Forest of Fog ist nun wahrlich kein Neuling in der Szene, eine Demo und zwei Alben wurden schon veröffentlicht und zwar in Eigenregie, also ohne Label. Nun aber wird das dritte Werk namens "Abgründe" doch via Label releast. Nimmt man das Cover, so fällt einem zunächst einmal auf, dass es dieses Mal farbiger gestaltet wurde. Die darauf zu erblickende Trostlosigkeit ist jedoch immer noch enthalten, folglich keine Anzeichen für eine eventuelle Stiländerung.
Man kann sagen, dass der Schweizer den Weg von "Nebelhymnen" weiter entlangschritt, doch wird das dem Album nicht vollauf gerecht. "Nebelhymnen" war stärker, einfach melodiöser. "Abgründe" ist rauher, es nimmt nicht so viele epische Parts in Anspruch, wenngleich sie auch hier vorhanden sind. Legt man "Abgründe" zunächst ein und lauscht den Klängen, so wird man erst einmal zufrieden sein. Eingängige Melodien, welche abwechslungsreich gestaltet sind, dazu ein solider Krächzgesang und Einlagen wie Choransätze. Doch allzu markant und herausragend ist der Gesang nicht, das Hauptaugenmerk scheint man sowieso auf die Melodien gelegt zu haben. Zwar sind diese in "Der letzte Triumph" auch gut, nur wiederholen sie sich zu sehr und die Freude daran wird getrübt. Zumal der Drumcomputer teilweise doch alles andere als schön klingt. Grundsätzlich ändert sich nicht mehr allzuviel. Zu sehr greift Ivo auf bekannte Melodiebögen zurück. Freilich blitzt sein Talent manchmal doch noch auf, aber im Endeffekt liegt es wohl eher brach.
Es sind eher die melodischen Parts und vereinzelte gelungene Riffs, wenn man etwas hervorheben möchte. "Der Turm" besitzt geradezu Symbolkraft. So hört man weitesgehend Durchschnittsware bis leicht besseres, welches freilich niemanden vom Hocker reisst. Doch gegen 3:30 Minuten verfällt das Stück dann in eine fast schon melancholisch-sehnsüchtige Stimmung. Hier ertönen atmosphärenschwangere Riffs und sie wissen zu begeistern, den Hörer hinabzuziehen in geistige Klangeslandschaften. Natürlich ist nicht jedes Stück mit klasse Gitarrenarbeit ausgestattet, in der Regel findet man aber in allen Liedern eine besondere Melodie, welche vor Magerkost bewahrt. Das allerdings so gut, dass "Abgründe" von Durchlauf zu Durchlauf wächst und die Stücke immer besser zu werden scheinen. Ebenfalls wächst die Sangesleistung, welche letztlich doch recht leiderfüllt ausfällt.
Also haben wir hier prinzipiell ein Black Metal-Album mit melodischem Einschlag, der jedoch eher epischen Ausmaßes ist. Ohne vereinzelte gute Ideen und dem sehr guten Wirken an der Gitarre würden Forest of Fog mit dem Album nicht viel Lob ernten. So erkenne ich diese Leistung an und weiss sie zu würdigen, frage mich jedoch zugleich, warum man qualitativ abnimmt im Vergleich zu älteren Werken. Bedauernswert, vielleicht sollte sich der Schweizer mehr Zeit mit Veröffentlichungen lassen anstatt jährlich etwas neues zu bieten. Manchmal leidet darunter ja bekanntlich der Reifungsprozess und somit auch die Qualität des Materials. Das klingt nun jedoch negativer als es de facto ist. "Abgründe" weiss nämlich durchaus zu begeistern und mitzureissen. Nur gilt es, die Makel zu eliminieren.
Tracklist:
Lineup:
01. Der letzte Triumph
02. Nebelnacht
03. Die Vision
04. Stumm
05. Boten des Unheils
06. Ein neuer Tag
07. Der Turm
08. Am Abgrund
7.0 Punkte von Vynter Vombat (am 27.06.2006)
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