Nachdem die Stoner-Rock-Gemeinde schon im letzten Jahr John Garcia, den Sänger der Desert-Rock-Legende KYUSS aus Palm Desert, Kalifornien unter dem Banner GARCIA Plays KYUSS live erleben konnte, kehrt der Sänger von SLO BURN, UNIDA und HERMANO nun mit 2 weiteren Gründungsmitgliedern, nämlich Nick Oliveri (Bass) und Brant Bjork (Drums) zurück, um gemeinsam mit Bruno Fevery (Gitarre) die alten KYUSS-Klassiker zu performen. Da seit dem KYUSS-Split im Jahre 1995 inzwischen gut 15 Jahre ins Land gezogen sind, waren fast alle Dates der Tour im Vorfeld ausverkauft, so auch in Hamburg.
Als Vorbands fungierten hier die deutschen Stoner-Metaller von BURDEN und die ebenfalls aus Palm Desert stammenden WAXY. Von BURDEN bekamen wir leider nur noch die letzten fünf Minuten mit. Hier hinterließen sie aber einen selbstbewussten Eindruck, vor allem Sänger Thorsten, der nach dem letzten Ton das Mikro auf die Bretter knallte und obercool von der Bühne stratzte. Naja. Nach allem was man von der Band hören kann, dürften Fans von CROWBAR und DOWN aber durchaus Gefallen an den Rheinland Pfälzern finden.
WAXY waren als nächstes an der Reihe und boten eine solide Performance aus kernigem Stoner-Rock und psychedelischen Elementen der 60er/70er-Jahre. Vor allem der kauzige Keyboarder sorgte im Sitzen hinter seinem sehr niedrig aufgestellten Tasteninstrument neben unfreiwilliger Komik auch für das obligatorische Hammondorgel-Flair. Nach 30 Minuten „KYUSS light“ war Schluss und das Original, die Mutter aller Stoner-Rock-Bands wurde mit Spannung erwartet.
Irgendwann war es dann soweit und Garcia betrat stilecht mit Sonnenbrille und Kippe im Maul die Bühne. Ohne Umschweife ging es mit den Openern der drei wichtigsten Platten auch gleich in die Vollen. Furztrocken und humorlos holzten die Jungs die wuchtigen Grooves von „Gardenia“, „Hurricane“ und „Thumb“ in die begeisterte Menge. Vor allem bei letzterem und dem folgenden „One Inch Man“ geriet das Publikum aus dem Häuschen. Der Sound war klar, laut und druckvoll, die Stimme von John zunächst ein wenig quäkig, was sich später aber besserte. Bei der Songauswahl gab es im Großen und Ganzen nichts zu meckern, so beschränkte man sich größtenteils auf bekannte Stücke von „Blues…“, „…Circus…“ und dem großartigen „…Sky Valley“-Album. Zwischen den Songs gab es ab und an mal einen Gras- („Riecht das hier nach…?“) oder Wüstenspruch („War schon mal jemand in der…?“) von Garcia zu hören, alles aber sehr passend, letztlich dem Klischee der Band vollends entsprechend und eigentlich genauso wie man sich das auch gewünscht hatte. Show-Highlights waren auf jeden Fall „Freedom Run“ das vergleichsweise melodische „Whitewater“, das drückende „Asteroid“ und das perfekt zu den schweißtreibenden Temperaturen in der Halle passende „100°“.
Als Zugabe holte man noch „Tangy Zizzle“ und das unvermeidliche Groove-Monster „Green Machine“ raus und verabschiedete sich nach etwa eineinhalb Stunden Spielzeit bei einem sichtlich zufriedenen wie verschwitztem Publikum.
Fazit: Absolut gelungener Auftritt einer legendären Band, der Josh Homme (QUEENS OF THE STONE AGE) nicht wirklich vermissen ließ. An folgenden Terminen gibt es noch mal die Möglichkeit die Truppe zu sehen:
28.06. Hannover, Capitol
29.06. Dresden, Alter Schlachthof
01.07. Esch Alzette (Lux), Rockhal
05.08. Wacken Open Air
Setlist
musikalischer Background des Verfassers 80`s Metal, Old School Thrash, Brutal & Technical Death, Metalcore, Hardcore, Mathcore, Hardrock, Melodic Rock/AOR, Prog-Metal
X Aktuelle Top6
1. Tesla "The Great Radio Controversy"
2. Cannata "Watching the World"
3. Tesla "Mechanical Resonance"
4. Corsair "Corsair"
5. Boulevard "Into the Street"
6. Pride of Lions "Immortal"
X Alltime-Klassix Top6
1. Dio "Holy Diver"
2. Iron Maiden "7th Son of a 7th Son"
3. AC/DC "Flick of the Switch"
4. Black Sabbath "Heaven and Hell"
5. Entombed "Clandestine"
6. Sentenced "Crimson"
[ Seit dem 20.03.11 wurde der Artikel 4059 mal gelesen ]