Die Italiener mit dem “doppeltgemoppelten” Namen sind zurück. Ich bin längst darüber hinweg mich über den Bandnamen lustig zu machen, denn dafür bieten die Südländer Album für Album einfach zu gute Kost an und konnten sich auch immer wieder steigern.
Mein Gott, NECRODEATH werkeln nun auch schon wieder 25 Jahre – das ist ein Vierteljahrhundert !! Dazu passend war und ist ja auch ihr ureigener Stil, eine gelungene Mischung aus Black und Thrash Metal, ein Stempel, der nachträglich betrachtet ja auf viele Mitstreiter aus den frühen und mittleren 80er-Jahren paßt, als da wären SLAYER, VENOM, DESTRUCTION, CELTIC FROST, SODOM oder EXODUS ...
Betrachtet man aber mal die durchaus auch vorhandenen modernen Komponenten in NECRODEATHs Musik etwas eingehender, so kann man die Band in meinen Augen und Ohren durchaus mit den stets höchst innovativen Griechen ROTTING CHRIST vergleichen – beide Ausnahmebands haben sich durch Zielstrebigkeit, Können und einen langen Atem jeweils eine Nische besetzt, die nur sie alleine bewohnen und somit einen individuellen Stil erschaffen.
Das Album fängt an mit einer zunächst balladesk verträumten, sich dann aber crescendoartigen steigernden Akustikgitarrenpassage à la TESTAMENTs „Trial By Fire“ und beschwört in alptraumhaften Hörspiel- und Soundtracksequenzen eindrucksvoll die Hauptperson dieser Veröffentlichung, nämlich einen gewissen aus Transsylvanien stammenden Herrn, namens Vlad Tepes, seines Zeichens Pfähler und Blutsauger von Beruf ...
Puuh – das war schonmal nicht schlecht und macht neugierig und vor allem Appetit auf mehr:
Und der Hörer bekommt mehr geboten – viel viel mehr !!!
Es fängt an mit dem heftig bollernden Smell Of Blood, welches überraschenderweise mit einem sarabandeartigen arabesken Intro eingeläutet wird.
Und diese Linie wird konsquent fortgesetzt und ausgebaut: Das schwermütige, dabei aber ultraheavy rüberkommende Party In Tirqoviste setzt dabei einen ersten absoluten Höhepunkt in Sachen melancholischer und melodiebetonter Heaviness.
Über dem Titelstück unterm Kopfhörer sollte man dann aber keinesfalls einschlafen – buntbebilderte schockartige Alpträume wären garantiert ...
Dieser Track ist einfach nur hochgradig verstörend – Flüstergesänge und mal wispernde, mal kräftig reinhauende Musik wechseln sich ab mit düsteren Soundtrackcollagen.
Was aber wäre ein Album über abartige historische Personen aus dem südosteuropäischen Raum mit leichtem bis mittlerem Drang Blut und andere Körperflüssigkeiten aus ihren Mitmenschen herauszuperessen ohne ein Countess Bathory-Cover ? ... welches dann auch als durchaus gelungen bezeichnet werden muß.
Und auf The Golden Cup kommt dann mein absolutes Lieblingsinstrument zum Einsatz – es ist Didgeridoo-Traumzeit !!!
Anspieltip und ob seiner fesselnden Vielseitigkeit vielleicht bestes Stück auf dem Album ist das 6 1/2-minütige Impaler Prince.
Das Intro und das Outro umrahmen mit ihren Titeln (Geburts- und Todesjahr von Vlad Tepes) stimmungsvoll das Gesamtgeschehen.
Fazit: NECRODEATH haben mit „Draculea“ ein überragendes und phantastisches Extrem-Metal-Album auf allerhöchstem Niveau abgeliefert, welches bei absolut fettem und transparentem Sound sowohl extreme Düstermetaller als auch viele Gothic-Fans ansprechen dürfte und sind nur knapp an der Höchstnote vorbei geschrammt, denn viel besser kann man derartige Musik nicht machen.
Es bleibt nur zu hoffen, daß man diese Ausnahmeband von jenseits der Alpen auch mal hierzulande livehaftig bewundern kann – diesbezüglich herrscht bei mir nämlich noch Fehlanzeige.
Tracklist:
Lineup:
1. V.T. 1431
2. Smell Of Blood
3. Party In Tirgoviste
4. Fragments Of Insanity
5. Draculea
6. Countess Bathory
7. The Golden Cup
8. Impaler Prince
9. V.T. 1476
9.5 Punkte von WARMASTER (am 27.10.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
X Aktuelle Top6
1. SVARTSOT "Ravnenes Saga"
2. NECRODEATH "Draculea"
3. ONSLAUGHT "Killing Peace"
4. EXODUS "The Atrocity Exhibition: Exhibit A"
5. FLESHCRAWL "Structures Of Death"
6. FLESHLESS "To Kill For Skin"
X Alltime-Klassix Top6
1. SLAYER "Reign In Blood"
2. BOLT THROWER "Warmaster"
3. KAMPFAR "Mellom Skogledde Aaser"
4. BATHORY "Blood Fire Death"
5. THE BEATLES "Sgt. Pepper"
6. TANGERINE DREAM "Logos"
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