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Statistik für November 2012
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Statistik und Mediadaten



 
 
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Rock Hard Festival 2012 in Gelsenkirchen, Amphitheater am 25.05.-27.05.201

Aus einer fetten Jubiläumssause zu Pfingsten im Jahre des Herren 2003 ist mittlerweile ein etabliertes Festival geworden. Und somit stand in diesem wieder ein Jubiläum an: Das ROCK HARD FESTIVAL feiert seine mittlerweile zehnte Auflage. Und wie Anno 2003 war auch in diesem Jahr der Wettergott den zahlreichen Pilgern in Schwarz, die gen Amphitheater Gelsenkirchen strömten gnädig gestimmt. Somit stand die Party am Rhein Herne Kanal einmal mehr unter dem Banner von Sonne, Metal und Bier....

FREITAG

Der Freitag startet für die Berichterstatter recht spät, denn die Staus zu Pfingsten sind einmal mehr erste Güte. Schade, aber wir schaffen es zumindest pünktlich zu KRISIUN. Wie unser Vorabkommando berichtete waren die Hippie-Doomster JEX THOTH ein Hingucker, und die Judas Priest Gedächtniskapelle RAM sollen die Hütte ebenfalls recht amtlich gerockt haben. Aber KRISIUN lassen dann den Todesblei Dampfhammer mächtig kreisen und wecken auch den letzten Besucher mit ihrer Show. Klar, die Band ist sicher nicht für Abwechslung liebende Zeitgenossen, aber innerhalb ihres musikalischen Horizonts sind sie eine Macht. Das Amphitheater wird genauso in Schutt und Asche gelegt wie die unzähligen Hallen vorher. Großes Kino!

Danach gab es mit KVELERTAK eher einen Insider Tipp. Denn wirklich viel los ist nicht vor der Bühne, als die Norweger auf die Bühne stolperten. Dabei ist der innovative Mix aus Punk-, Rock ‘n Roll und Black Metal vor allem Live eine zündende Mischung. Einfach geil wie die Jungs immer wieder die Party anfachen. Das hier auch noch alles auf Norsk gesungen wird stört die anwesenden ebenso wenig wie die Tatsache das Sänger Erlend Hjelvik auch nicht mehr ganz allein unterwegs ist und doch einige Töne mächtig versemmelt. Egal, das ist eben Rock ‘n Roll

Die zahlreichen ‘I Got Erection‘ Rufe der Turbojugend künden schon lange im Vorfeld die kauzig schrägen TURBONEGRO an. Die Turbojugend ist natürlich extrem präsent und feiert die Band, als ob es kein Morgen geben würde. Das der Funke auch auf die übrigen Besucher überspringt ist verwunderlich, denn auf mich wirken die „Matrosen aus Oslo“ doch recht vorhersehbar. Der neue Frontmann Tony Sylvester macht den Ausstieg von Hank von Helvete schnell vergessen, und schafft es zwar Hits wie “I Got Erection“ oder "City Of Satan“ mit neuem Charme zu füllen. Aber vollends überzeugen können TURBONEGRO nicht. Trotzdem sind sie natürlich eine Band die den Headliner-Posten am Freitag würdig füllt und die Meute spaßtrunken gen Partyzelt verabschiedet. Das ist dann auch wirklich zum Bersten gefüllt. Denn welcher Fan geht schon gerne vor Mitternacht gen Heimat? – Das ist eben der Kompromiss, wenn man ein Festival mitten in Gelsenkirchen veranstaltet....

SAMSTAG

Am zweiten Tag präsentiert sich die Gelbe Macht am Himmel wieder von ihrer besten Seite. Schlappe 28°C zeigt das Thermometer, als wir uns zu den Mönchengladbachern MOTORJESUS auf machen. Der lockere Rotz’n’Roll ist der perfekte Wake-Up Call nach einer langen Nacht im Partyzelt. Und zu einem ordentlichen Festivalfrühstück, gehört natürlich auch eine ordentliche Kanne Gerstensaft. Und da die Freidosen die MOTORJESUS von der Bühne werfen, in den ersten Reihen versacken, bleibt uns nur der Gang zum Tresen. Allerdings mit einem Schockeffekt; 3,50€ für einen 0,3l Becher??? – OK, Bier ist teures Konsumgut auf allen Festivals. Wenngleich der Preis im Vergleich zum letzten Jahr deutlich gestiegen ist, wollen wir mal nicht ausufernd meckern. Aber Wasser, Cola, etc. zum gleichen Preis anzubieten ist nicht nur bei 28°C schlichtweg Abzocke. Und auf das Gesetz, „das Gastronomen verpflichtet sind, mindestens ein alkoholfreies Getränk günstiger anzubieten als das entsprechende preiswerteste alkoholische Getränk“ angesprochen, wurde meine Nachfrage abschätzig lächelnd beschieden: „Das Gesetz gilt bei uns in NRW nicht. Aber, kannst ja das Wasser vom Lokus saufen, wenn du keine Kohle hast“. Na gut, zurück zum Auto und die 1,5l PET Pulle geholt. Die darf mit Antialk wenigstens mit rein gebracht werden. Ähnliches gibt es leider auch bei den Preisen für die in diesem Jahr stark eingeschränkte Essensauswahl zu berichten. Currywurst für 2,80€, Asia Nudeln in Vorspeisengröße für 5€... Die Preise für Verpflegung sind wirklich an der Schmerzgrenze. Liebes Rock Hard: Auch wenn euer Festival in wirklich allen Bereichen wie Hygiene, Security, Location etc. Maßstäbe setzt, hier besteht dringend Handlungsbedarf.

Wie man gute Ware zu fanfreundlichen Preisen anbietet, zeigen zum Beispiel Bolt Thrower. In einem eigenen Merch-Zelt boten die Engländer ihre begehrten Leibchen zu Preisen, weit unter dem Durchschnitt feil. Und der immense Ansturm in Clubkonzertstärke gibt den Jungs Recht. Zwischenzeitlich nahm das Gedrängel zwar beängstigende Ausmaße an, aber alles lief friedlich und ohne Kollateralschäden. Nach zwei Stunden war der verrückte Spuk auch schon wieder vorbei, denn das Zelt ist bis auf vier Shirts (!!!) - in den Sondergrößen XS und 3XL ratzekahl leergefegt. So geht das mit der Fanfreundlichkeit bei der Preispolitik.... Anschließend war ein wenig Chillen im Biergarten angesagt, denn die Sonne brannte mittlerweile mächtig. Wenn man erst einmal einen der schattigen Plätze ergattert hat, ist man fast geneigt hier länger zu verweilen. Aber auf der Bühne geht das treiben ebenso munter weiter wie im Biergarten. In diesem Fall mit PORTRAIT.
Das der Achtziger Jahre Okkult Metal mit starker Mercyful Fate/King Diamond Schlagseite sogar bei strahlendem Sonnenschein bestens funktioniert wundert ein wenig. Aber zum einen ist die Gitarrenarbeit der Schweden wirklich famos, und mit Sänger Per Karlsson hat man einen Frontmann am Start, der es problemlos schafft die Meute vor der Bühne sofort zu dirigieren. Ähnliches kann man im Anschluss auch bei den schrulligen Briten HELL vermelden. Nach vier Demos aus den Jahren 1982-1986 sind sie in der Versenkung verschwunden, konnten aber auf Drängen von Andy Sneap 2011 endlich ein volles Album an den Start bringen. Ihr NWOBHM mit der Theaterreifen Bühnenshow ist wirklich ein Hingucker, wovon die gebannten Fans im Amphitheater deutlich Zeugnis ablegen. Vor allem Kev Bower am Mikro ist ein Verkleidungskünstler vorm Herren und rückt die einzelnen Songs mit stets wechselndem Outfit ins rechte Licht. Nach viel zu kurzen 45 Minuten müssen die gefeierten Briten aber Platz machen für...

UNLEASHED! – Hier weiß man, was man bekommt. Eine Stunde Elchtod Vollbedienung ohne Kompromisse. Johnny Hedlund und Co. sind auch auf dem Rock Hard Festival in Höchstform und klöppeln Hits am Fließband auf das mittlerweile sehr stattlich gefüllte Amphitheater. Dabei kommen sogar einige Songs zum Zuge die man seit einer gefühlten Ewigkeit nicht Live gehört hat. Und spätestens bei ‘Wir kapitulieren niemals‘ weiß man, das Unleashed mal wieder alles richtig gemacht haben. Aus tausenden Kehlen wird der Refrain gebrüllt, bevor die Schweden von der Bühne müssen um TANKARD Platz zu machen. Die Frankfurter zocken einen Special Set, der zwar nicht soooooooo Special war, aber trotzdem für eine weiter ansteigende Stimmungskurve reichte. Gerres Kilometerzähler rotiert wie immer und auch die restlichen Herren lassen sich vom feierwütigen Haufen vor der Bühne schwer beeinflussen. Daumen hoch für Tankard..

Nicht ganz so hoch ging der Daumen allerdings bei PSYCHOTIC WALTZ. Das lag allerdings nicht an der Band die sich wirklich in bestechender Form präsentierte, sondern eher an der etwas ungünstigen Spielzeit. Denn ihr filigraner Progressiv Metal ist zwischen zwei Vernichtungsmaschinerien wie Tankard und Bolt Thrower einfach deplatziert. Nichts desto trotz gab es freundlichen Szeneapplaus für die sympathischen Amis. Aber mehr war trotz guter Performance nicht zu holen an diesem Abend. Schade.

Die bei Psychotic Waltz einsetzende Abwanderungswelle gen Biergarten ging dann alsbald wieder in die andere Richtung. BOLT THROWER luden zum neuerlichen Vernichtungsschlag und wurden von nahezu allen Besuchern erhört. Dementsprechend war das Amphitheater proppenvoll. Kaum eine Death Metal-Band geht derart brutal und alles niederwalzend zu Werke wie die Briten. Dabei ist es egal ob der Song ‘Killchain‘ heißt oder ‘Cenotaph‘. Das Amphitheater stand förmlich Kopf. Bis in die letzten Reihen sah man Headbangender die sich voller Innbrunst einem der seltenen Auftritte der Band hingaben. Als das wütende Inferno abrupt von einem Kanonenschlag beendet wurde, konnten viele nicht fassen, dass man hier gerade Hundert Minuten Death Metal vom feinsten erlebt hat, derart kurzweilig war die letzte Show des Samstag.

SONNTAG

Überraschenderweise war bei ALPHA TIGER und der AC/DC Huldigungscombo ’77 schon richtig der Bär los. Wir haben sie leider verpasst, denn irgendwann müssen auch Schreiberlinge mal ihrem Körper einen Schonwaschgang verordnen. Aber es ist schon erstaunlich, das bereits zur Mittagszeit zwei Newcomer den finalen Sonntag derart formidabel einläuten. Und auch die Schweden von GRAVEYARD wurden für ihren Time Warp in die Siebziger, als Led Zeppelin und Black Sabbath begannen die Massen zu hypnotisieren, ordentlich gefeiert.
Aber richtig Partylaune kam dann erstmals bei GIRLSCHOOL auf. Die „weiblichen Motörhead“ zelebrierten eine amtliche Rock ’n Roll Party, bei der vornehmlich der Klassiker “Hit & Run“ zum Zuge kam. Man muss die Mädels einfach mögen, denn so zeitlose Klassiker wie ‘Yeah, Right‘ oder ‘Emergency‘ sind vor allem Live ein echter Kracher. Sahen die zahlreichen Fans im Halbrund ähnlich, so dass die Show ein echtes Highlight wurde. Was ist denn hier los? – die Bands werden heute gefeiert und gehuldigt bis der Arzt kommt.

Bei MAGNUM beschlichen einen doch Zweifel. Ob die Altherren des Melodic Rock / AOR auch so abgefeiert werden? – Ja, wurden sie. Wenngleich hier etwas die Bremse gezogen wurde. Die Keyboards hallten mit Bombast durch das Amphitheater. Die Gitarren winselten zuckersüß und weich aus der PA. Und trotzdem konnten sich wenige dem Geschehen auf der Bühne entziehen. Denn wenn Bob Catley alte Klassiker wie "On A Storyteller's Night" oder "Lonely Night" singt, haftet dem ganzen etwas Magisches an. Und genau so lässt sich der Auftritt beschreiben: Magisch.

Weniger Magisch hingegen die Jubiläumsüberraschung. Bobby und Gerre trällern den auf der letzten Rock Hard CD enthaltenen Song "Die Zwei von der Tanke" und die Festival Coverband verhunzt mithilfe zweier Bullet Musikern zwei Klassiker des Metal. Irgendwie war es kaum überraschend. Umso überraschender dafür UNISONIC. Die Kollaboration von Kai Hansen und Michael Kiske zündet auf der Stelle. Wenngleich das eigene Material nicht schlecht ist, so sind es schlussendlich doch die Helloween Klassiker „I Want Out“, „March Of Time“ und „Future World“ die die Stimmung gen Siedepunkt treiben. Geile Show von zwei Urgesteinen der deutschen Szene.

Derart angeheizt kann das Finale doch eigentlich nur genial werden, denn W.A.S.P. können eine bestens präparierte Menge von Unsisonic übernehmen. Der Opener "On Your Knees" war sogleich frenetisch gefeiert, aber die Hitliste ist lang: "Animal (Fuck Like A Beast)", “L.O.V.E. Machine“, "Wild Child", "Chainsaw Charlie", "I Wanna Be Somebody“. Nur um einige Highlights des Dazu gab Herr Lawless noch zwei Songs zum Besten. An sich eine geile Show, die Special 30th Anniversary Show. Allerdings war Special hier auch mal wieder fehl am Platz, denn die Setlist gab es in gleicher Form schon 2010 und 2011 zu beklatschen. Natürlich ist das meckern auf hohem Niveau, denn die Show ist eine 90 Minuten währende Offenbarung. Pyros, fetter Sound, geile Setlist - besser geht es kaum. Als der Rausschmeißer "Blind In Texas" das Ende des ROCK HARD FESTIVAL 2012 verkündet sind sich alle einig das W.A.S.P. ein würdiger Headliner waren.

Damit ist es Geschichte, das ROCK HARD FESTIVAL 2012. Als Resümee bleibt nur zu sagen: „Danke Rock Hard für drei tolle Tage bei euch im Pott. Euer Festival ist einfach Nr. 1 in Puncto Entspanntheit, Location und Organisation. See you next year!!!
geschrieben am 05.07.2012   von Blizzard
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