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With Full Force 2013 in Roitzschjora am 27.-30.06.13
Galerie With Full Force 2013 zum Livereview anschauen!

Rocky: Wieder hatte Metalglory die Ehre, für euch das With Full Force zu besuchen. Doch diesmal war es nicht einfach nur ein weiteres Jahr in der Geschichte des sächsischen Festivals – immerhin feierte es sein 20. Jubiläum. Dementsprechend groß sollte es auch ausfallen. So gönnten sich die Veranstalter einen zusätzlichen Tag zum Geburtstag. Schon der Donnerstag begann mit einer hochkarätigen Bandauswahl. Kennern des Festivals dürfte aufgefallen sein, dass viele der Bands eng mit der Geschichte des With Full Force verbunden sind. So gingen unter anderem ELSTERGLANZ, AGNOSTIC FRONT und HATEBREED an den Start, welche in der Vergangenheit einige ihrer besten Festivalauftritte in Roitzschjora abgeliefert haben.


Donnerstag

Gorlokk: Nachdem die unsagbar lustigen (ähem...) ELSTERGLANZ das Jubiläum eröffnet haben, steht mit NEWSTED hoher Besuch in Roitzschjora an. Der ehemalige METALLICA-Basser ist aus der Versenkung aufgetaucht und möchte seine nach sich selbst benannte Band und ihr erstes Album dem Publikum vorstellen. Dabei ist man sich während der vierzig Minuten Spielzeit manchmal nicht ganz sicher, ob der gute Mann jetzt wirklich so überzeugt von seinem "Metal/Brothers/Underdogs"-Konzept ist oder ob hier verzweifelt ein Motiv bemüht wird, dass die Band näher an den Fan bringen und ein Gegenentwurf zum Rockstardom seiner ehemaligen Bandkollegen sein soll. Vielleicht ist es ein bißchen von beidem. Denn auch bei der Musik ist man bis zum Ende nicht sicher, ob die mal etwas thrashigen, mal rockig-stampfenden Metal-Songs wirklich so leidenschaftlich sind, wie Herr Newsted es einem Glauben machen möchte. Sympathisch ist der Herr allerdings auch heutzutage noch und NEWSTED bieten einen guten Einstand in den Bonus-Tag des diesjährigen WFF. Schade nur, dass die Menge vor der Bühne noch nicht allzu groß ausfällt - und das obwohl im Hardbowl-Tent heute noch gar nichts spielt. Ein böses Omen, das bereits ankündigt, wie schwer es viele Bands, die keine Hardcore-Grooves, fette Breakdowns oder Penisse auf die Bühne bringen, dieses Wochenende haben werden. Die Welt ist im Wandel und das WFF mit ihr.

Die nachfolgenden AGNOSTIC FRONT machen dann wie erwartet das erste mal große Stimmung. Die Band gehört wie ein paar andere zum Stamminventar des Force und die vor der Bühne feiernde, hüpfende und rudernde Menge füllt den Platz vor der Bühne gut aus und die Security vor der Bühne bekommt mit einigen Crowdsurfern - die sich wohl "Gotta, Gotta, Gotta Go!" denken - das erste Mal dieses Wochenende ganz gut zu tun.


Rocky: Leider verzögert sich unsere Anfahrt, weswegen wir zu den Klängen von AGNOSTIC FRONT noch am Aufbauen unserer Zelte sind. Sicher eine nervige Angelegenheit, doch mit Hymnen wie "Gotta go" im Hintergrund geht dies leicht von der Hand. Anschließend geht es endlich vor zu den Bühnen, um noch den letzten Klängen von HATEBREED zu lauschen. Schnell macht sich bemerkbar, dass dieses Jahr wieder die Hardcorefraktion im Publikum überwiegt – eine Einschätzung, die sich auch im Verlauf der weiteren Tage bestätigen wird. HATEBREED kommen mit ihrem altbewährten Programm gut an und werden richtig gefeiert. Aber wer würde zu Wutbolzen wie "Destroy everything" nicht abgehen?

Gorlokk: Nach dem Hardcore-Urgestein aus New York ist die Menge gut angeheizt, um die nächste Brachialwalze zu verarbeiten, die dann die Bühne betritt: HATEBREED sind mit ihrer Mischung aus Metal und Hardcore quasi ein Paradebeispiel für das Prinzip, vor dessen Hintergrund einst das With Full Force gegründet wurde: Metal und Hardcore/Punk. Nur hier eben in einer Band vereint. Wie erwartet ist die Menge vor der Bühne auch noch mehr gewachsen und ein Meer aus Fäusten recht sich Jamy Jasta und seinen Mannen entgegen. Nahe stationierte Seismographen vermelden dementsprechend das erste Mal dieses Wochenende mittelschwere Beben, als die Menge zu Klassikern wie "Live For This" oder "I Will Be Heard" springt und abgeht. Doch auch neueres Material des aktuellen Albums "The Divinity Of Purpose" wird von der Meute gut aufgenommen. HATEBREED mögen vielleicht keine sehr originelle Band sein, live machen sie aber mal wieder alles platt und regieren das WFF wie Könige.

Der König ist tot, lang lebe der König. Einerseits mag das auf den Wechsel von HATEBREED zu SLAYER zutreffen, andererseits spielen SLAYER heute eine der ersten Shows nach dem Tod ihres Gitarristen und Co-Songschreibers Jeff Hannemann (welcher jedoch aufgrund einer schweren Erkrankung nach einem Spinnenbiss schon seit über einem Jahr nicht mehr live dabei war). Nach dem ebenfalls noch nicht zu lang vergangenen Rausschmiss von Drummer Dave Lombardo, steht nun also nur noch die Hälfte der Originalbandbesetzung mit den Ersatzleuten Gary Holt (EXODUS) und Paul Bostaph (u.a. ex-SLAYER) auf der Bühne und möchte beweisen, dass sie auch Musik und nicht nur Schlagzeilen machen können. Und man höre und staune: Nach einem katastrophalen Auftritt beim Force vor zwei Jahren, stimmt diesmal alles. Die Band spielt tight, der Sound ist gut, die Songauswahl lässt auch nicht meckern. Auch wenn die letzten Jahre und Ereignisse (Verletzung, Operation, Reha, Hannemann, Lombardo...) nicht spurlos an Frontmann Tom Araya vorbeigegangen sind und ein sichtlich müder, ergrauter, dicker Mann dort vorne am Mikro steht, ist dieser alte Mann doch sehr gut bei Stimme und man kann auch hier keine Minuspunkte verteilen. Ein würdiger Auftritt in Ehren von Hannemann und ein guter Headliner-Auftritt für den ersten Abend des Jubiläums-WFF!


Rocky: Als Headliner des Tages wählte man die mächtigen Slayer. Ich denke jeder dürfte vom traurigen Tod Jeff Hannemans gehört haben und auch Dave Lombardos Abgang ist noch nicht lange her. Darf man die Band dann eigentlich noch Slayer nennen? Mit Sicherheit, denn mit Gary Holt (Exodus) und Paul Bostaph dienten zwei Urgesteine der Thrash-Szene als würdiger Ersatz. Zwar war ich noch nie ein allzu großer Fan der Band, aber "Seasons in the Abyss" und "Angel of Death" kommen live schon richtig gut. Allerdings gibt es auch Kritik an der Show. Manche bemängeln fehlende Interaktion mit dem Publikum und einen etwas unausgeglichenen Sound. Das kann ich durchaus nachvollziehen, doch für mich ist dies der erste Auftritt der Band und dementsprechend einfach ein besonderes Erlebnis.


Freitag

Gorlokk: Was sich bereits eine Woche vorher abzeichnete, wird am Freitag endlich offiziell bestätigt: Lemmy liegt immer noch flach und MOTÖRHEAD müssen auch beim WFF ihren heutigen Headliner-Auftritt absagen. Wirklich traurig scheint darüber jedoch kaum einer zu sein, sieht man doch eh nur wenige MOTÖRHEAD-Shirts dieses Wochenende und die typische Zielgruppe der Band ist wohl auch nur noch in eher geringem Ausmaß beim WFF vertreten. Natürlich kann nun kein Ersatz mehr besorgt werden und so bekommen PAIN, DOWN und PARKWAY DRIVE einfach etwas mehr Spielzeit gutgeschrieben. Die beste Entscheidung des ganzen Wochenendes treffen die Veranstalter in diesem Zusammenhang, indem sie DOWN 25 Minuten mehr Spielzeit einräumen. Doch dazu später mehr.

Als erstes eröffnet heute ausnahmsweise mal keine Klamauktruppe das Programm auf der Main Stage. Stattdessen stehen dort HACKTIVIST aus England bereit, um den Frühaufstehern (naja, was man beim WFF so als Frühaufsteher bezeichnen kann...) ihren groovenden Djent Core gepaart mit Raps um die Ohren zu hauen. Und tatsächlich scheint die Mischung gut beim Publikum anzukommen: Man entdeckt die ersten zaghaften Pit-Ansätze und die Menge vor der Bühne wächst mit der Dauer des Auftritts anstatt abzunehmen. Die Engländer können sich am Ende selbst auf die Schulter klopfen, denn für eine so kleine und noch relativ unbekannte Band haben sie hier und heute alles richtig gemacht.


Rocky: Der Freitag beginnt für mich mit den Rockern RED FANG. Was soll ich sagen, an sich eine absolut sympathische Gruppe. Vor allem liebe ich ihre schrägen Musikvideos! Live sieht das ganze leider anders aus. Irgendwie kann mich ihr Auftritt nicht wirklich mitreißen, weswegen ich schon nach dem halben Set enttäuscht meiner Wege gehen. Könnte daran liegen, dass mich Stoner Rock Konzerte bisher noch nie überzeugen konnten.

Wenigstens kann ich so noch ein paar Lieder von EVERY TIME I DIE mitbekommen. Im Zelt herrscht Moshpit-Alarm und etliche Crowdsurfer geben sich die Ehre. Das gefällt mir schon wesentlich besser. Die Hardcore-Formation liefert eine aggressive Show, geht dabei aber stets mit einem Lächeln vor. Die Jungs haben sichtlich Freude vor der feiernden Meute zu spielen.

Im Anschluss folgt dann eine Band, auf die ich mich schon Wochen vor dem Festival gefreut habe: CHELSEA GRIN. Eine Band die über die Jahre ihren kompromisslosen Knüppelsound durch einen progressiven Einschlag und klaren Gesang erweitert hat. Die Songauswahl besteht aus einem guten Mix von altem Material (unter anderem wurde ein Song ihrer Debüt-EP aus dem Jahre 2008 angekündigt) und neueren Liedern. Trotzdem greifen die Songs wunderbar ineinander. Kein Wunder, dass das Zelt prall gefüllt ist und die Deathcorewalzen begeistert aufgenommen werden. Defintiv mein persönlicher Höhepunkt des Tages.

Gorlokk: Mich können hingegen auch die oben genannten RED FANG bereits überzeugen. Obwohl hier immer noch kein Publikumsmagnet auf der Bühne steht, agieren die Amis mit ihrem wütenden Stoner Rock souverän, wenn auch ein wenig verschüchtert. Den Fans vor der Bühne gefällt's jedoch und man darf bereits vorweggreifen und sagen, dass dieser Auftritt nicht das letzte Mal ist, dass man RED FANG heute auf der Bühne sieht...

Bevor RED FANG aber wieder auftauchen, sind für mich erst einmal KALI YUGA an der Reihe, während sich Kollege Rocky drüben im Zelt CHELSEA GRIN anschaut. Die Thüringer sind nun wahrlich keine große Nummer, ihren melodischen Death Metal zocken die Herren aber mit Bravour und Leidenschaft runter. Das Publikum dankt es ihnen anständig und man freut sich über diesen Einschlag in klassischere Metalgefilde, welche dieses Wochenende selten genug vorkommen.


Rocky: Nach dem intensiven Auftritt von CHELSEA GRIN habe ich mir eine Pause verdient. Erst später im strömenden Regen geht es zu IWRESTLEDABEARONCE wieder ins Zelt. Auch hier herrscht Vorfreude, welche aber leider keine Bestätigung findet. Auf Tonträgern finde ich die extrem abgedrehte und total verworrene Musik hervorragend, in der Live Situation ist das ganze jedoch etwas zu viel. Viele scheinen das hingegen anders zu sehen und gehen ordentlich ab. Die vielen musikalischen Wechsel machen es allerdings schwer, sich für Headbanging, Moshen oder Crowdsurfing zu entscheiden. Einen Pluspunkt gibt es allerdings für die Sängerin Courtney LaPlante, welche mit Freude am Werk ist und das Publikum gut im Griff hat.

Gorlokk: Der nächste Pflichttermin ist für mich Peter Tägtgren mit PAIN. Der mit HYPOCRISY und seinem Abyss-Studio zu internationalem Metal-Ruhm gelangte Schwede hat sein einstmaliges Industrial/Techno-Metal-Nebenprojekt über die Jahre so erfolgreich ausgebaut, dass man heutzutage eigentlich schon mehr von seiner Hauptband als von einem Seitenprojekt sprechen muss. Mit Zwangsjacke betritt der Herr der Augenringe die Bühne und bietet 45 Minuten lang eine solide Show, die kaum einen Hit der Band missen lässt: "Zombie Slam", "It's Only Them", "Same Old Song" und der Evergreen "Shut Your Mouth" bringen die Meute wahlweise zum Rocken, Bangen oder Springen. Am Ende wird das Force so sicherlich nicht zu einem besonders im Gedächtnis bleibenden Gig für die Schweden - im Schnitt zu verhalten ist die Reaktion der mittelgroßen Menge vor der Bühne - man einigt sich zwischen Band und Publikum aber stillschweigend auf eine solide Leistung vor und auf der Bühne.

Was dann auf der Main Stage folgt, ist schlichtweg eines der Highlights des gesamten Wochenendes. Mr. Anselmo und seine Mannen von DOWN sind in bester Spiellaune und nutzen die verlängerte Spielzeit sowohl für eine super Songauswahl von dem neuen "Witchtripper" über "New Orleans Is A Dying Whore" hin zum finalen Hit "Stone The Crow" wie auch für viel Interaktion mit dem Publikum. Das Zauberwort ist "Authentizität", welches DOWN heute zum Gewinner des Festivaltages machen: Die mitunter witzigen, mitunter ernsten und echten Ansagen Anselmos (Stichwort "Lemmy") tragen ihren nicht unwesentlichen Teil dazu bei und die gesamte Band präsentiert sich mit Spaß und Können. Selbst Anselmo ist heute bestens bei Stimme und wirkt nicht so zugedröhnt wie sonst. Da kann man dann zwischendurch auch mal Unfug mit Penis-Wasserpistolen und Narrenkappen treiben, die auf die Bühne geflogen kommen oder einfach mal die Roadies (welche niemand anders als die Kollegen von RED FANG sind) umarmen - bei DOWN stimmt heute einfach alles und Stimmung auf und vor der Bühne greifen nahtlos ineinander, um ein klein wenig Magie zu erschaffen. Die familiäre und sympathische Atmosphäre des Auftritts wird am Ende schließlich wieder von RED FANG unterstrichen, die für DOWN den letzten Song an den Instrumenten zu Ende bringen, während sich Anselmo, Windstein & Co. von der Menge feiern lassen.


Rocky: Den Rest des Tages finde ich weniger interessant, zumal der Headliner MOTÖRHEAD aufgrund einer Erkrankung Lemmys absagen musste. Mittlerweile soll es ihm aber besser gehen und es wird versprochen, die Show nächstes Jahr nachzuholen. Leider findet man innerhalb der kurzen Zeit keinen Ersatz, weswegen PARKWAY DRIVE einfach später auf die Bühne geschickt werden und ihr Set erweitern. Die Band hat es zwar durchaus verdient (wirklich sympathische Jungs, die hart für ihren Erfolg arbeiten), ich persönlich konnte ihrem Sound aber noch nie etwas abgewinnen. Keine Ahnung warum, es will halt einfach nicht zünden. Aber zumindest gibt die Band ihr bestes und scheint damit sichtlich Erfolg zu haben – ihr Auftritt entwickelt sich zu einem würdigen Abschluss des Tages auf der Hauptbühne.

Gorlokk: Nach DOWN kommt Down Under, doch nach solch einem Triumphzug können auch die Australier PARKWAY DRIVE als kurzfristig zum Headliner beförderte Metalcore-Walze nicht mehr viel ausrichten. Auch wenn bei den Jungs wirklich viele Leute vor der Bühne noch mal den Propeller anschmeißen und reichlich Fleisch durch die Luft befördert wird, sind wohl nicht wenige Zuschauer der Meinung, dass der heutige Headliner bereits durch ist und man findet sich stattdessen zu NAPALM DEATH in der Knüppelnacht ein.

Hier gibt es dann auch ein Wiedersehen mit (unter anderem) DOWN und Peter Tägtgren, die den Auftritt der englischen Kult-Krawallos mit Bier in der Hand vom Bühnenrand aus begutachten und sich wie kleine Jungs freuen. Barney und seine Mannen springen derweil wie Flummis über die Bühne, geben ihren krachigen Grindcore/Death Metal zum bestens und werden in Verbindung mit dem schummrigen Licht auf der Bühne zum Alptraum aller Fotografen. Ich persönlich bin mit den Engländern nie wirklich warm geworden, dass sie mit ihrem politischen Extrem Metal aber perfekt aufs Force passen, beweisen nicht zuletzt die große Menschenmenge, die sich im Zelt eingefunden hat und NAPALM DEATH gebührend abfeiert.

Im Anschluss entern dann GOD SEED um die Herren King und Gaahl (ehemals GORGOROTH) die Bühne und möchten das Publikum mit gespenstischem Black Metal verhexen. Zu diesem Zweck gibt es wie immer minimales Stageacting und psychotische Blicke von Gaahl (der übrigens als einziger Corpse Paint angelegt hat), erneut schummriges Licht und tatsächlich mal keine extravagante Show mit nackten Leuten an Kreuzen oder abgehackten Tierköpfen. Nach bereits zwei Songs merke ich allerdings, dass die Norweger mich heute nicht mehr aus der Deckung locken können und dass der lange Tag nun endgültig seinen Tribut fordert. Ich überlasse die finsteren Gesellen ihrer nicht wirklich fesselnden Darbietung und ziehe mich aus der bereits geschrumpften Menge zurück ins Zelt.



Samstag

Rocky: Der dritte Tage beginnt für mich mit HÄMATOM vor der Hauptbühne. Zum fünften mal habe ich sie nun schon gesehen und wie immer werde ich nicht enttäuscht. Trotz leichtem Niesel kommt Stimmung auf, auch wenn die Reihen im Publikum nicht ganz gefüllt sind. Ob Spaßnummern wie "Neandertal" (natürlich mit obligatorischen Affenkostüm) oder Hymnen wie "Totgesagt doch Neugeboren" – die Leute singen mit und klatschen Beifall. Wie immer endete der Auftritt mit dem Fuck-Off Song "Leck mich!". Insgesamt hinterlassen HÄMATOM einen guten Eindruck. Die Band wird einfach nicht langweilig.

Gorlokk: Der Samstag beginnt mit Wolken, Wind und argen Motivationsproblemen. Hampelmänner wie AOK und HÄMATOM klemme ich mir aus Protest, stattdessen geht es zu ADEPT das erste Mal aufs Gelände. Die Schweden werden im Vorbeigehen begutachtet und es wird einhellig eine schöne melodische Breitseite mit doch leider recht viel 08/15-Metalcore-Attitüde attestiert. Trotzdem ein passabler Willkommensgruß für unsere kleine Gruppe an Spätaufstehern.

Interessanter soll es danach dann mit HELLYEAH , der Band um ex-PANTERA-Trommler Vinnie Paul, werden. Auch wenn das letzte Album der Amis pressemäßig ganz schön einstecken musste, hat das Debüt der Jungs meiner Meinung nach mit "Hellyeah", "You wouldn't know" und "Alcohaulin' Ass" drei klasse Songs zu bieten - von denen heute jedoch leider nur die ersten beiden gespielt werden. Ganz allgemein findet das Publikumsinteresse wesentlich geringer als bei den Landsleuten und ehemaligen Bandkollegen DOWN aus und HELLYEAH wirken leider von Beginn an vor allem eins: routiniert. Heißt konkret, dass HELLYEAH einen guten Job machen und sowohl musikalisch als auch in Punkto Show solide dastehen, irgendwie sind die Ansagen aber kompletter Standard und austauschbar, überzeugt klingen sie auch nicht und von überzeugender Spielfreude sieht man wenig auf der Main Stage. Wenn man aufgrund der PANTERA-Connection also wieder Vergleiche mit den Gewinnern des Vortags ziehen möchte, verkacken HELLYEAH heute alles, was DOWN gestern goldrichtig gemacht haben. Unterm Strich gibt es so einen akzeptablen Auftritt für die Fans der Band und einen entbehrlichen für alle anderen.

Wie es richtig geht, zeigen direkt danach Dez Fafara und seine reformierten COAL CHAMBER: Die Amis machen von Anfang an klar, dass sie vor allem mit Spaß dabei sind und hier in erster Linie eine gute Zeit haben wollen. Selbst der einzige Neuzugang in der Band, Chela Harper, die nun am Bass eine gute Figur macht, da anscheinend keine der beiden ehemaligen Bassistinnen zu einer Reunion bewegt werden konnte, fügt sich nahtlos und sympathisch ins Bandgefüge ein. Während sich Frontmann Dez also über den inzwischen wieder eingesetzten Regen freut (den er laut eigener Aussage genauso gern wie Grasrauchen mag) und Gitarrist Miguel Rascón psychotische Blicke ins Publikum schickt, ärgert Trommler Mike Cox seinen Drum-Tech, indem er im Minutentakt Sticks ins Publikum oder über die Bühne auf seine Kollegen ballert. Diese nehmen die Herausforderung an und treten gerne mal ein paar Becken um oder verpassen sich gegenseitig Arschtritte. Großer Spaß also auf und vor der Bühne. Ach und musikalisch sind die 90er-New-Metal-Hymnen wie "Loco", "Sway" und "Clock" natürlich auch eine nostalgische Zeitreise, auf die sich eine einigermaßen große Menge gerne mitnehmen lässt. Schönes Ding!


Rocky: Der Rest des Line-Ups für Samstag finde ich dann eher weniger ansprechend, erst zu COAL CHAMBER kann man mich wieder vor die Bühne locken. Was soll ich sagen? Nostalgie pur, aber leider ein wenig enttäuschend für mich. Dez Fafara und der Rest der Band haben sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und albern herum, aber irgendwie will der Funke nicht überspringen. Was solls, immerhin bietet man eine gute Auswahl und gerade Lieder vom "Dark Days"-Album wecken einige Kindheitserinnerung. Vielleicht hatte ich einfach zu viel erwartet. Zumindest soundtechnisch gibt es aber nix zu bemängeln.

Im Gegensatz dazu, können mich die DEEZ NUTS von Anfang an überzeugen. Bei ihrem letzten Auftritt hatte ich sie noch im Zelt gesehen und damals wurde der Platz richtig eng. Also nur konsequent, dass sie dieses Jahr auf die Hauptbühne verfrachtet wurden. Eine gute Entscheidung, denn auch diesmal drängen sich die Leute zum Auftritt der Band. Mit ihrem Erfolgsrezept aus Hardcore und Hip Hop sind sie einfach ein Stimmungsgarant. Beeindruckend, welche Textsicherheit die Menge an den Tag legt und auch die Flut an Crowdsurfern ist herrlich anzuschauen. Wie singen sie so schön im "Party Song?" "Tonight were gonna party like there's no tomorrow" und "I wish this shit would never end". Definitiv das Motto dieser Show.

Später schaue ich dann noch bei SICK OF IT ALL vorbei. Die Band ist ebenso legendär wie Agnostic Front und zieht damit die Mengen. Im Gegensatz zu diesen, finde ich ihr Liveset aber weniger variabel. Aber was soll's. Wer zu SICK OF IT ALL geht, der will kompromisslosen Hardcore und dieser wird ihm auch geboten.

Gorlokk: Für mich geht es nach einer Pause im Camp erst etwas später wieder aufs Gelände: Als nächstes stehen wie gefühlt jedes Jahr SICK OF IT ALL auf dem Plan. Die Hardcore-Legende zieht wie immer einen großen Pulk Menschen vor die Bühne, der wie immer zu den bekannten Hits der Band steil geht. Nichts Neues also im Land der Hardcore-Chefköche, unterhaltsame Show und ballernde Songs sind dem WFF aber ebenfalls "wie immer" sicher.

Danach stehen mit IN FLAMES die heutigen Headliner an, auf die ich nach einem eher soliden aber nicht herausragenden Auftritt beim Wacken letztes Jahr sehr gespannt bin. Angenehmerweise sind die Schweden heute aber sehr fit und selbst Aushilfsgitarrist Jensen (THE HAUNTED), der für den wegen kurzer Babypause ausfallenden Niclas Englin eingesprungen ist, ist auf gar keinen Fall als Fremdkörper wahrzunehmen. Sänger Anders ist im Gegensatz zum Wacken komplett nüchtern und gut bei Stimme und lässt es sich nicht nehmen, zwischen den Songs Spielchen mit den Fotografen zu spielen oder einen Fan zum Filmen eines Songs auf die Bühne zu holen. IN FLAMES präsentieren sich in bester Form und bieten eine runde Setlist, die sowohl an älteren und neueren Hits nicht spart (u.a. "Where The Dead Ships Dwell", "Trigger", "Cloud Connected", "The Quiet Place") und auch ein paar länger nicht gespielte Überraschungen bereithält ("Embody The Invisible", "Morphing Into Primal", "System"). Mit der Hymne "My Sweet Shadow" und viel Feuerwerk geht dann ein überzeugender und würdiger Headliner-Auftritt zu Ende, während im Hardbowl-Zelt KVELERTAK bereits drauf los knüppeln.

Die Norweger haben die letzten Jahre einen regelrechten Triumphzug hinter sich und sind mit ihrem energiegeladenen Mix aus schmutzigem Rock und Black Metal vom kleinen Undergroundact zum viel-tourenden Monster bei Roadrunner Records geworden. Dass sie sich diesen Aufstieg zu Recht erarbeiten konnten, beweisen die Jungs auch heute Nacht im Zelt wieder, als eine ordentliche Menge noch mal zu später Stunde den Hammer kreisen lässt.


Rocky: Weiter geht es für mich mit dem Hauptact IN FLAMES. Diese bieten einen soliden Gig mit älteren Nummern und natürlich viel neuem Material. Gerade ihre letzten Releases finden oftmals Kritik, ich persönlich halte "Soundtrack to your Escape", "Come Clarity" und "A Sense of Purpose" für die besten Alben ihrer Karriere. Von daher bin ich mit dem Set relativ zufrieden, auch wenn der ein oder andere Kracher etwas auf sich warten lässt und sich meiner Meinung nach ein paar Filler einschleichen.

Mein persönlicher Headliner des Tages folgt allerdings im Zelt mit KVELERTAK. Bei ihrem letzten With Full Force-Auftritt fand ich das Publikum etwas hüftlahm und zurückhaltend. Dieses Jahr sieht es jedoch komplett anders aus: Das Zelt platzt aus allen Nähten und feiert eine gewaltige Rock/Metal-Party zu altbekannten Hits wie "Blodtørst" oder "Fossegrim". Ich kann gar nicht nachvollziehen, warum ich ihr neues Album "Meir" bisher vollkommen ignoriert habe. Der energiegeladenen Auftritt zeigt, dass auch die neuen Lieder viel Potential besitzen und das erste Album würdig fortsetzen.

Gorlokk: Mehr aus Neugier als aus wirklichem Interesse bleiben wir zu den nachfolgenden HAUDEGEN auch noch im Zelt und lassen uns zumindest für zwei Songs von dem Schunkel-Rock bedröhnen. "Die Flippers treffen die Böhsen Onkelz" fasst ein Freund sehr treffend zusammen. 'Nough said - ab ins Bett.


Sonntag

Gorlokk: Der Sonntag beginnt für mich persönlich katastrophal. Das kalte Wetter in der Nacht zuvor fordert seinen Tribut und ich muss mich in der Folge den ganzen Sonntag mit Halsschmerzen und später sogar noch mir Schüttelfrost und Fieber herumschlagen. Keine perfekten Bedingungen für den letzten Festivaltag. Vorerst geht es aber zu BETWEEN THE BURIED AND ME, die nach MAMBO KURT (der als Kommentar zu den bekannten Endlos-Diskussionen u.a. eine Coverversion von FREI.WILD spielt, O-Ton: "Weil mich die ganze Diskussion einfach nur ankotzt.") die Hauptbühne zum Beben bringen wollen. Die Amis sind besonders durch ihre letzten beiden Alben im Prog-Universum zu einer beachtlichen Größe geworden, auf dem WFF wird solch eine musikalische Ausnahmeband erwartungsgemäß aber größtenteils mit Missachtung gestraft. Die Menge vor der Hauptbühne ist klein und obwohl BTBAM musikalisch überzeugen und ein paar Fans zu den wilden Stücken zwischen Math Core und Prog Metal abgehen, kann der Großteil der WFF-Gänger wohl nichts damit anfangen. Traurig.

Rocky: Nach 3 Tagen voller Hardcore und Metal bricht schließlich der letzte Tag an. Eröffnet wird dieser vom bekanntesten Heimorgelspieler Deutschlands: MAMBO KURT. Nichts, was mich vor die Bühne lockt. Als Beschallung zum Morgenkaffee ist es jedoch recht angenehm. Wie üblich covert Kurt diverse Metal- und Pop-Klassiker und verbindet diese mit lustigen Ansagen. Eine Provokation wie das Frei.Wild-Stück "Weil du mich immer nur verarscht hast" darf da natürlich nicht fehlen. Ich denke ihr wisst, worauf er damit anspielt...

Wo wir beim Thema Frei.Wild sind – später spielen noch die Punker von BETONTOD. Obwohl, so richtig Punk sind sie schon lange nicht mehr. Meiner Meinung nach sind sie auf den Deutsch Rock-Zug aufgesprungen und haben damit auch Erfolg. Sicher würde die Band das abstreiten, aber ihre neueren Alben besitzen definitiv eine Nähe zu Frei-Wild und ähnlichen Bands. Schade eigentlich, gerade die gespielten Lieder vom Bandklassiker "Schwarzes Blut" zeigen, dass BETONTOD mal eine der besten deutschen Punk-Bands waren. Heute passen sie halt eher zu Trend-Shops wie EMP, früher lernte man sie noch durch den guten alten Nix-Gut-Katalog kennen. Traurige Entwicklung, aber dem Mainstream wird es gefallen.

Für mich folgt mit THE BROWNING wieder eine Band, auf die ich mich schon vor dem Festival gefreut habe. Leider verpasse ich aufgrund diverser Umstände den Großteil ihres Auftritts und kann das meiste nur aus der Distanz hören. Dennoch eine Freude, der Band zu lauschen. Deathcore und Elektronik griffen noch nie so gut ineinander, wie bei dieser Band. Leider wird es gegen Ende etwas eintönig und die Luft geht langsam aus. Anders jedoch beim Publikum, wovon ich mich während der letzten Lieder noch überzeugen kann.

Gorlokk: Es kommen nun also THE BROWNING daher, die ihren recht inspirationslosen Metal/Deathcore mit Electro-Pop-Elementen würzen und damit vierzig Minuten Spielzeit füllen, bei der man nach fünf Minuten bereits alles gehört hat. Außer reichlich Breakdowns und den immer wiederkehrenden Electro-Dance-Einschüben haben die Herren nicht viel zu bieten, vor der Bühne findet sich aber trotzdem eine beachtliche Menge ein, die die gleichförmigen Songs von THE BROWNING abfeiern. So einfach kann Massenunterhaltung sein.

Da kommt es kaum überraschend, dass bei einer Qualitätskombo wie DEVIL SOLD HIS SOUL hinterher so wenig Leute vor der Bühne stehen, dass nicht mal eine anständige erste Reihe zusammenkommt. Stattdessen bricht das Zelt nebenan aus allen Nähten, weil dort Wölfi von den KASSIERERN mal wieder sein Geschlechtsteil zeigt. Viel muss man dazu wohl nicht sagen. Schade ist es aber allemal, die Engländer haben nämlich ein paar richtig gute Songs vorzuweisen und wenn es auch mit Technikproblemen und einem neuen Sänger heute vielleicht nicht ganz so rund läuft - auf der Bühne, wissen die Jungs trotzdem zu überzeugen und zumindest das final gespielte "Drowning/Sinking" hinterlässt ein bißchen Gänsepelle beim geneigten Zuschauer. Wer auf melodischen Post Hardcore gemischt mit Post Rock steht, sollte die Engländer unbedingt anchecken!

Als die KASSIERER fertig sind strömen die Massen dann wieder zur Hauptbühne, denn dort spielt nun eine der wenigen Spaßbands, die es schafft, Fäkalhumor mit Hintersinn zu präsentieren: KNORKATOR lassen es auf der Bühne krachen, Sänger Stumpen geht natürlich wieder reichlich auf Tuchfühlung mit dem Publikum (u.a. in einem riesigen Plastikball) und die Fotografen dürfen zwischendurch auch mal alle (!) auf die Bühne. Über die pampigen Ansagen kann man derweil genauso lachen wie über die bekloppten Songs der Berliner (u.a. "Ich lass mich klonen", "Alter Mann", "Wir werden alle sterben") und KNORKATOR verbreiten auf wundervoll unplakative Art einfach gute Laune.


Rocky: Den nächsten Pflichttermin auf meiner Liste stellen KNORKATOR dar. Auch diese Band habe ich schon öfters gesehen und wurde noch nie enttäuscht. Daran ändert sich auch diesmal nichts. Die Liedauswahl bietet zwar wenig Überraschungen ("Alter Mann", "Eigentum" etc), dennoch kein Grund zur Enttäuschung. Schließlich hört man die Lieder immer wieder gern und die Texte kann man langsam auch mitsingen. Auch die spontanen Witze und Albernheiten sorgen wie immer für Unterhaltungswert. Unter anderem begibt sich Stumpen diesmal in einen aufblasbaren Ball und rennt damit über die Hände und Köpfe der Zuschauer. Wer hat schon sowas zuvor erlebt? "Du nicht!"

Den weiteren Tag halte ich mich an die Hauptbühne. Dort stehen dann irgendwann KORPIKLAANI auf den Brettern. Keine Ahnung, warum ich mir das anschaue. Mit Spaß-Pagan konnte ich noch nie etwas anfangen. Die Show kommt nur schleppend in Gang, was sicherlich an der experimentellen Songauswahl liegt. Ich kenne zwar nicht die Titel, aber ein Lied klingt wie eine schleppende Doom-Nummer. Ein anderes ging hingegen etwas in Richtung Thrash Metal. Respekt, dass sie mal etwas anderes probieren, jedoch zeigt das Publikum nur wenig Interesse. Erst als die altbewährten Partysongs einsetzen, kommt es in Schwung. Irgendwie scheint KORPIKLAANI in ihrem Klischee als Spaß-Band gefangen zu sein und kann dem kaum entkommen.

Mit CALIBAN wird dann die "Core"-Fraktion ein letztes mal an ihre Grenzen getrieben. Nach dem fürchterlich schmalzigen "Say Hello to Tragedy" gab es glücklicherweise mit "I am Nemesis" ein Kurskorrektur in Richtung härterer Nummern mit epischen Unterton. Und was soll ich sagen – Lieder wie "Memorial" sind auch live einfach großartig. Dazu kommen noch ewige Bandklassiker wie "Nothing is forever" und das mittlerweile obligatorische Rammstein-Cover "Sonne". Bei der Songauswahl wird alles richtig gemacht und an der Performance gibt es nichts auszusetzen. CALIBAN beweisen definitiv, dass Heaven Shall Burn nicht das einzige Aushängeschild der deutschen Metalcore-Szene sind. Ein riesiger Circle-Pit ist ein beeindruckender Zeuge davon.

Gorlokk: Bei CALIBAN muss ich eine dringend notwendig Pause einlegen, die Jungs sollen aber nach Hörensagen mit ihrem melodischen Core extrem gut angekommen sein und eine fette Show abgefackelt haben. Das Publikum dankt es ihnen u.a. mit ein paar im Müllcontainer (!) crowdsurfenden Fans. Sieht man auch nicht alle Tage.

Das Programm auf der Main Stage dürfen dann KORN beschließen, die seit kurzem wieder mit ihrem an Christus verloren geglaubten Gitarristen Head zusammen sind und gleich zum Einsteig mit "Blind" klarmachen, wohin die Reise geht. Die Band spielt tight, strotzt vor Energie und überrascht selbst Zweifler mit einem starken Auftritt. Der Großteil des Publikums dankt es der Band, dass heute fast nur Klassiker wie "Freak On A Leash", "Y'All Want A Single", "Shoots And Ladders" oder "Falling Away From Me" zum Zuge kommen, während aus jüngeren Zeiten nur "Narcisstic Cannibal" seinen Weg in die Setlist findet. So sieht man KORN gerne und die Amis bieten in der Tat noch mal einen tollen Headliner-Abschluß des Festivals.

Danach ist es für mich allerdings auch leider schon vorbei. Ich kapituliere gegenüber dem Fieber und schleppe mich schweren Schrittes zurück ins Zelt, um dort die Erkältung im Schlafsack auszuschwitzen und mich darüber zu ärgern, dass ich das Last Supper mit PARADISE LOST, NEGURA BUNGET und AMORPHIS verpasse, auf die ich mich zum Abschluß wirklich gefreut hätte.



Fazit
Rocky: Theoretisch hätte der Tag für mich mit KORN geendet, aber leider wollte es nicht sein. Dank Probleme mit der Autobatterie musste eine Lösung gefunden werden, damit wir überhaupt wieder nach Hause kommen. Ich hätte mich schwarz ärgern können, schließlich verehre ich die Band noch heute und bin begeisterter Sammler von deren Live-Bootlegs. Abgesehen von diesem Negativereignis kann ich mit dem With Full Force 2013 jedoch recht zufrieden sein. Das Wetter war sprunghaft mit diversen Regenschauern, aber es war wesentlich angenehmer als letztes Jahr. Und pralle Hitze hatte man ja auch schon oft genug erlebt. Die Organisation muss ich dieses Jahr wirklich loben, da kann man höchst zufrieden sein. Vor allem der Presse-Bereich war eine wirklich gute Idee. Mit der Extra-Tribüne hatte man einen wunderbaren Überblick über die Publikumsreaktionen und im VIP-Zelt gab es schöne Partys zu erleben. Doch auch der "einfache" Zuschauer konnte sich nicht beschweren und bekam einiges für sein Geld geboten. Und das auch abseits der Bühne. Von daher war es mir eine Ehre, auch diesmal wieder von diesem großartigen Festival berichten zu dürfen. Ein wirklich gelungener Geburtstag, da freut man sich auf 20 weitere Jahre! Abschließend sei noch mein Dank an die Veranstalter und auch an meinen Kollegen Gorlokk gerichtet!

Gorlokk: Auch dieses Jahr muss man dem With Full Force wieder Bestnoten in den Bereichen Organisation und Fanfreundlichkeit attestieren. Die Veranstalter schaffen es trotz der massiven Geländeumstrukturierungen aufgrund des näherkommenden Baggersees immer noch ein Festival zu organisieren, dass beim Fan keine Wünsche offen lässt. Meine persönlichen Live-Highlights waren DOWN, IN FLAMES und KORN, doch auch im Mittelfeld gab es u.a. mit BETWEEN THE BURIED AND ME, DEVIL SOLD HIS SOUL, COAL CHAMBER und PAIN schöne Auftritte zu erleben.
Mein einziger persönlicher Kritikpunkt dieses Jahr ist der enorm hohe Anteil an Core- und Spaß-Bands, die ein entsprechendes Klientel anziehen, welches größtenteils nichts mit anderen Musikrichtungen anfangen kann. Dies führt dazu, dass hochkarätige Bands mitunter vor lächerlichen Zuschauerzahlen spielen müssen und dass sich das WFF stilistisch enorm einschränken wird, wenn den Wünschen dieses Publikums in Zukunft noch mehr nachgegeben wird.

Mein Dank geht zuerst an die Veranstalter, dann an unser kleines Presse-Camp und die Kollegen von anderen Gazetten, sowie an die Kollegen Rocky, Martin und Tom für die Unterstützung bei dem Bericht.

Ich möchte außerdem noch auf dieses Hilfegesuch von Freunden aufmerksam machen, denen in der letzten Nacht auf dem Presse-Campground (!) Kamer-Equipment für mehr als tausend Euro (und damit auch sämtliche Bilder des Wochenendes!) gestohlen wurde:
Komplettes Kamera-Equipment gestohlen

geschrieben am 28.07.2013   von Gorlokk
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1. Haken "The Mountain"
2. Devin Townsend Project "The Retinal Circus"
3. Anathema "Universal"
4. Katatonia "Dethroned & Uncrowned"
5. Karnivool "Asymmetry"
6. 65daysofstatic "Wild Light"
X   Alltime-Klassix Top6
1. In Flames "Reroute To Remain"
2. Anathema "The Silent Enigma"
3. Porcupine Tree "Fear Of A Blank Planet"
4. Trivium "Shogun"
5. Tori Amos "Little Earthquakes"
6. Katatonia "Last Fair Deal Gone Down"

[ Seit dem 28.07.13 wurde der Artikel 1918 mal gelesen ]
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