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Amorphis, Swallow The Sun, Insomnium in Hannover, Musikzentrum am 13.11.2007
Galerie Amorphis, Swallow The Sun, Insomnium zum Livereview anschauen!

Ein Abend in finnischer Hand für knapp 350 Personen im Musikzentrum Hannover. Etwas kalt zu Anfang, aber wie herrlich das doch ist, dass Niedersachsen es endlich geschafft hat ein Rauchverbot zu verhängen. Ein wahrer Genuss, ein Konzert ohne Qualm und stinkende Klamotten zu genießen (endlich wurden meine Gebete erhört!).

Insomnium (http://www.insomnium.net) begannen pünktlich um 21 Uhr. Der „härtere“ Death Doom Metal hat in den ersten Minuten für staunende Gesichter gesorgt. Es hatte den Anschein, dass viele sich nicht bewusst waren, wie diese Jungs klingen. Die melodischen Gitarren und die Growls passten einfach in den heutigen Abend für die Faust aufs Auge. Dies schien auch nicht nur die vordere Reihe so zu sehen. Der tobende Beifall (echt, eine super Stimmung) bei Tracks wie „Mortal share“, „Drawn to black“ oder „Devoid of caring“ und „The Elder“ war nicht zu überhören. Die Band hatte ebenfalls sichtlich Spaß und bot wirklich eine perfekte und coole Performance. Sehr amüsant und respektvoll waren die Deutschkenntnisse des Shouters NIILO SEVÄNEN. Auch wenn es natürlich hier und da an der Aussprache etwas „lustig“ klang, so ist es herrlich zu hören und sehen, dass sich ein Finne derart bemüht mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Ein überaus gelungener und tatsächlich abgefeierter knapp 40-minütiger Auftritt mit lautstarken Zugaberufen.


Swallow the Sun (http://www.swallowthesun.net), die bereits im April im Musikzentrum bei mir gepunktet haben, legten gegen 22 Uhr nach einem kurzen Intro mit dem Titeltrack des aktuellen Werkes los. Sofort war klar, dass hier nun einen Gang runter geschaltet wurde. Der Gothic Einfluss war zwar nicht für jeden des heutigen Abends das Highlight, aber die Jungs zogen ihr Ding durch und dies allemal souverän. Vor allem der Basser und der Wechselgesang von Mikko zwischen growl und clean passten hervorragend. Die Keyboards waren nun, nachdem diese bei Insomnium eher viel zu leise waren, deutlich zu hören und überhaupt schien der Sound etwas besser zu sein, als es noch bei Insomnium der Fall gewesen ist. Übrigens Aleksi war derjenige, der bei Insomnium bei einigen der Tracks an den Keys ausgeholfen hat, und dieser Typ hat allemal das Posing drauf. Die Songslist (u.a. „Descending Winters“, „Out of this Gloomy Light“, „Don´t fall asleep“, „The Ship“) der rock-darken Finnen konnte sich sehen und hören lassen, auch wenn natürlich die „längeren“ Tracks an heutigem Abend nicht so sehr passten. Doch bei „These Hours of Despair“ war kaum ein halten in den ersten Reihen. Der Song killt eben fast jeden und gehört allemal zu jedem Auftritt dieser Truppe. Etwas langatmige Show, aber trotzdem mit fast 50 Minuten ein gelungener Auftritt, der jedoch leider beim Publikum nicht die Begeisterung hervorgerufen hat, die es bei Insomnium gegeben hat. Für mich gab es trotzdem ein ein Resümee: Zwei gute Vorbereiter für den Hauptact und somit „Value for money“ erfüllt.


Amorphis (http://www.amorphis.net), die schon etwas länger nicht mehr in Hannover aufgetreten sind, haben das Publikum mit einer etwas längeren Umbaupause warten lassen. Doch egal, nun war der Laden so gut wie voll und das „düster-bedrohliche“ Intro läutete das Highlight des Abends ein. Tomis Mähne ist allemal sehenswert und er weiß es diese auch einzusetzen, diese Erkenntnis dürfte auch nicht den weiblichen Fans aufgefallen sein. Na ja, und über die Stimmgewalt muss ich kein Wort verlieren, der Mann ist wirklich ein Hauptgewinn für diese finnische Formation. Die Jungs hatten zwar anfangs sichtlich Spaß, aber in einigen Momenten hatte ich den Eindruck, als ob sie sich irgendwie Müde gespielt hätten. Obwohl noch lange nicht Schluss war. Sie wirkten zwischendurch zu kühl und irgendwie „gezwungen“, mit Ausnahme von Tomi. Dies legte sich, als der Song „Into Hiding“ vom sog. Breakthrough-Album „Tales from…“ angekündigt und allemal genial performt wurde. Der Hammer. Zumal man schon etwas lange warten musste, bis ein Track des aktuellen Werks vorgestellt wurde. Trotzdem, es passte vieles zusammen und die Menge tobte. Tracklist der Abräumer des Abends „Leaves Scar“, „The Smoke“, „On Rich & Poor“, „Into Hiding“, “Weaving the Incantation”, “Against Widows“, „Silent Waters“, „Sign from the North Side”, “Alone”, “My Kantele”, “The Castaway”, “Towards and Against”, “House of Sleep” und “Black Winter Day”!

Doch nun will ich meinen Bericht nicht nur aus meiner persönlichen Sicht stehen lassen und möchte einige Fans und Kollegen zu Wort kommen lassen.

Björn meint, ganz easy zum Abend: „OBERTITTENAFFENGOIL!!!!!!!!!!!!!“


Chris dagegen widerspricht nicht und meint: „Insomnium haben selbst mir als „Nichtgrunzer“ sehr gut gefallen. Souveräne Bühnenpräsenz, starke und abwechslungsreiche Songs mit viel Ideen und Liebe zum Detail - das war klasse. Swallow The Sun konnte zunächst vordergründig überzeugen. Riskierte man aber einen zweiten Blick, entpuppten sie sich meines Erachtens über die Dauer ihrer gesamten Spielzeit als zweitklassige Tiamat Kopie; Tiamat zu Wildhoney-Zeiten. Belanglos. Amorphis waren absolut überragend. Die Band rockte sehr geil, und der inzwischen ja nicht mehr ganz so neue Frontmann agierte sicher und mitreißend. Stimmlich ist er so wieso bärenstark. Als Fan der Alben aus der Pasi Koskinen Ära hätte ich mir gern noch einen Song mehr von der "Am Universum" gewünscht. Zum Beispiel "Godess (of the sad man)". Oder hab ich den verpennt? Alles in allem kann man Björn aber durchaus zustimmen!“

und der Arne meint: „…ich schließe mich da Chris´ Meinung an; Insomnium hat mich total vom Hocker gerissen. Da hat mir mein lieber Kumpel Zwiebel von Lunarsphere echt mal nen guten Tipp gegeben. Diese Band bestätigt mal wieder meine Meinung, dass Skandinavien einfach eine schier unerschöpfliche Talentschmiede für düstere Stromgitarrenklänge ist. Herrlich diese mitreißenden Gänsehaut-Melodien. Für mich der ideale Opener für Amorphis. Die hätten echt noch ein bisschen länger auf der Bühne bleiben können. Dafür hätte man die Spielzeit von Swallow The Sun ruhig kürzen können, da die spätestens nach der Hälfte ihres Sets doch etwas langweilig wurden. Der Name Tiamat kursierte auch bei meinen Leuten als Vergleich, mir kam aber auch immer wieder Hausnummern wie My Dying Bride in den Sinn, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich auch schon das eine oder andere Bierchen intus... … und an Amorphis hatte ich so gar keine Erwartungen geknüpft, da mein aktuellstes Album von denen "Tales from the thousand lakes" ist und das hat ja schon einige Jahre aufm Buckel. Umso begeisterter war ich von der Show. Dieser Fronter ist echt ne Wucht! Jedenfalls hab ich beschlossen, mich auch mal um die aktuelleren Releases zu bemühen. Obwohl ich ja ca. 90% der Songs nicht kannte, gingen die sofort ins Blut und animierten zum Haare schütteln. Und das schafft bei mir nicht jede Band! Herausragende Leistung einer sehr versierten Combo oder wie es Borge schon so treffend in seinen "Ausführungen" formulierte: OBERTITTENAFFENGOIL!..."


Mein Fazit: Genialer Abend, bei dem sowohl der Preis des Konzertes als auch die Performance stimmten. Was will man also mehr?
Der Sound hätte bei Insomnium etwas besser sein können, aber man kann ja nicht alles haben. Na ja, und Rauchverbot in der Halle: beide Daumen hoch!

Mein Dank geht an Jan (SSW) und Emilio (Scum Club). Bis zum nächsten Mal.



geschrieben am 19.11.2007   von Arturek
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