Live dabei gewesen und den Bericht verfasst hat AndreasH!
Zwei Tage nach den „Big Four“ in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen schickte sich Dave Mustaine und Bandkollegen an, uns nun zum dritten Mal in diesem Jahr in unterschiedlicher Besetzung zu beehren: War es im März nun „nur“ (man beachte!) das Package aus Megadeth und Slayer, so war eine Steigerung der Big Four selbstverständlich nicht mehr möglich. Gleichwohl fanden sich in den Docks in Hamburg geschätzte 1.000 Maniacs ein, um Megadave dann als Main Act erneut zu bestaunen.
Ziemlich pünktlich legen MEGADETH los, und mit Spannung erwartet man den gegenüber den nur 50-minütigen „Big Four“ – Set, was Megadeth im Rucksack haben. Der Opener entfällt auch standesgemäß mit „Skin O’ My Teeth“. Die Band scheint gut gelaunt, und genießt sichtlich die Tatsache, dass diese Fans ausschließlich wegen Megadeth da sind. Leider scheint das Mischpult ausgefallen zu sein oder es ist Bier drüber gelaufen – man versteht Daves Vocals maximal erst ab dem dritten Song. Andererseits ist heute auch sicherlich nicht der Tag stimmlicher Glanzleistungen von Megadave. Dafür ist – und das leider fast über das ganze Set – Chris Broderick an der Lead Gitarre zu leise (Soli ausgenommen) gestellt. Auch das Publikum merkt das, und gerade bei „My darkest Hour“ wäre perfekter Sound wichtig gewesen, was sich auch teilweise auf die Stimmung niederschlägt, die hier ansonsten ja kulminiert. Der noch immer miserable Sound fällt bei „Hangar 18“ zwar nicht so sehr ins Gewicht, aber dennoch steigt die Stimmung an.
Bei „Wake Up Dead“ scheinen die Lehrlinge am Mischpult endlich vertrieben zu sein und natürlich hat man sich auch ein wenig an den schlechten Mix gewöhnt. Die erste Überraschung ereilt uns mit „Poison Was the Cure“, bei dem sich „Little Dave“ mal ordentlich austoben darf, und bei „1,320’’“ von Megadeths bisheriges Letztwerk „Endgame“ geht’s dann auch wieder in Höchstgeschwindigkeit und technisch unglaublich versiert zur Sache, so dass man bei Dave und Chris schon feststellen muss, dass diese eine wirklich gute, eingespielte Gitarrenfraktion abgeben und sich keine Kämpfe liefern – auch wenn ein Song über Drag-Car-Racing sicherlich Geschmackssache ist. „She-Wolf“ widmet Dave mit einer netten Ansprache dem weiblichen Geschlecht, bevor mit „Sweating Bullets“ und dem anschließenden „Trust“ mal wieder etwas Verschnaufpause angesagt ist. Welche vom Publikum trotzdem honoriert werden, wie auch der vom „Endgame“ stammende Track „How the Story Ends“, welcher übrigens ziemlich gut und satt rüberkommt.
Mittlerweile haben Megadeth auch sichtbar Gefallen an dem kleineren Veranstaltungsort gefunden, so dass auch der ein oder andere Spruch über die Big Four - Tour latent zweideutig erscheint, aber die Band ist langsam blendend drauf und erlaubt sich auch, ein offenbar im Publikum weniger bekanntes „Angry Again“ von den „Hidden Treasures“, ein wirklich fetter Rocker allerdings, zum Besten zu geben. Wer’s kennt, freut sich über die gelungene, fette Überraschung. Umso mehr wird dann „Tornado of Souls“ gefeiert und es ist mir unbegreiflich, warum Megadave diesen Song in jüngster Zeit nicht in sein Programm fest integriert hat! Da mag man sogar den schlampigen Sound der Soli verzeihen, weil man ja weiß, wie geil diese Soli sind…
Bevor mit „Head Crusher“ wieder ein rasend schneller Endgame-Song die Fähigkeiten aller Musiker eindrucksvoll zeigt. Nicht für jeden von größten „Plaisir“, aber dennoch kommt „A tout le Monde“ saugut an, bevor Dave eine ECHTE Überraschung mitgebracht hat: von dem Album, das Megadeth gerade einspielen, wird heute zum erstem Mal überhaupt live ein neuer Song performt: „Public Enemy No. 1“ (siehe hierzu ein Videoclip @ http://www.roadrunnerrecords.de –Quelle) Da muss man sagen: Obergeil! Ein richtig geiler Song, eingängig, hart – da kann man den Veröffentlichungstermin kaum abwarten – mehr davon!
Erwartungsgemäß wird’s bei „Symphony of Destruction“ noch enger als vorher und entsprechend laut mitgefeiert in mittlerweile sehr guter Stimmung. Zu „Peace sells…“ muss man glaube ich nichts mehr sagen, außer, dass uns endlich auch „Vic Rattlehead“ mit seiner Anwesenheit beehrt hat.
Danach verlassen Megadeth einmalig die Bühne, um mit leider nur einer Zugabe – natürlich „Holy Wars… The Punishment Due“ – allen in Punkto Geschwindigkeit und Technik eine große Lehrstunde zu erteilen. Dem Metaller gefällt’s, auch wenn leider nichts von der „Killing Is My Business….“ und der „United Abominations“ dabei war, aber es rundet ein – wenn man den teilweise arg schlechten Mix abzieht – ordentliches, wenn auch nicht überragendes Megadeth-Konzert ab.
Mit Blick auf den neuen Song können wir – nach der US-Tour der Band – uns sicherlich auf einen Brecher spätestens in 2012 freuen!
Setliste MEGADETH in Hamburg, Docks am 4.7.11 (ohne Gewähr)
1. Skin O' My Teeth
2. In My Darkest Hour
3. Hangar 18
4. Wake Up Dead
5. Poison Was the Cure
6. 1,320'
7. She-Wolf
8. Sweating Bullets
9. Trust
10. How the Story Ends
11. Angry Again
12. Tornado of Souls
13. Head Crusher
14. A Tout Le Monde
15. Public Enemy No. 1 (Welt Premiere)
16. Symphony of Destruction
17. Peace Sells
18. Holy Wars... The Punishment Due
Live dabei gewesen und den Bericht verfasst hat AndreasH.
geschrieben am 07.07.2011 von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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