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Statistik für November 2012
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Statistik und Mediadaten



 
 
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Reload Festival 2012 in Sulingen am 15.-17.06.2012
Galerie Reload Festival 2012 zum Livereview anschauen!


Mitte Juni wurde nun das Reload-Festival in diesem Jahr „angepfiffen“. Und so bunt das Line-Up auf dem Papier ausgesehen hat, so bunt war auch das Publikum als auch das Wetter. Vom Regenguss über strahlenden Sonnenschein bis hin zu kalten Nächten und heißen Mittagspausen. Die Bands rockten wie sau, die vorderen Reihen an der Bühne waren meist sehr gut besucht womit ein „Circle-Pit“ oder die „Wall-Of-Death“ keine Ausnahmen waren.
Gleich Vorweg möchte ich erwähnt haben, dass die Veranstalter diesmal schon am Donnerstagabend für die ersten Festivalbesucher ein Rahmenprogramm angeboten haben mit u.a. dem Auftritt von Wirtz. Zudem gab es noch ein Riesenzelt für einen nächtlichen Discoabend am Samstag mit Die Kassierer und Evil Jared. Zudem konnte man am Freitag und Samstag direkt neben der großen Bühne einen Bungee-Sprung wagen.
Was jedoch auch dieses Jahr fehlte, waren weitere Merchandisestände (Metalmarkt o.ä.). Lediglich den offiziellen Festivalstand als auch T-Shirts der vertreten Bands konnte man erwerben. Von CD-, Vinyl-, DVD-Ständen usw. keine Spur. So war man doch eher gezwungen sich zwischen den Umbaupausen ausschließlich an den zahlreichen Bierständen/Fressbuden zu vergnügen.



Positiv anzumerken wäre noch auf jeden Fall die große Leinwand, die jedem einen Blick ermöglichte die Bands Nähe zu betrachten. Sicherlich ist diese dem EM-Spiel von Deutschland zu verdanken, aber die Veranstalter sollten vielleicht daran denken dieses nun jedes Jahre aufzustellen. Auch bei der Größe des Festivals ist es durchaus angenehm mal darauf zu schauen.

Freitag hat sich Lutz de P. unter die Meute des Festivals gemischt und folgende Bands angetan: Dog Eat Dog haben versucht die guten alten Zeiten aufzuleben und sie haben es auch geschafft. Ihre gute halbe Stunde Spielzeit konnten sie hervorragend nutzen. Was überraschte war die Tatsache, dass sehr viele junge Leute vor der Bühne auf diese Combo gespannt waren. Ugly Kid Joe (sicherlich eine der Überraschunegna uf dem Festival), die ebenfalls lediglich Anfang der 1990er ein paar Hits hatten und eher als „One-Hit-Wonder“ zu bezeichnen wären, haben ihre Show auch gut umsetzen können. Auch wenn ihre „Hits“ wie u.a. „Neighbor“, „Everything About You“ oder der Megahit-Coversong „Cats in the Cradle“ heute eine etwas andere Wirkung haben als damals, so kam es soundtechnisch gut und eben unterhaltsam. Walls Of Jericho; tja, wie jeder weiß, eine saucoole „Frontsau“ die Candace, die allemal die Wörter „Fucking“ und „Circle-Pit“ mit der Milchflasche aufgesaugt hat. Voll in die Fresse-Mucke, die so gut wie bei jedem Song einen Slayer-Riff beinhaltet. Was will man bei einem Festival mitten in der Menge schon mehr? Es ging eben voll ab, passend zum Reload allemal.



August Burns Red überzeugten zwar auf der Bühne und bewegten sich wie ein Arbeitstier auf der Bühne, aber es waren eher weniger Fans vor der Bühne vertreten als bei Candace und co. Ob es nun an den FlipFlops vom Gitarristen gelegen haben mag oder der bunten Kleidung mag ich nicht urteilen, aber ihr Mix aus Math-Core und Nu Metal war auch fragwürdig. Biohazard: man hatte nur die Befürchtung, dass der Weggang von Evan nicht wirklich nachbesetzt werden könnte. Doch weit gefehlt, Scott macht seinen Job, wie er sein. Zwar fehlt einen irgendwie die Ausstrahlung eines Evan auf der Bühne, aber ein Bobby und Billy sind ebenfalls auch noch da. Die Truppe schafft es die guten alten Tracks voller Wucht zu präsentieren und moshen was das Zeug hält. Auch die neuen Tracks des aktuellen Werkes kommen gut an. Am Sound hätte man hier und sich einiges etwas fetter gewünscht, aber das Stageacting von Billy ist alle mal sehenswert. Wenn einer sich fragen sollte, wer für die wahren Fans spielt, dann ist Billy von Biohazard die Antwort (siehe Fotos in der Galerie).
Die Stimmung bei den Guano Apes war, wie es sich ein Veranstalter nur wünschen kann. Von daher kann man nur sagen, alles richtig gemacht, auch wenn es sicherlich sehr gewagt ist so zahlreiche vollkommen unterschiedliche Bands an „einen Tisch“ zu bekommen…



Am Samstag konnte ich endlich dazu stoßen. Gleichzeitig kam der Regen.
Ein enorm verregneter Samstagmorgen sorgte dafür, dass der Platz entsprechend ausgesehen hat. Da weiß man mal wieder, was man an diesen Open Air-Festivals so mag und eben auch nicht.
Erst bei den deutschen Alternative-Punk-Rockern von Itchy Poopzkid kam daher so richtig gute Stimmung auf. Nicht zuletzt deswegen, weil sie eben die Publikumsnähe suchen und mit ihrem Witz als auch dem gewissen Charisma zu überzeugen wissen. Eine Art Die Ärzte auf süddeutsch; Stichwort „…rennt mal so m Kreis herum, wir haben es nicht so mit dem Englisch…“ und „Instrumente beherrschen wir nicht so richtig, daher wechseln wir die auch oft untereinander“. Gesagt, getan, beim gelungenen Coversong „Last Caress“. Und das Bad in der Menge –mit einem Gitarrenkoffer stehend auf den Händen der Meute- konnte sich Sibi nicht entgehen lassen, coole Stimmung.
Madball konnten mit ihrem wuchtigen New Yorker-Hardcore der coolen 1990er-Jahre überzeugen. Wie von der Tarantel gestochen ist Freddy mal wieder rumgerannt und die Stimmbänder mussten mal wieder einiges aushalten. Der Old-School-Sound war nicht der Beste, aber der Band hat auch der starke Regen nichts ausgemacht. Man merkte sofort, welche Band für die Fans spielt. Und na ja, J.B.O., der krasse Gegensatz zu Bands wie Madball, tja, Fun wie immer, wer´s mag?! Aber allemal ein Beweis mehr, wie bunt eben ein Festival sein kann…


Slash in der „Weltstadt“ Sulingen?! Wer hätte das vor 20 Jahren gedacht?! Nicht im Traum hätte je einer so eine Wette abgeschlossen. Aber nun, dem Veranstalter sei Dank, dass eine derartige Größe der Rockgeschichte auf dem Reload-Festival 2012 als Headliner des zweiten Tages auftreten durfte. Das Publikum nahm die Show auch dankend und gern an. Zwar hat sich der Alterdurchschnitt etwas erhöht als zu den Vorbands des Tages, aber immerhin waren auch die jungen Leute zahlreich in den ersten Reihen vertreten. Aus rein musikalischer Sicht betrachtend erschien mir die Konstellation, dass diese bluesigen Rockgruppe um Slash und Myles Kenndy und den Conspirators etwas gewagt, aber der Sound als auch die Setlist waren durchaus überzeugend. Natürlich mussten auch Klassiker der G n´R-Zeiten (u.a. „Rocket Queen“, „Nightrain“, als Zugabe „Paradise City“), gespielt werden, bei denen so gut wie jeder im Publikum mitsingen konnte. Aber vor allen Dingen standen die neuen Songs des aktuellen Albums (u.a. „Halo“, „One Last Thrill“ und die genialen „You're A Lie“ als auch „Anastasia“ oder „im Vordergrund und das ist auch gut so. Schließlich ist Myles Stimme hervorragend und Slash -an der Gitarre- ist sowieso nicht von dieser Welt.

Der Sonntag überraschte mich mal wieder nicht. Wie jedes Jahr reisten schon zahlreiche Fans gegen Mittag ab. Trotz des nun endlich genialen Wetters, strahlender warmer Sonnenschein, ab und an leicht bewölkt, und der vielen guten Bands wurde es leerer. Ob es nun diesmal auch am EM-Spiel gelegen haben mag oder einfach, weil es nun mal ein Sonntag ist, wer weiß das schon. Aber an dieser Stelle wäre es durchaus erwähnenswert, ob es für die Veranstalter nicht einfach wäre aus den drei Tagen zwei Tage zu kreieren. Dabei vielleicht noch eine kleine Bühne neben der großen aufzubauen, um so mehr Bands spielen zu lassen und die Zeiten der Aufbau-/Umbauphase zu überbrücken?! Wenn wir doch ehrlich sind, dann reicht doch eigentlich immer schon der Donnerstagabend als Anreise, um dann Freitag als auch Samstag richtig abzufeiern. Am Sonntag feiern schon die wenigsten mit, da man ja in der Regel sowieso Montag wieder zur „Maloche“ bzw. eben abreisen muss.
Dennoch, die vertretenen Bands haben sich den Schwund der Zuschauer nicht anmerken lassen. Street Dogs waren in Feierlaune. Und die Leute in den ersten Reihen auch. Es wirkte schon zu dieser frühen Zeit wie eine Aufbaushow für Mikes Ex-Kollegen und Headliner des Abends Dropkick Murphys. Cooler Punk-Rock, der auch bei Sonnenschein funktioniert, aber vom Sound her an diesem Tag nicht wirklich einen umhauen konnte. Unearth voller Wut & Aggression, aber in Spiellaune und eben guter gesanglicher Stimmung als auch Freude das Publikum mit einzubeziehen. Die Truppe kann mit ihrem deftigen Metal und den treibenden Riffs á la Schwedenschule (In Flames und Co.) allemal punkten. Ob es jedoch für die Fans von Vorteil gewesen ist sich hierbei schon zu verausgaben, bevor nun direkt danach Max auf die Bühne kommt, will ich nicht beurteilen, aber einigen brauchten eine etwas längere Pause, als bloß die Umbauphase.

Mit diem Sound hatten Soulfly etwas weniger Probleme, aber Max wirkte anfangs irgendwie lustlos bzw. gehemmt. Zwar versuchte er bereits beim Opener des aktuellen Albums die Wut zu präsentieren, aber seine Spielart an der Gitarre ließ zu wünschen übrig. Auch wenn der Kontakt zum Publikum wirklich wichtig ist, so muss man in einem Song auch nicht ständig die gleichen Sätze loslassen und so tun als ob… Da helfen auch die coolen Songs der Sepultura-Ära nicht viel. Zudem wirkten die Anspielungen an Coversongs wie „Angel Of Death“ oder „Iron Man“ sowie ein Medley der alten Soulfly-Nummern als auch die zahlreichen T-Shirt-Umziehaktionen von Max eher „ausgelutscht“. Eine durchaus schöne Idee war es seinen Sohn als auch Stiefsohn auf die Bühne zu zerren, um gemeinsam einen Song zu präsentieren, aber so wirklich gute Sänger sind die beiden nun auch wieder nicht. Aber allein die Idee das mit der Familie zu teilen, hat schon was an sich. Im Ergebnis will ich damit nur zum Ausdruck bringen: die Meute in den ersten Reihen hat es sich nicht nehmen lassen die Combo abzufeiern, aber ehrlich gesagt, man hat Max und Co. schon in besserer Verfassung gesehen, gehört und erlebt.
Subway To Sally wissen wie man eine Meute unterhalten muss, nicht nur durch ihren Folk-Rock-Metal, sondern auch die Show mit dem Feuer. Doch bei allem Respekt und Objektivität dieser Band gegenüber, bei einem Relaod-Festivals hat diese Stilrichtung (und eben diese Band) eher nichts verloren. Es wirkt einfach nicht. Dropkick Murphys hatten wohl den schwersten Stand der drei langen Tage.
Nicht nur das Fußballspiel, auch noch der späte Sonntag…trotzdem sind zahlreiche Fans allein nur wegen dieser Band, dem dritten Headliner gesichtet worden und haben die Band nach dem Sieg der Deutschen Elf womöglich abgefeiert.


Alles in Allem: durchaus mal wieder eine gute organisatorische Leistung des Veranstalter mit eben sehr vielen und vielseitigen Bands. Doch vielleicht wäre es auch mal Zeit darüber nachzudenken: „Weniger ist Mehr“.
Wir freuen uns auf jeden Fall auf die Festivalstadt Sulingen im Jahre 2013!


Weitere Bilder des Festivalwochenendes sind unter der b> Galerie zu betrachten.



Mehr zum Relaod-Festival unter:
http://www.reload-festival.de






geschrieben am 28.06.2012   von Arturek
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