Epic Doom Metal steht bei mir ganz oben auf der Liste, wenn ich meine Lieblingsmusik auflegen möchte. Wenn man an Epic Doom Metal denkt, dann denkt man zweifelsohne zuerst an zwei Bands: Candlemass und natürlich Solitude Aeturnus. Die Amerikaner sind selbst ausgewiesene Jünger der Schweden. Doch während die sich mit ihrem zwar herausragenden, doch mimosenhaften Sänger und einem eher mäßigen Comeback Album rumschlagen müssen, dessen Nachfolger wegen Messiahs Gehabe auf Halde liegt, haben Solitude Aeturnus einen grandiosen Keep It True Gig gespielt und liefern uns nun nach acht Jahren Pause endlich wieder ein neues Studioalbum. Und ich kann es vorweg nehmen: Die erhabenen Hallen des Epic Doom sind um ein weiteres Monument reicher. „Adagio“ hatte seine schönen Seiten, doch über weite Strecken auch viel Leerlauf. Den sucht man auf „Alone“ vergebens. Das Album knüpft an die Bandklassiker an, wenn es sich auch nicht ganz auf Augenhöhe zeigt. „Alone“ ist typisch für Solitude Aeturnus. Es bietet zwischen schwerem Power Metal und monolithischem Epic Doom alles auf, was Klasse hat. Schwermetallisch in jeder Faser seines Seins, und dennoch ist „Alone“ aufgrund seiner klassischen Harmonien und seines einzigartigen Charismas ein Doom Album geworden, das im epischen Genrezweig zu den ganz Großen gezählt werden kann. Obwohl der Song „Is there“ nicht wirklich das Highlight der CD ist, verdeutlich er doch am besten, was die Scheibe als Ganzes zu bieten hat. Hört also hier mal rein und lasst euch von der beinharten Strophe, dem anklagenden Refrain und den doomigen Zwischenparts ins glückselige Nirwana blasen. Hochklassige Alltime Faves werden mit „Waiting for the light“ und dem finsteren „Tommorrow’s dead“ geboten. „Sightless“ ist abgesehen von den Harmonien und dem Götterrefrain fast schon Power Metal. Lediglich das sphärische „Blessed be the dead“ könnte als Ausfall gewertet werden, wird jedoch aufgrund seines subtilen Charakters Freunde finden. Mir gefällt ein Song wie „Upon within“ sehr viel besser, in dem Tristesse nach und nach in pure Verzweiflung zerfließt. Bleiben noch das beschwörende „Essence of black“, der geile Opener „Scent of death“ und das vielfältige „Burning“, dass uns herrlich leere Gitarrenmelodien, wunderbar spärlich schwermütige Riffs und düstere bis gewaltige Gesangsparts beschert.
„Alone“ besticht mit dem megastarken Gitarrenspiel von John Perez und dem wie immer überragenden Gesang von Robert Lowe. Von der Höchstnote ziehe ich einen Punkt ab, denn „Alone“ rangiert in meinem persönlichen Doom Jahresranking auf Platz zwei hinter dem Debüt der Norweger Sahg. Dennoch sind die atmosphärischen Melodieführungen von Solitude Aeturnus, die gerne mal mit orientalischen Tonfolgen spielen, einzigartig in der Doom Welt. Es bleiben damit fette neun Punkte für eine Ewigkeit in schwermetallischer Doom Pracht.
Tracklist:
Lineup:
1. Scent Of Death
2. Waiting For The Light
3. Blessed Be The Dead
4. Sightless
5. Upon Within
6. Burning
7. Is There
8. Tomorrow's Dead
9. Essence Of Black
musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
X Aktuelle Top6
1. Iron Maiden "The Final Frontier"
2. Blind Guardian "At The Edhe Of Time"
3. Grand Magus "Hammer Of The North"
4. A Tortured Soul "Lucifer's Fate"
5. Nevermore "The Obsidian Conspiracy"
6. Mael Mordha "Manannán"
X Alltime-Klassix Top6
1. Manowar "Into glory ride"
2. Doomsword "Let battle commence"
3. Slayer "Reign in blood"
4. Iron Maiden "7th Son Of A 7th Son"
5. Black Sabbath "Mob Rules"
6. Candlemass "Tales of creation"
[ Seit dem 25.11.06 wurde der Artikel 3289 mal gelesen ]