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Darkmoon Festival 2013 in Train Control e.V. Freiberg am 18.-20.07.2013
Galerie Darkmoon-Festival 2013 zum Livereview anschauen!

Diesen Bericht hat Laughing Moon geschrieben.

Das Darkmoon-Festival ist eine kleine, aber feine Instanz in Sachen Underground der etwas härteren Gangart. Ursprünglich im sächsischen Pretzschendorf beheimatet, ist das Festival dieses Jahr aufgrund vertraglicher Probleme in die nahegelegene Kreisstadt Freiberg umgezogen, woraus aber alle Beteiligten das Beste gemacht und mit dem Train Control e.V. eine passende Location aufgetrieben haben. Außerdem kann ich den Ort des Geschehens so bequem mit dem Zug erreichen, weshalb ich das Darkmoon auch prompt einmal etwas näher beleuchten möchte. Von den anwesenden Bands sagt mir zwar außer den Headlinern Rotting Christ kaum ein Name etwas, aber genau das macht hier gerade den Reiz aus: Neues entdecken, offen sein und sich überraschen lassen.

In schönstem Sommerwetter komme ich am Freitagnachmittag am Gelände an und kann im Grunde nur Positives berichten. Essen und Getränke zu enorm fairen Preisen, sowie eine äußerst nette Crew, welche mit Herzblut bei der Sache ist. Schön ist auch, dass sich der Großteil der Bands gleich über das gesamte Festival hier eingefunden hat und sich feierfreudig mit unter die langhaarige Meute mischt, was das Event zu einer sehr familiären Angelegenheit macht.

Die erste Truppe auf der indoor gelegenen Bühne ist Blutsturm, welche ein Geschoss aus solidem Black Metal abfeuern. Wenngleich nicht spektakulär innovativ, macht die Band ihren Job gut und trifft damit auch meinen Geschmack. Natürlich stilecht mit Corpsepaint und Kunstblut, gar keine Frage. Leider können Blutsturm noch kaum jemanden dazu bewegen, seinen Platz am Bierstand zu verlassen, weshalb sie in einer weitgehend leeren Halle spielen. Schade, doch vielleicht war solch ein bleischweres Brett auch nicht die beste Wahl als Einstieg.

Diese Rolle hätten die nachfolgenden Exidium weitaus besser ausfüllen können. Ihr knalliger Death Metal lockt da schon mehr Neugierige vor die Bühne, während ihr Frontmann gutgelaunt alles gibt, um die Stimmung weiter anzuheizen. Nicht schlecht!

Im Anschluss an Exidium hat sich mittlerweile eine Verspätung von rund einer halben Stunde in den Programmablauf geschlichen. Das ist unschön, ließe sich aber nur durch eine Verkürzung der Spielzeiten wieder beheben, was aber weder Bands noch Besuchern zu Gute käme und daher auch richtigerweise verworfen wird. Überhaupt muss ich es einmal lobend erwähnen, dass wirklich jeder Band dieselbe Spielzeit eingeräumt wird, wodurch sich alle ausführlich dem Publikum präsentieren können. Nicht wie auf genügend anderen Festivals, bei welchen eine wahre Massenabfertigung herrscht und die ersten Bands lediglich zwanzig Minuten für ihr Set haben. Aber genug der Abschweife: Mit Viking Metal kann man mich eigentlich fast immer ködern, und so stellt mich auch der Auftritt der Recken von Strydegor erwartungsgemäß zufrieden. Coole Jungs, die sich überdies später noch als meine Zeltnachbarn enttarnen sollen.

Den vorläufigen Höhepunkt stellen allerdings erst Evil Entourage dar. Auch die Mexikaner zocken geradlinigen Death Metal und ebenso heißblütig, wie sie die landläufige Auffassung beschreibt, gestaltet sich auch ihre Show. Ich kann nicht einschätzen ob die Truppe vorher schon bei einigen bekannt war; wenn nicht, haben sie die Meute jedenfalls in Windeseile für sich eingenommen. Die Haare fliegen heftig, und auch zu einem ersten kleinen Circle Pit können einige animiert werden.

Nach so einer Gewalt haben Asenblut erst einmal einen schweren Stand, auch wenn sie bisher die größte Fangemeinde versammelt haben, wie mir scheint. Ihr von stark trashigen Spuren durchzogener Schwarzmetall geht gut ins Ohr, leider kann ich nur einem Teil ihres Auftritts beiwohnen. Danach geht es meine restliche Begleitung aufsuchen, die nun arg verspätet endlich eingetroffen ist und sich auf dem Zeltplatz, welcher nur einige hundert Meter entfernt ist, häuslich einrichtet.

Nachdem das erledigt und das unverzichtbare Begrüßungsbier geleert ist, geht es zurück vor die Bühne, wo die Brasilianer Itself den Abschluss meines Abends bilden sollen. Wenn von diesem Land im Zusammenhang mit Metal die Rede ist, geht es mir wie so vielen und ich muss immer zuerst an Sepultura denken. Einen kleinen Einschlag der südamerikanischen Legende meint man dem Trio in der Tat ab und zu anzuhören, auch wenn ihre Spielart wesentlich mehr in ruppige Death-Gefilde abschweift. Besonders interessant ist aber, dass Sänger und Schlagzeuger hier gleich in einer Person verkörpert werden: Der glatzköpfige Wutbolzen schreit sich die Seele aus dem Leib und gibt gleichzeitig sein Bestes, die Schießbude nach allen Regeln der Kunst zu Kleinholz zu verarbeiten. Diese Truppe sollte man ruhig einmal im Blickfeld behalten.

Danach geben sich abschließend noch Temple of Oblivion, welche wohl aus Zeitgründen nach hinten auf den Headliner-Slot gerutscht sind, mit ihrem episch-symphonischen Black Metal die Ehre. Ich genieße stattdessen eine Weile eine Feuershow vor der Halle, bevor ich den Abend dann am Zelt ausklingen lasse.

Auch der Samstag wartet noch einmal mit jeder Menge Bands auf. Etwas verspätet, weil einige von uns bereits zu frühen Mittagsstunden dem Alkohol etwas zu stark zugesprochen haben, stehe ich dann aber zu den Guerillas wieder vor der Bühne, und das zeigt sich auch bald als gute Entscheidung. Hardcore wie der Ihrige ist zwar normalerweise nicht meine bevorzugte Baustelle, ich muss dem Quartett aus Rumänien aber zugestehen, dass sie ihren Job wirklich gut machen und einen rundum soliden Auftritt hinlegen. Und mit der Meinung scheine ich nicht alleine zu sein, denn die Guerillas können auch am Nachmittag schon recht viele Leute anziehen.

Tulsadoom aus Österreich machen nicht nur optisch etwas her, nein, auch ihr barbarisch-heidnischer Trash Metal kann mich vollauf überzeugen. Davon hätte ich auch gerne noch etwas mehr gehört. Lediglich einen Rat muss ich den zotteligen Kriegern mitgeben: Bitte tauscht die Strumpfhosen gegen etwas, nun ja, weniger Körperbetonendes ein ;)

Nach einer kurzen Auszeit finde ich mich zu Atomwinter wieder in der Halle ein. Der deutsche Fünfer zockt recht schnörkelloses Todesblei, was vielen Anwesenden gefällt, diesmal allerdings nicht so ganz meinen Geschmack treffen mag. Zudem verstecken sich die Bandmitglieder etwas zu sehr hinter ihren langen Mähnen, da hätte schon noch etwas mehr Action drinstecken können. Erwartungsvoll hoffe ich also auf die nächste Band.

Diese trägt den ungezügelten Optimismus versprühenden Namen Selbstentleibung und bietet, man kann es sich schon fast denken, abgrundtiefen Black Metal. Den allerdings von seiner besten Seite, wie sich schnell herausstellt. Die finstere Truppe agiert selbstbewusst und eingespielt und schreckt nicht davor zurück, auch viele ruhigere melodische Momente in ihre Musik mit aufzunehmen, anstatt lediglich auf stumpfes Geboller zurückzugreifen. Sehr, sehr überzeugend, und meine persönliche Neuentdeckung auf dem Darkmoon. Führt euch diesen Geheimtipp unbedingt einmal zu Gemüte!

Auch Blackshore warten mit Black Metal auf, dieser allerdings verbunden mit einer gehörigen Portion Trash, und so richtig vermag mir diese Formation nichts zu geben. Ihren Auftritt verfolge ich daher von weiter hinten und bin in Gedanken schon beim nun endlich folgenden Headliner.

Bei Rotting Christ scheint jemand an den Soundreglern gedreht zu haben, zumindest weisen die Griechen rein subjektiv den mit Abstand besten Klang auf. Rotting Christ muss man hoffentlich nicht mehr vorstellen, die Gebrüder Sakis und Themis Tolis haben ihre Band zu einer Bastion des intellektuellen Black Metals entwickelt und vereinen in ihrer Musik mittlerweile Ethno-Elemente aus zahlreichen verschiedenen Kulturen. Und als deren Gig dann auch pünktlich beginnt – ja, heute klappt die zeitliche Organisation von Anfang an bestens – ist auch sofort klar, wer hier das Sagen hat. Ein Kracher wie „Athanati Este“ bringt die Meute sofort zum Toben, ebenso wie das gleich darauf dreinkrachende „Kata Ton Daimona Eaytoy“ vom gleichnamigen aktuellen Album. Überhaupt haben es mir vor allem die jüngeren Songs der Bandgeschichte angetan, etwa „In Jumen – Xibalba“ oder das frenetisch umjubelte „Noctis Era“. Aber auch ein Klassiker wie „Non Serviam“ darf natürlich nicht fehlen, und nachdem Rotting Christ dann schließlich nach einer Stunde getaner Dinge abtreten, lassen sie ein erschöpftes, aber rundum glückliches Publikum zurück.

So hat das Darkmoon also gehalten, was es versprochen hat. Die Veranstalter haben ein gutes Händchen bei ihrer Bandauswahl bewiesen und so manche Geheimtipps an den Start gebracht, denen ich demnächst mal etwas mehr Aufmerksamkeit widmen werde. Das alles fand in einer enorm entspannten und freundschaftlichen Atmosphäre statt, und dieser familiäre Charakter ist es letztendlich auch, der solche kleinen Underground-Festivals zu einer willkommenen Abwechslung zu all den überteuerten Mainstream-Veranstaltungen macht.

Grüße gehen raus an den Erdi, der das Darkmoon auf die Beine gestellt hat, sowie an sein nettes Team – ihr macht eine gute Arbeit, auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

Bilder: Laughing Moon


geschrieben am 24.07.2013   von Toby
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