Rezension
Mit großer Freude vernahm ich die Ankündigung eines zweiten OSI Albums, hat mich der Erststreich des Projektes um Jim Matheos (Fates Warning) und Kevin Moore (Chroma Key) doch begeistern können wie kaum ein anderes Album der letzten Jahre. Auf Free wurden die beiden wiederum von Dream Theater Schlagzeuger Mike Portnoy unterstützt und erstmals auch von Jims Bandkollegen Joey Vera, der dieses Mal an Stelle von Sean Malone die Bassparts übernahm. Herausgekommen sind 11 neue Songs, die stilistisch in haargenau dieselbe Kerbe wie der Vorgänger Office Of Strategic Influence schlagen. Das bedeutet einen völlig eigentümlichen und experimentellen Stil, bestehend aus Techno-Programmings, Synthesizer-Spielereien, virtuoser Schlagzeugkunst, hypnotischen Gitarren- und Bassläufen und markantem, völlig relaxten, extremlosen aber eindringlichen Gesang. Das Ergebnis dieser Zutaten ist völlig eigenständig, deutliche Vergleiche oder Zuordnungen lassen sich schlicht nicht finden. Es ist Alternative Rock und Techno, verträumt und aufwühlend, ruhig und lebhaft, super lässig und völlig verkopft, Gothic und Flower Power. Genialer Weise ist es das alles zugleich. Die Dialektik drückt sich nicht in Kontrasten aus, obwohl die einzelnen Lieder durchaus sehr unterschiedlich, mit verschiedenen instrumentalen Schwerpunkten konzipiert sind. Ob fett verzerrte Gitarrenriffs, Pianoklänge, einfühlsamer Gesang oder Breakbeats, alles ist auf einer Schwingung, und selbst der akustische Ausklang "Our Town", eine Art Country Ballade, nimmt sich da in Nichts aus. Jeder halbwegs aufgeschlossene Musikliebhaber muss dem Zauber von OSI einfach erliegen. Die Höchstpunktzahl kann ich hier nur nicht ziehen, weil das Vorgängeralbum noch einen Tick aufregender und weniger straight war. Das ändert aber nichts an den Tatsachen: Free ist ein Meisterwerk völlig begnadeter Musiker und verdient ein Maximum an Aufmerksamkeit und Huldigungen.
Special Edition
Die Special Edition kommt als Doppel-CD in einem Pappschuber, den ein Auschnitt des regulären Covers ziert. Die CD enthält sechs Bonussongs, die es auf 19:25 Minuten bringen, also hätten sie auch locker als Bonustracks mit auf die erste CD gepackt. Aus gutem Grund geschah dieses nicht, denn die Titel würden wohl nicht mit den anderen Songs harmonieren. Sie sind viel experimenteller, und können eigentlich nicht als richtige Lieder bezeichnet werden. Sie haben kaum Gesang, dafür viel spoken Vocals. Trotzdem tragen sie die typischen OSI Vibes. Einzig das Demo von "When Your're Ready" ist überflüssig, da es, dem schon auf dem Debüt veröffentlichten Titel, nichts Neues hinzufügt. Doch die restlichen 16 Minuten können überzeugen, und wer OSI liebt kann auf die Special Edition wohl nicht verzichten.
Tracklist:
Lineup:
01. Sure You Will (3:46)
02. Free (3:22)
03. Go (4:16)
04. All Gone Now (5:15)
05. Home Was Good (5:03)
06. Bigger Wave (4:32)
07. Kicking (3:53)
08. Better (4:06)
09. Simple Life (4:00)
10. Once (6:38)
11. Our Town (3:20)
Bonustracks der Special Edition Extra CD
01. OSIdea 9 (3:33)
02. Set It On Fire (3:42)
03. Communicant (3:47)
04. When You're Ready (demo) (3:09)
05. Remain Calm (4:08)
06. Old War (1:06)
Gitarre, Keyboards: Jim Matheos Gesang, Keyboards und Programming: Kevin Moore (Gast) Schlagzeug: Mike Portnoy (Gast) Bass (bei Sure You Will, Free, All Gone Now, Bigger Wave, Kicking): Joey Vera
9.0 Punkte von chicken (am 10.04.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Hauptsächlich Metal und 60er/70er Jahre Rock. Daneben alles Mögliche (z.B. EBM, Soundtracks, Folk, diversen Jazz Kram & Krautrock) und manches Unmögliche (z.B. Aqua, Madonna, Torfrock, Björk & Doris Day).
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6. Chroma Key "Dead Air For Radios"
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