Die Band über die ich heute meinen Senf ablassen werde, kommt aus den USA, genauer: aus Albany, New York. Den Vierer um Scott Featherstone gibt es seit 1996 und ist in den USA ein relativ bekanntes Quartett. „Inertia“ bedeutet die Kraft, zu englisch „Force“(na, macht’s schon klick?), die ein Objekt das in Bewegung ist, in Bewegung hält. Soweit so gut. Kleine Deutschstunde: tauscht man jetzt das erste „I“ gegen ein „E“, dann hat man? Richtig: Enertia!
Ihr neuestes Werk „Force“ haben die Amis in den Sonic Ranch Studios in Texas unter der Federführung des Produzenten Neil Kernon, welcher unter anderem mit Judas Priest oder Nevermore gearbeitet hat, aufgenommen. Vertrieben wird die Scheibe von Mausoleum Records.
Als erstes muss ich mal eines loswerden: der Sound gelingt in den USA irgendwie IMMER!!! Fette Produktion! Fette Gitarren! Geiles Schlagzeug! Aber wenn man sich mal die Liste anschaut, wen Joe Gastwirt schon alles gemastert hat, wundert’s nicht: Pearl Jam und Legende Jimi Hendrix. Deswegen werben wohl auch die deutschen Tonstudios immer mit dem Slogan: WIR machen den amerikanischen Sound! Aber irgendwie schaffen sie trotzdem nie den Sprung über den großen Teich…well…
Die Songs kommen alle durchweg stimmig daher und machen Lust auf mehr. Allerdings bin ich nicht ganz so von der Stimme Scott Featherstones begeistert, aber das ist – wie immer eben – Geschmackssache!
Musikalisch ist sonst alles top! Technisch einwandfrei, geile Gitarrenriffs mit hammer Soli. Die Songs sind allesamt sehr abwechslungsreich und irgendwie mit keiner (die mir jetzt spontan einfällt) Band vergleichbar. Schade finde ich allerdings, dass irgendwie nach den ganzen geilen Intros der Mitgröhleffekt fehlt! Und zwar vollends! Keine eingängigen Refrains und die Songs bleiben immer auf dem gleichen Level. Keine Höhen, keine Tiefen, fast ein wenig Stagnation und ein wenig ZU wenig Power! Um die Mucke in eine bestimmte Ecke einordnen zu können (was ich ehrlich gesagt sauschwer finde, da es im Metal selten Bands gibt, die sich strikt in eine Schublade stecken lassen) muss ich wieder ein bissel ausholen. Durch die vielen Double Bass Parts kommt das Ganze schon an die Power Ecke ran, doch dann fehlt dem Ganzen ein wenig der letzte Pepp und es kommt eher die Thrash Metal Fraktion zum Tragen. Auffallend: auf dem ganzen Album, das mit elf Liedern daher kommt, gibt es keine einzige Ballade zu hören.
Meine Favoriten auf der CD: „Withstand“ und „Clearer“
Ach ja, kleine Bemerkung am Rande: Die CD hat aus unerfindlichen Gründen in den USA ein anderes Cover als in Europa. Leider hab ich im Netz noch nirgends das europäische gefunden und mein Scanner is futsch, weswegen ich jetzt einfach das amerikanische genommen habe! Non mea culpa!
P.S. am 19. Oktober, editiert: Dank Björn könnt ihr jetzt das europäische Cover sehen! Dankeschön!
Tracklist:
01. Time To Go
02. Messed Up Son
03. Anything
04. Secrets
05. Bleed
06. Not Alone
07. Hole In The Head
08. Clearer
09. Withstand
10. The Sky Is Falling
11. Gun
Line-up:
Scott Featherstone – Gesang
Roman Sinleton – Gitarre
Joe Paciolla – Bass
Jeff Daley – Schlagzeug
7.5 Punkte von woschd (am 17.10.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Heavy Metal, Melodic Metal, True Metal, ein bissel Punk für zwischendurch, ein Hauch von Gothic und ansonsten alles was meinen Ohren schmeichelt
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