Vanderlinde kommen aus unserem Nachbarland Holland und haben so gar nichts mit Tulpen und Käse am Hut. Das vorliegende Album wurde bereits zwischen August 2005 und Mai 2006 aufgenommen und ist derzeit lediglich über die Bandeigene Homepage erhältlich. Hört man sich das Album in seiner ganzen Länge an, versteht man das nicht wirklich. Das Album kann ohne Probleme, sowohl Sound- als auch Songtechnisch mit Labelwerk mithalten. Das Songmaterial ist klassischer Hardrock mit einem leichten Touch Moderne versehen. Recht beschaulich eröffnet das Album mit dem Intro „Rise“ und geht über in die satte Nummer „Almost Caught Again“. Das hat schon internationales Format was hier aus den Boxen quillt. Das schnelle „Ready“ wird abgelöst von der wunderschönen mit einem leichten Blues-Touch versehenen Ballade „Mother“. Wie auch bereits in den Songs davor, findet man hier immer wieder eine wunderschöne Slidegitarre vor, die sehr stimmungsvoll und akzentuiert eingesetzt wird. Mit „Dead End“ folgt die nächste Ballade, die allerdings mit einem harten Mittelteil glänzen kann und ein wenig an den Klassiker „Shooting Star“ von Bad Company erinnert. Auch hier fällt wieder die ungemein wuchtige Produktion auf, die man bei einer Indie-Pressung so nicht unbedingt erwarten darf. Überhaupt die Produktion: Was hier abgeliefert wurde, ist absolut internationaler Standard und beeindruckend, wenn man bedenkt, dass wir es hier mit einer Privatpressung zu tun haben. Weiter geht’s mit „Dreaming“, das mit seiner relaxten Stimmung ein wenig an Blackfoot erinnert. Dann wird’s mit der nächsten Ballade „Eagle“ ein wenig langweilig, denn nach drei bereits ruhigeren Nummern dürfte es ruhig mal wieder ein wenig mehr zur Sache gehen. Das passiert dann auch im rockigen „Hey Pssht, It’s Only Me!“, dass aber ansonsten nicht so wirklich überzeugen kann. Danach folgen dann zwei mal wieder ruhigere Songs, namentlich „Soul Mate“ und „What’s On Your Mind“, wobei der zweitgenannte eine schöne Akustiknummer ist. Erst mit „By The Time You Go Crazy“ geht die Band mal wieder so richtig aus sich raus und zeigt, dass sie auch rocken kann. Das ungewöhnliche und bluesige „Turn Around“ schließlich beendet ein Album mit Höhen und Tiefen. Mir persönlich ist der Anteil an balladeskem Material zu hoch, was aber nichts mit der Klasse der Songs zu tun, sondern lediglich dem Album immer wieder die Fahrt raus nimmt.
Wer sich also gerne einmal auch abseits der bereits betretenen Pfade bewegt und auf frische Bands steht, kann hier fündig werden.
Fazit: Für eine Eigenproduktion tolles Album.
Tracklist:
Lineup:
1. Rise
2. Almost Caught Again
3. Ready?
4. Mother
5. Dead End
6. Dreaming
7. Eagle
8. Hey Pssht, It’s Only Me!
9. Soul Mate
10. What’s On Your Mind
11. By The Time You Go Crazy
12. Turn Around
6.0 Punkte von Christoph (am 13.06.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Melodicrock allgemein, AOR, True Metal, Prog-Metal
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