Das französisch-österreichische Künstlerkollektiv ELEND nimmt seit ihrer Gründung im Jahre 1993 eine Ausnahmestellung ein und ist meines Erachtens die einzige mir bekannte Band, die das Prädikat Neo-Klassik wirklich verdient. Kombiniert doch die musikalische Ausrichtung die Elemente postmoderner Klassik mit neuzeitlicher Avantgarde, den rohen Stimmungen des Metal-Kosmos und des Industrials seit jeher in einzigartiger Weise.
Agierten ELEND in ihrer frühen Phase noch überwiegend mit elektronischen Elementen, so setzte man von Album zu Album immer mehr auf die Ausgewogenheit zwischen reellen klassischen Instrumenten und synthetischen Soundcollagen. Diese Entwicklung gipfelte schließlich in den beiden Vorgängerwerken "Winds Devouring Men"(2003), welches durch einen warmen, leicht romantischen Touch bestach und dem pechschwarzen "Sunwar The Dead" (2004).
"A World In Their Screams" ist nun der dritte Teil des, ursprünglich für fünf Alben konzipierten "Winds"-Zyklus mit dem ELEND einmal mehr ihre künstlerische Ausdruckskraft unter Beweis stellen.
Wieder einmal stehen gewaltige Rythmen, opulente Orchesterpassagen und konfuse Industial-Anleihen in einem dunk´len Widerstreit, baut sich vor dem Zuhörer eine alles vernichtende musikalische Apokalypse auf. Engelsgleiche Gesänge, mal bittersüß, mal beängstigend und im Gesamtkontext aufrüttelnd, so bezirzen ELEND die Ohren und erschaffen so ein klassisches Crossover-Monument, welches seinesgleichen sucht.
ELEND sind nichts für schwache Nerven denn der Zugang in die tiefe emotionale und aufwühlende düstere Welt will hart erarbeitet sein. ELEND provozieren, ELEND betören und ELEND verstören. Hat man es jedoch ersteinmal verstanden sich diesen elf erstklassigen Kompositionen hinzugeben, dem öffnet sich eine nie gekannter musikalischer Garten Eden an dessen Ende einzig und allein die Stille wohnt...
1. Ophis Puthôn
2. A World In Their Screams
3. Ondes De Sang
4. Le Dévoreur
5. Le Fleuve Infini Des Morts
6. Je Rassemblais Tes Membres
7. Stasis
8. Borée
9. La Carrière D´Ombre
10. J´ai Touché Aux Confins De La Mort
11. Urserpens
musikalischer Background des Verfassers Punk, Metal, Black & Death Metal... Heute höre ich alles, sofern es mich in irgend einer Art und Weise berühren kann...
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