Music X Treme Festival Mit Illdisposed, Equilibrium, Dark Fortress, Negator, Downscape Und Lyfthrasyr in Hanau, Halle 2 am 29.03.2008
Das ist wieder mal so ein Abend, an dem ich mir wünsche, dass ich an mindestens drei verschiedenen Orten gleichzeitig sein könnte. In Fulda spielen meine alten Bekannten von COPPELIUS, in Schlüchtern vier Nachwuchsbands und in Lichtenfels toben seit gestern die Wikinger beim Ragnarök-Festival über die Bühne. Die Wahl fällt letzten Endes auf das MusicXtreme-Festival in Hanau, das vom Billing her einiges verspricht. Als ich um kurz nach sieben Uhr mit einem Kumpel an der direkt am Hafen gelegenen Halle 2 ankomme, haben LYFTHRASYR ihren Auftritt bereits begonnen. Die Vier aus Karlsruhe spielen melodischen Black Metal/Death Metal und haben bereits zwei Alben am Start. Bei Songs wie „Rage Towards Apathy“ und „Ventures And Values" fühle ich mich phasenweise an DIMMU BORGIR erinnert. Sphärische Keyboard-Intros oder -zwischenspiele wechseln mit aggressiven Parts, was live für die entsprechend morbide Stimmung sorgt. Dem zu diesem frühen Zeitpunkt spärlichen Publikum hat es gefallen, denn LYFTHRASYR werden mit Applaus verabschiedet.
Mittlerweile ist es acht Uhr und die Halle füllt sich zusehends. Davon profitieren DOWNSCAPE, die einzige Band ohne Plattenvertrag heute Abend. Das Quintett aus Münster kann mit Death Metal bei den Zuschauern punkten. Songs wie „Demise“ sind grossteils im Midtempo angesiedelt, aber hin und wieder werden sie mit Rock’n’Roll-Elementen („When I’m Dead“) aufgepeppt. Ausser den beiden Headlinern hat jede andere Band zwischen 35 und 45 Minuten Zeit. DOWNSCAPE haben diese Zeit gut zur Eigenwerbung genutzt.
Black Metal ohne Corpsepaint, kann das funktionieren? Aber ja, und wie! NEGATOR sind dafür der lebende Beweis. Die Hamburger schleudern rohen, ursprünglichen Black Metal in die ca. 300 Anwesenden. Sänger Nachtgarm keift sich zu älteren Nummern wie „Der Infanterist“ und „Katharsis“ die Seele aus dem Leib. Das Schlagzeug rast, die Gitarren kreischen und die Fans gehen bei „Die eherne Replik“ und „Eisen wider Siechtum“ nochmal richtig mit. Starker Auftritt!
Frisch gestärkt durch ein Baguette und mehrere Bierchen ist es Zeit, sich mit DARK FORTRESS auseinanderzusetzen. Nicht erst seit dem aktuellen Album „Eidolon“ werden sie in der Black Metal-Szene hoch gehandelt. Diesen Eindruck können sie heute Abend jederzeit bestätigen. Egal, ob man das schleppende „Baphomet“ oder das epische „No Longer Human“ betrachtet, die Wechsel von langsamen und groovigen zu schnellen Parts erzeugen live eine ähnliche Atmosphäre wie auf CD. Das ältere „Insomnia“ wird nicht weniger bejubelt als die neuen Tracks. Leider reicht die Zeit nicht mehr für eine Zugabe.
Was nun folgt, dürften ebenso wie ich die meisten als den Höhepunkt des Festivals empfunden haben. EQUILIBRIUM räumen in den nächsten 60 Minuten mit Pagan Metal vom Feinsten auf breiter Front ab. Das letzte Album „Turis Fratyr“ (2005) kommt fast komplett zum Einsatz. Von Anfang an ist viel Bewegung vor der Bühne, was bei Abgeh-Songs wie „Der Sturm“, „Nordheim“ oder „Unter der Eiche“ niemanden verwundern sollte. Schnelle Gitarren, hämmernde Drums und erhabene Keyboards bestimmen fortan die Szenerie, so dass es spätestens bei der Hymne „Met“ kaum noch ein Halten im Publikum gibt. Einen neuen Track namens „Wurzelbert“ gibt es dann auch noch zu bestaunen. Das epische „Wingthors Hammer“ setzt den leider viel zu frühen Schlusspunkt unter einen sehr guten Gig. Für den Sommer ist das neue Album „Sagas“ angekündigt. Man darf gespannt sein.
Von ILLDISPOSED habe ich zu vorgerückter Stunde nur noch die ersten beiden Songs mitbekommen, da so langsam aber sicher die Heimfahrt ansteht.
Viele Grüße an:
Evelin (MusicXtreme Crew)
geschrieben am 01.04.2008 von Armin
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musikalischer Background des Verfassers Thrash-, Speed-, Death- und Black-Metal, Mittelalter-Mugge
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