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Yellowcard, Saves The Day, The Wonder Years in Hamburg, Knust am 10.12.2011

















An einem lausig kalten Dezemberabend ließen es sich hunderte Poppunkhungrige nicht nehmen, den Weg ins Hamburger Knust anzutreten, um die Band, die vor rund 5 Jahren mit ihrem Album „Lights and Sounds“ ihren kommerziell größten Erfolg feierte, in Augen- und Ohrenschein zu nehmen. Die einstige Majorband, die mit dem Einsatz einer Violine eine Sonderstellung im Poppunk-Genre einnimmt, hatte das neue Album „When you`re through thinking, say yes“ im Gepäck. Angesichts der Tatsache, dass das vorletzte Album „Paper Walls“ bereits 2007 erschienen ist und man vom Majorlabel Capitol Records inzwischen zum Indielabel Hopeless gewechselt ist, war es schon ein wenig erstaunlich, dass die Band noch immer eine zahlreiche Anhängerschaft vorweisen kann.

Als Anheizer dienten aber zunächst die nach Ansicht des Verfassers augenblicklich stärkste Genreband, nämlich die großartigen THE WONDER YEARS aus Philadelphia, Pennsylvania. Leider war es mir vergönnt, den kompletten Auftritt der Band zu verfolgen, lediglich die letzten drei Songs konnte man noch begutachten. Die bärtige (angeklebt?) Bande spielte mit ihren drei Gitarristen aber leidenschaftlich auf und präsentierte ihre eingängigen Poppunk-Hymnen, die mitunter von vier Bandmitgliedern vocaltechnisch vorgetragen wurden voller Inbrunst und Überzeugung. Den Jungs, die mehrheitlich früher schon einmal unter dem Namen THE PREMIER firmierten war die Erfahrung durchaus anzumerken, sodass man der Band durchaus den Stempel „Poppunk für Erwachsene“ anheften kann.

Danach wurde es dann noch deutlich klassischer: Chris Conley und seine Band SAVES THE DAY aus Princeton, New Jersey genießen im melodischen Punkrock-Bereich nicht zu Unrecht Kultstatus. Die einzigartige (hohe) Stimme des Sängers und die melancholisch-groovenden Kompositionen haben die Band in der Szene bekannt gemacht. Und auch heute Abend wird man Zeuge eines bestens aufgelegten Chris Conley, dessen Stimme unglaublich gut („Freakish“!...) rüber kommt, genauso wie der Gesamtsound der Band tight und sauber von der Bühne perlt. Auch wenn offensichtlich viele der (jüngeren) YELLOWCARD-Fans nichts mit SAVES THE DAY anfangen können, Songs wie „Firefly“ (Opener), „Shoulder to the wheel“, „Third Engine“, „Holly Hox, forget me nots “ oder auch „Anywhere with you“ sind einfach erstklassige Hits mit Wohlfühlgarantie. Natürlich wurden auch einige Stücke des „Daybreak“-Albums gespielt, die bei mir zumindest einen deutlich besseren Eindruck hinterließen, als es die letzten beiden Alben insgesamt getan haben. Das großartige „At your funeral“ setzte dann den Schlusspunkt und schürte die Vorfreude des überwiegend jungen Publikums auf den Headliner. Schade, dass SAVES THE DAY offenbar keine Stücke mehr vom Debut-Album spielen.

Und es sollte tatsächlich noch besser werden. YELLOWCARD boten eine beeindruckende Show, gespickt mit reichlich Hits („Way away“, „Breathing“, „Shrink the world“, „Light up the sky“...) aber auch einigen Songs, die meiner Ansicht nach als eher unspektakulär durchgehen, aber jeder dürfte da seine individuellen Vorlieben haben, was die Songauswahl betrifft. Auffällig war, dass viel vom gelungenen neuen Album („u.a. „With you around“, „Soundtrack“) gespielt wurde. Das Publikum sang jedenfalls bei fast jedem Song nahezu jede Zeile mit, klatschte, tobte und feierte eine Band, die alle Register eines professionellen Auftritts zog. Für meinen Geschmack wirkte Sänger Ryan Key zwar lange Zeit etwas unterkühlt, geradezu schüchtern, was sich im Laufe des Konzertes aber besserte. Auch die barhockende Akustikversion von „Sing for me“ gegen Ende war souverän. Aber da war ja noch ein Sean Mackin, der mit seinem Dauergrinsen und seiner Violinenperformance immer ein Garant für gute Stimmung ist. Vielleicht läßt es Ryan Key auch deswegen mitunter etwas ernster angehen. Mit den Titelsongs der beiden Erfolgsalben „Lights and Sounds“ und „Ocean Avenue“ verabschiedete man sich und stellte die anstehenden Performances bei Rock am Ring und Rock im Park im Sommer 2012 in Aussicht. Nach diesem überzeugenden Auftritt dürfte dieser Einladung möglicherweise der ein oder andere folgen.

Fazit: Drei durchaus unterschiedliche Bands, die für mich zusammen aber sehr gut zusammen funktioniert haben. Allesamt sehens- und hörenswerte Auftritte dreier sehr guter Bands.








geschrieben am 03.01.2012   von Schneider
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