. 1“ zu hören. Der Band wurde dies mit frenetischem Applaus gedankt und diese feuerte ihrerseits alles ins Publikum, was auf der Bühne nicht niet- und nagelfest war: Drumsticks, Plecks, ein Drumfell, Wasserflaschen, Petes Weinflasche etc. Besonders Pete war sichtlich erleichtert, dass der Auftritt zu aller Zufriedenheit verlaufen war und wahrscheinlich auch, dass er endlich vorbei war. In einem letzten Anflug von Schabernack füllte er einen Rest Rotwein in den für die gekühlten Wasserflaschen bereitgestellten Plastikbehälter, stülpte sich diesen über den Kopf und verschwand so winkend von der Bühne.
Absolut zufrieden und vor allem unglaublich amüsiert strömten wir nun mit dem Volk aus der Halle hinaus und stellten einvernehmlich fest, dass Type O immer noch großartige Musiker und Entertainer sind – und dass wir nicht sicher sind, wie lange Pete Steele noch leben wird.



geschrieben am 13.07.2007   von Gorlokk
(NEU!!!!)Über den Artikel diskutieren:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:

musikalischer Background des Verfassers
Prog Rock/Metal, Post Rock/Metal/Hardcore, Djent, Swedish/Melodic Death, Folklore/Neofolk, Black Metal, Neo-Thrash, Pagan Metal, Düster-Rock u.v.m.
X   Aktuelle Top6
1. Soilwork "The Living Infinite"
2. Killswitch Engage "Disarm The Descent"
3. Wardruna "Yggdrasil"
4. Hexvessel "Iron Marsh"
5. Amenra "Mass V"
6. Steak Number Eight "The Hutch"
X   Alltime-Klassix Top6
1. In Flames "Reroute To Remain"
2. Anathema "The Silent Enigma"
3. Porcupine Tree "Fear Of A Blank Planet"
4. Trivium "Shogun"
5. Tori Amos "Little Earthquakes"
6. Katatonia "Last Fair Deal Gone Down"

[ Seit dem 13.07.07 wurde der Artikel 5029 mal gelesen ]
Einloggen bei myGlory
  Benutzername:
  Passwort:
Auto-Login
  Noch kein Account?! Anmelden!
Die aktuelle Umfrage:
Welchen Metal-Stil favorisierst Du?
  Black Metal
  Death Metal
  Gothic (Metal)
  Doom Metal
  Hard Rock
  Hauptsache Core
  Nu Metal
  Power Metal
  Progressive (Metal)
  Thrash Metal
Um selbst abzustimmen bitte einloggen!
Die neuesten Reviews:
The Philly Kid Never Back Down
Arbitrage Macht ist das beste Alibi
David Bowie Zeit! 77–79
Judas Priest Epitaph
Anvil Hope in Hell
The Order Of Chaos Sexwitch
Derdian Limbo
Savior from Anger Age of Decadence
Skadika Frozen Legends
Coal & Crayon World Asleep
Die neuesten Interviews:
F41.0 - 17.04.2013
Stratovarius - 15.04.2013
Matt "Gonzo" Röhr - 09.04.2013
In Division - 02.04.2013
TimeMage - 20.03.2013
Die neuesten Artikel:
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
Metalforum Osthessen e.V. sucht Bands für Konzerte - 26.10.2010
Verlosung - 26.10.2010
KONZERTERLEBNISSE - 12.08.2010
Peter Steele - ein Rückblick auf sein musikalisches Vermächtnis - 21.04.2010
Die neuesten Live-Berichte:
Spock´s Beard - European Tour 2013 - 23.05.2013
22. Wave - Gotik - Treffen - 23.05.2013
Vorbericht: HiRock Festival mit Whitesnake, Journey, Toto, Europe, Survivor uvm. - 22.05.2013
Die neuesten Live-Vorberichte:
Vorbericht: Metal Hammer Paradise 2013 - 22.05.2013
Vorbericht: ELB - RIOT 2013 - 26.04.2013
Vorbericht: X Open Air Rockfest 2013 - 19.04.2013
Die neuesten Galerien:
Stratovarius im Rosenhof, Osnabrück - 15.04.2013
Matt " Gonzo " Röhr -Osnabrück- 2013 - 01.04.2013
Joe Bonamassa - Hannover 2013 - 16.03.2013
Die neuesten Links:
Second Roses Online Shop Frankfurt
Morgzine - An Independent Brutal Death/grind Fanzi
Deadwebzine - Extreme Metal Guide And Metal Web Pr
All Metal Lyrics
All Metal Videos

© 2004 Metalglory.de - Alle Rechte vorbehalten   |   Haftungsausschluss   |   Impressum   |   Statistiken   |   Werbung   |   Version 5.1.8