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Volbeat, Stuck Mojo in Hamburg, Große Freiheit 36 am 10.10.2008

Schon ist es wieder Oktober, die Tage werden kürzer, der Wind kälter und es ist tatsächlich bereits ein halbes Jahr seit unserem letzten Treffen mit den Jungs von STUCK MOJO vergangen. Wie damals angekündigt, touren die Südstaatler dieser Tage mit den dänischen Überfliegern von VOLBEAT durch Europa. Für uns bedeutete das bei unserer Stippvisite in Hamburg gleich doppeltes Glück, zwei dermaßen gute Live-Bands an einem Abend erleben zu dürfen.

Da der 10.10. ein Freitag war, fand man sich entsprechend früh vor der (ausverkauften) Großen Freiheit ein, um mit pünktlichem Show-Beginn um 19.00 Uhr auch vor Ort zu sein. Dank der an Wochenenden stattfindenden Deppendiscos in der Freiheit muss man nämlich regelmäßig aufmerksam sein, ob Showbeginn nicht eventuell schon am frühen Abend ist, damit die Security auch ja alle Konzertbesucher um spätestens 22.00 Uhr vor die Tür befördern kann. Tolle Politik des Clubs, sich durch zwei Veranstaltungen an einem Abend noch mehr Kohle in die Taschen zu scheffeln und Bands, Veranstalter und Fans mit bescheuerten Show-Zeiten zu nerven.

Nun, wie also leider gewohnt standen um 19.00 Uhr demnach auch schon STUCK MOJO auf der Bühne und zelebrierten 45 Minuten energiegeladenen Metal-Crossover. Die relativ frühe Zeit machte sich bei den Amis noch stark bemerkbar, war die Freiheit bisher doch maximal zu einem Drittel gefüllt. Die rockende Truppe um Mastermind Rich „The Duke“ Ward und Frontrapper Lord Nelson machte das allerdings sichtlich wenig aus. Mit ihrer gewohnten Energie und der Ambition das absolut Beste zu geben, boten die Jungs aus Atlanta einen astreinen Gig mit viel Bewegung, lustigen Ansagen und einem anfangs leider etwas matschigen Sound. Obwohl sich die STUCK MOJO-Fans vor der Bühne deutlich bemerkbar machten und auch einige offensichtliche VOLBEAT-Fans von dem groovenden Aggro-Monster auf der Bühne begeistert waren, kam der Großteil der schon anwesenden VOLBEAT-Fans eher weniger mit der Musik der Herren klar. Man reagierte folglich mit höflichem Desinteresse oder teilweise gar mit Veralberung des Rappers Lord Nelson. Hier merkte man deutlich, dass der inhaltsleere und plakative Deutschrap, sowie die inzwischen lachhafte amerikanische HipHop-Szene deutliche Spuren in der Musiktoleranz vieler Rocker und Metaller hinterlassen hat. STUCK MOJO werden es wohl in Zukunft noch immer etwas schwer haben, die einstmals fruchtbare und kreative Verbindung von HipHop und Metal zumindest hier in Deutschland wieder salonfähig zu machen – zu tief sitzen teilweise die Vorurteile der potentiellen Hörer. Da hilft nur eins: Spielen, spielen, spielen und versuchen, den Leuten das Gegenteil zu beweisen. STUCK MOJO taten an diesem Abend mit Krachern wie „Open Season”, „Metal is dead”, „Rising”, „Southern Pride”, „Twisted”, „Monster”, „Not Promised Tomorrow” und „Raise the Dead Man” sowie einem tollen Auftritt definitiv ihr Möglichstes – wer da noch in der Gegend rumsteht ist selber Schuld.

Inzwischen füllte sich der Zuschauerraum zusehends, so dass die ausverkaufte Freiheit langsam aber sicher Realität wurde. Die während einer etwas längeren Umbaupause erklingenden VOLBEAT-Rufe und die steigende Temperatur verrieten nun endgültig, wer als nächstes die Bühne entern sollte. Nach einer bereits ausverkauften Deutschlandtour im letzten Jahr, einem anstehenden Komplett-Sold-Out auch für diese Tour, sowie diversen Preisen und Chartplatzierungen, stellt man sich wirklich langsam die Frage, wo dieses Vierergespann aus Dänemark noch hin will. Ein Geheimnis des Erfolgs ist vielleicht auch, dass VOLBEAT eine unglaublich bunte Mischung an Fans anzieht. In Hamburg fand man Metaller neben Rockabilly neben Emo neben Alternativem neben Normalo – und alle waren genauso angetan von der melodiösen Mischung aus Metal und Rock’n’Roll, die die Dänen schließlich fast 90 Minuten lang präsentierten. Eingeleitet von klassischen Country-Klängen spielten sich VOLBEAT durch ihre bisherigen Alben einmal querbeet und zurück, was bei einer solch langen Spielzeit und relativ kurzen Songs eine Songdichte ergab, die auch den Verfasser durcheinander kommen ließ. Verallgemeinernd kann man aber sagen, dass natürlich sämtliche Hits der alten und des neuen Albums „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ von der Band abgedeckt, sowie vom Publikum lauthals mitgesungen wurden. Bei VOLBEAT handelt es sich nun mal einfach um Party- und Mitsing-Musik und genau diese Mission wurde von den Hamburgern in der Großen Freiheit anstandslos erfüllt. Obwohl Sänger Michael bedingt durch eine Erkältung nicht bei perfekter Stimme war, versuchte er dieser Tatsache mit reichlich Whiskey Abhilfe zu schaffen und kam gar nicht erst auf die Idee, trotz zunehmender Strapazierung der Stimme, das Konzert früher abzubrechen. So durfte die Große Freiheit anderthalb Stunden Metal’n’Roll zum Abfeiern erleben, der mit etwas schwächelnder Stimme aber viel musikalischem Druck und gutem Sound in das Publikum gefeuert wurde.

Am Ende des Abends waren damit wohl alle zufriedengestellt: Sowohl STUCK MOJO- als auch VOLBEAT-Fans durften zwei klasse Auftritte erleben, VOLBEAT waren noch vor 22.00 Uhr mit ihrem Auftritt fertig und die draußen wartenden Besucher der anschließenden Salsa- oder Dance- oder Was-auch-immer-Disco durften pünktlich in der Freiheit abzappeln…
Für uns war der Abend allerdings noch nicht wirklich zu Ende, denn der Duke stand uns nach dem Auftritt im Interview noch Rede und Antwort zur aktuellen Tour und dem Ende November erscheinenden neuen Album „The Great Revival“. Coming soon @ metalglory.de!





geschrieben am 20.10.2008   von Gorlokk
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