Kaum eine andere Band hat die 80er mit ihrem Sound so geprägt wie die Amis um Mainman Kip Winger und Gitarrero Reb Beach. Ihr pompöser Hardrock traf genau den Rhythmus der damaligen Zeit und bescherte den Jungs ungeahnte Erfolge. Leider kamen sie damals nur auf drei Alben, bevor sie sich nach dem für viele Fans umstrittenen Album „Pull“ auflösten. Gerade „Pull“ hätte ihnen aber einen Wendepunkt in ihrer Karriere bescheren können, denn die Songs waren weit vom aufgeblasenen, pompösen Sound der Vorgänger entfernt und zeigte, dass die Band über ein großes Potential verfügte. Erst im letzten Jahr erfolgte dann mit „IV“ die Rückkehr und zeigte die Band musikalisch in der Schnittmenge der drei Vorgänger. Progressiver und songdienlicher gingen die Jungs vor und zeigten wieder einmal ihre große Klasse auf. Nun also liegt mit der 37 Songs umfassenden „Demo Anthology“ ein Doppelalbum der besonderen Art vor. Wenn andere Bands einfach nur eine Best Of auf den Markt schmeißen, fragt man sich doch manches Mal, was man damit eigentlich erreichen möchte. Im vorliegenden Fall ist dies nun komplett anders. Zwar finden sich alle drei Alben, ohne „IV“ natürlich, auf den CDs wieder, aber diesmal, wie der Titel auch aussagt, in bisher unveröffentlichten Demo Versionen. Dass die Band nie unvorbereitet ins Studio ging, merkt man bei allen Songs, ist doch sowohl der Sound als auch der Mix eigentlich schon pressfertig. Was den Songs größtenteils fehlt ist der Pomp und gerade das zeigt, dass die Klasse der Songs auch heute noch unbestritten erstklassig ist. Gerade diese Stripped down Versionen erfreuen das Herz eines jeden wahren Wnger-Fans. Überhaupt der Einsatz der Gitarre als Hauptinstrument vermag den bekannten, mit viel Synthesizern versehenen, Versionen einen deutlichen Punsch zu versetzen. Den ein oder anderen Song hätte man sich auch wunderbar auf den Original-Alben vorstellen können, hätten sie doch gerade bei „Pull“ dem Album eine etwas andere Richtung geben können.
Leider werden wir wohl so etwas von Winger nicht mehr erwarten dürfen, denn laut Aussage von Kip Winger nimmt die Band heutzutage keine Demos mehr auf, da die eigentliche Magie des Songs verloren gehen würde. Für jeden wahren Winger-Fan als auch für Freunde guten 80er Hardrocks, dürfte die Anschaffung dieses Juwels keine Frage sein.
Fazit: Ein weiteres Zeitdokument, welches sowohl „Best Of“, Wiederveröffentlichung und auch fast ein neues Album miteinander verbindet.
Tracklist:
Lineup:
CD 1:
1. Madalaine
2. Hungry,
3. Seventeen
4. State Of Emergency
5. Time To Surrender
6. Hangin’ On
7. Headed For A Heartbreak
8. Only Love
9. Can’t Get Enough
10. Loosen Up
11. Miles Away
12. Easy Come, Easy Go
13. Rainbow In The Rose
14. In The Day We’ll Never Say
15. Under One Condition
16. Little Dirty Blonde
17. Star Tripper
18. You Are The Saint, I Am The Sinner
19. In The Heart Of The Young
CD 2:
1. All I Ever Wanted
2. Skin Tight
3. Never
4. Someday Someway
5. Blind Revolution Mad
6. Down Incognito
7. Spell I’m Under
8. Hour Of Need
9. Junkyard Dog
10. The Lucky One
11. Like A Ritual
12. In For The Kill
13. No Mans Land
14. Who’s The One
15. Written In The Wind
16. Until There Was You
17, Without Warning
18. Give Me More
9.0 Punkte von Christoph (am 11.04.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Melodicrock allgemein, AOR, True Metal, Prog-Metal
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