Die erste traurige Nachricht war bereits Wochen vor dem Tourstart bekannt: Christian Death haben diese gesamte Tour als Special Guest für The 69 Eyes und deren Support Mandragora Scream abgesagt. Doch eine erfreuliche Nachricht folgte: Lacrimas Profundere springen kurzerhand als Ersatz ein. Aber die traurigen Nachrichten blieben nicht aus: die Rock´n´Sad-Crew konnte die erste Show in Hamburg doch noch mit gestalten. Dazu kamen noch drei weitere Städte, die davon betroffen waren, dass die süddeutsche Gothicformation auf die schnelle keinen geeigneten Sessionbasser für die Liveshows finden konnte. Diese Tatsache traf nun auch für die Show in Hannover zu. Leider, da ich der Meinung bin, dass nur diese Combo den Abend in Hannover hätte irgendwie retten können.
Den Anfang machten nun die Italiener von Mandragora Scream. Ihre krassen Gegensätze zwischen Industrial, Wave und Goth hatten nicht wirklich den Drang verspüren lassen zu diesen Sounds wirklich mit abzugehen oder eben als sog. krasser Anheizer die Meute aufzurütteln. Irgendwie kam das einem vor, wie ein bunter Salat, der kein richtiges Dressing hat. Wenn schon mal die coolen Gitarrenriffs zu hören waren und diese auf die agilen Drumparts des langhaarigen Typen trafen, schon wurde so einiges durch die deftigen Samples/Keyboardsounds zerstört. Hinzu kam eine eher unpassende Stimme der Frontdame zu diesen vermischten Sounds zwischen Eingängigkeit und Verwirrung hinzu. Unabhängig davon, dass der Sound sowieso zu wünschen übrig ließ. Wirklich, eher absolut nicht mein Fall, was hier für leider ganze 40 Minuten geboten worden ist.
Alles schon mal dagewesen und in doch deutlich besserer Qualität. Aber die Band gab sich allemal Mühe und ließ sich die eher zurückhaltende Stimmung des Publikums nicht anmerken, sondern feierte, bangte und versuchte die Leute mitzureißen. Und sie wurden allemal vom Publikum respektiert.
Nach einer etwas längeren Umbaupause und den Zwischenrufen "69 Eyes, 69 Eyes…" aus dem Publikum, waren die Finnen dann doch noch gegen 21.30 Uhr bereit und fegten mit dem neuen Track „Back in Blood“ los. Anfangs noch voll bei der Sache und rockig, wie eben normalerweise von den Typen gewohnt, so legte sich diese Anfangseuphorie leider ziemlich schnell. Irgendwie lustlos und gezwungen sahen die Aktionen der Goth´n´Roller an diesem Abend aus. Die Stimme von Jyrki 69 gab auch irgendwie hier und da mal nach. Es erweckte den Anschein, dass die Tour der Typen schon etwas länger andauert und sie sich wirklich durchkämpfen müssen. Klar, es war auch der letzte Termin einer ausgiebigen Tournee für das im letzten Jahr erschienene Album, aber gerade beim letzten Date, da gibt es doch meist den gewissen Kick. Da half auch die Ansage von Jyrki 69 nicht viel, dass man den Abend doch genießen solle, da es nicht ganz klar ist, wann The 69 Eyes wieder hierher kommen oder ob sie überhaupt wieder auf der Bühne erscheinen. (Was mag man wohl davon halten? Was kann dieser Hinweis nur bedeuten?)
Erst mit „Gothic Girl“ und vielleicht „The Chair“ kam ein gewisser Funke über und das Publikum ging auch hier etwas mehr ab. Dies traf allerdings nicht für die ersten Reihen zu, die Mädel ganz vorne, gingen, wie so oft bei deren Konzerten, ziemlich gut ab und knipsten so viele Fotos für die Alben zu Hause, wie wohl noch nie. So nahe an der Bühne ihre Stars zu erleben, kommt wohl nicht so oft vor?! Was allerdings schon öfter vorgekommen ist, man hat diese Band oft in viel besserer, agiler und powervoller Show erlebt. Und vor allen Dingen mit einem besseren Sound. Zu breiig, viel zu laut und dröhnend kam dieser an diesem Abend daher. Man merkte nun doch, dass für eine solche Band dieser Laden etwas zu klein oder zumindest die Bühne zu breit ausgefallen ist.
Was bleibt also zum Abschluss? Leider nicht wirklich viel, schließlich habe ich ja mehr traurige als erfreuliche Nachrichten zu vermelden. Doch ich kann diesen Bericht trotzdem mit einer positiven Info abschließen: The 69 Eyes haben das Stück „Wasting the Dawn“ vom gleichnamigen 1999er Album gebracht und dieses allen Fanclub-Mitgliedern, StreatTeam-Anhängern etc. gewidmet. Und ehrlich gesagt, dieses Stück gab es schon seeeeehr lange nicht auf der Setlist dieser Combo, viele Dank Jyrki & Co. dafür.
Danke auch an Living-Concerts, die trotzdem dieses Konzert dem durchaus zahlreich erschienenem Publikum -aus vielen Teilen Niedersachsen- ermöglicht haben. Mehr Konzerthighlights in Hannover @ living-concerts.de.
Setlist THE 69 EYES in Hannover, 08.02.2010
Back in Blood
Never Say Die
The Good, The Bad & The Undead
Dance d`Amour
Lips Of Blood
Gothic Girl
Suspiria Snow White
The Chair
Kiss Me Undead
Wasting The Dawn
Feel Berlin
Hunger
Perfect Skin
Dead Girls Are Easy
Devils
Brandon Lee
Lost Boys
geschrieben am 09.02.2010 von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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