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Savage Republic, Hermelin in Hannover, Mephisto am 28.01.2008
Galerie Savage Republic, Hermelin zum Livereview anschauen!

Ohne jegliche Vorstellung bzw. Erwartung bin ich an diese Show „geraten“. Okay, ein wenig Info schadet ja nie, daher habe ich zuvor die obligatorischen Webseiten angeklickt. Savage Republic, die als die amerikanischen Einstürzende Neubauten gehandelt wurden und als Legende bezeichnet werden, haben den langen Weg mit einer enormen Verspätung aus Lyon in das Mephisto (http://www.faustev.de/faust/) in Hannover gefunden. Doch nicht nur diese Verspätung war an diesem Abend etwas problematisch, auch die zahlkräftigen Fans ließen auf sich warten. Dies war wohl auch einer der Gründe, warum der Support Hermelin aus Hannover eine Stunde später angefangen haben. Doch wirklich mehr Publikum wurde es gegen 22 Uhr auch nicht. Gut geschätzte 35 Personen inkl. der eigenen Bandmember, deren Freunden sowie Bedienung. Schade eigentlich, denn der Abend hatte es durchaus in sich. Nicht nur der Sound dieser kleinen Bühne und dem etwas schrägen Laden hatte mich positiv überrascht, auch die Spielfreude und konzentrierte Art und Weise der beiden Bands war echt cool.

Die Post-Rock Band Hermelin (http://www.hermelinband.de) verfolgt ein Konzept á la Isis, Neurosis, Cult of Luna, Mogwai, Shape of Despair und Tephra, auch wenn die (sehr jungen) Hannoveraner vollkommen auf den Gesang verzichten. Ich hätte mir doch ab und an einen etwas rauen Gesang gewünscht. Schließlich bleibt hier die Gefahr, bei den eher sehr langen prog-psychedelic Songs in die Langeweile zu geraten, jedoch haben die Jungs es tatsächlich geschafft mich - und ich denke einige weitere Personen im Publikum- für 45 Minuten zu fesseln. Auch wenn sie sehr jung sind und daher wie Tokio Hotel auf Speed wirken, so war das allemal eine wirklich gute Leistung. Diese Jungs muss ich einfach im Auge behalten, mal sehen was da noch so von denen kommen mag.


Savage Republic (www.myspace.com/savagerepublic) brauchten dann noch ein paar Minuten, um auf der winzigen Bühne einiges umzubauen und ohne echten Soundcheck loszulegen. 18 Jahre nach ihrem letzten Album haben sich die Jungs aus Los Angeles aufgerafft etwas Neues einzuspielen. „1938“ heißt das Ergebnis aus dem Jahr 2007, was sie nun auf ihrer Europatour vorstellen. Auch wenn sie als Industrial-Punk-Pioniere in den 80ern bezeichnet wurden, so klingt deren Sound heutzutage trotzdem (noch) zeitgemäß.

Aus heutiger Sicht könnte man Vergleiche ziehen und sagen, es klingt doch wie Neurosis, Mogwai und The Cure zusammen. Ja, der Einfluss von Bands wie Joy Devision, The Cure oder eben Neurosis und auch Einstürzende Neubauten lässt sich nicht leugnen, aber ob es bei diesen Pionieren wirklich passend wäre so etwas zu erwähnen, bleibt denke ich außer Frage.

Diese doomige Aura, der Industrial-Touch und dieses gewisse Etwas inkl. der herunter gestimmten Gitarren und dem fiesen, punkigen Gesang war an der Tagesordnung, auch wenn es anfangs einige Soundprobleme gegeben hat. Vor allen Dingen haben es mir die zwei Bassgitarren als auch das Schlagzeugspiel angetan. Die Jungs haben je nach Lust und Laune auch mal die Instrumente gewechselt, ausgenommen des Schlagzeugers. Man merkte schnell, hier ist eine eingespielte Truppe im Gange. Selbst die kleine Bühne hat den Amis nicht viel ausgemacht, so hat Thom (bass/guit/voc) es gern vorgezogen im „Publikum“ vor der Bühne mit seinem Bass zu verweilen. Ethan (guit/voc/ uvm) musste ja sowieso für den „Fabrik-Sound“ am Ölfass runter von der Bühne.

Auch wenn es zu lesen gibt, dass Savage Republic als die amerikanischen Einstürzende Neubauten gelten, so kann ich dem nicht voll zustimmen, aber für damalige 80er-Jahre-Verhältnisse war diese Zuordnung bestimmt sinnvoll. Mich hat die Band allemal überzeugt, weil sie wirklich eingespielt wirkten und es einem deutlich zeigen, dass sie genau wissen was sie tun. Zumal mir der doomige, nennen wir es mal wieder schubladengerecht „Post Industrial Noise Sound“ auch zusagt. Die Vorstellung war cool, rau und eben genretypisch (80ies like!), was will man mehr. Einfacher ausgedrückt: eine sehens- und hörenswerte Show!

Das ist ein Musikerlebnis, der nur noch im Hintergrund mit Bildern bereichert werden kann, dies gilt sowohl für Hermelin als auch für die Amis von Savage Republic. Nur dies und die wenigen Zuschauer können an diesem Abend in Hannover bemängelt werden.


Mein Dank geht an Olaf von Wings of Destiny!

Bilder gibt es wie immer in der Galerie.




geschrieben am 30.01.2008   von Arturek
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