Altar Schwede. Was A Tortured Soul hier abliefern, ist nur etwas für Old Schooler. Old Schooler wie mich. Unglaublich, was diese Band hier abzieht. Hat man je darüber nachgedacht, wie es klingen würde, wenn Mercyful Fate Black Sabbath Songs spielen? Ich glaube nicht. Auf jeden Fall wären A Tortured Soul das Ergebnis. Hier gibt es traditionellen Metal aus der absoluten Valhalla Oberliga. Fette, vor Charisma nur so berstende Riffs, geniale Gitarrensoli, eine absolut tighte Rhythmusfraktion und ein kryptischer Sound, den nur die beißende Snare etwas zu sehr zerhakt. Dazu gibt es einen faszinierenden Sänger, der zwar nicht die Eric Adams Oktavenschule besucht hat, aber fehlenden Tonumfang mit Originalität und Ausdrucksvermögen ausgleicht. Hier gibt es Heavy Metal Hymnen für die Ewigkeit. Oder kann mir sonst noch jemand einen Song wie „Not tonight“ nennen, der sich sowohl auf der „Into glory ride“ als auch auf der „Don’t break the oath“ oder der „Master of reality“ gut machen würde? Leider gibt es ein paar Hänger. Das krampfhaft auf Tempo getrimmte „Nocturne“ funktioniert überhaupt nicht, auch wenn hier dem King ganz hervorragend gehuldigt wird. Doch Tempo scheint dieser Band trotz der tighten Double Bass nicht zu liegen. Auch das fast schon peinliche „Little girl“ geht in der Ideenlosigkeit unter. „Cut and bleed“ kann dann aber endlich wieder punkten. Die Strophe wirkt zunächst noch banal, zündet aber in Verbindung mit den übrigen Parts des Songs, die nahezu beschwörend auf den Hörer eindringen. Und nun geht es los. Die CD startet mit dem Meisterwerk „Altar of Sangria“ und dem überragenden Titelsong endgültig durch. Wie geil! Ich erhebe mich von meinem Schreibtisch, krame meine Kutte hervor, die immer noch nach Wacken riecht, öffne einen Halben Herrenhäuser Pilsener und huldige dieser großartigen Band. Zu den Sweeps von „Altar of Sangria“ stürze ich die erste Hälfte der Gerstenkaltschale herunter und versuche danach, im Refrain mit dem Sänger mitzuhalten – keine Chance. Egal! Es ist endlich Zeit für den Titelsong, der mich auf den Boden zurückschickt, von dem ich gerade aufgestanden bin. So wird gerockt! Hammer! Wenn da nicht dieser erneut einfallslose Refrain wäre... hier hätte der Sänger mehr Mühe reinstecken müssen. Ich mein, ein paar Takte später zockt Nate Gorenc ein 1a Solo – und Mr. Frontmann speist uns mit einem Sprechgesang ab? So nicht, bitte! Zumal die Strophe wirklich geil ist! Ihr merkt schon: Es zieht sich durch das gesamte Album, dass ich einerseits völlig hin und weg von der Musik von A Tortured Soul bin, andererseits auch sehr enttäuscht auf den ein oder anderen Part reagiere. Die Priest Anbiederung „Parasite“ kommt ganz geil, aber dennoch zeigt sich, dass der hohe Gesang von Rick Black zu schnellen Song nicht passt, solange der Mann nicht schreit. Das sehr ambitionierte „The chain“ beschwört noch einmal die Stärken der Band und kommt verdammt gut. Teuflisch gut! Um nicht zu sagen: Hell yeah!!! Habe ich schon einen Anspieltip gekürt? Ich glaube nicht. Dann ist es wohl dieser Song! Beim Rausschmeißer „13“ werden noch einmal alle Mercyful Fate Register gezogen, und auch wenn Rick Black nicht King Diamond ist, finde ich das sehr geil.
Tracklist:
Lineup:
1. Tomorrow’s Door
2. Not Tonight
3. Nocturne
4. Little Girl
5. Cut And Bleed
6. Altar Of Sangria
7. Kiss Of The Thorn
8. Parasite
9. The Chain
10. 13
8.0 Punkte von Christian (am 24.09.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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