Hmmm...liest sich ja recht interessant, die kurze und knappe Presseinfo zu "Occasus", dem Debüt der Aussies The Amenta. "A New Age In Extremism" heißt es da, auch ist von "Death Black Industrial Noise" die Rede. Was sich über die Maßen exotisch und originell anhört, entpuppt sich leider einmal mehr nicht als die erhoffte Offenbarung, sprich, auch die Australier erfinden mit ihrem Debüt das Rad des extremen Metals nicht neu. Technischer, grabender und durchaus treibender Death Metal bildet das Fundament der zehn Songs, durchaus versiert gespielt und gekonnt in Szene gesetzt. Darüber hinaus binden The Amenta mehr oder weniger geschickt einen gewissen Grad an atmosphärischen Elementen ein, welche einerseits dem Schwarzmetall entstammen, andererseits auch aus der melodischen Schweden Death Metal-Schule entliehen sein könnten. Um wieder zur Labelbezeichung "Death Black Industrial Noise" zu finden, umgarnt das Quintett einige Songs mit spacigen Synthieeskapaden, was besonders im letzten Song "Sangre" (überhaupt glänzen alle zehn Songtitel durch ihre maximal dreisilbige Bezeichnung) zu einem wirklich dissonanten Gemisch aus synthetischen Blastbeats, lärmig-geilen Synthiegeräuschen und verzerrtem Geschrei führt, welcher die oben erwähnte Stilbezeichung sogar verdient. Die restlichen Songs allerdings spielen sich in relativ gewöhnlichen Mustern ab, wummern kalt-steril aus den Boxen, was wohl auch Sinn der Sache ist, mir aber auch nach mehrmaligem Hördurchgang noch nicht so recht gefallen will, da vor allem der Drumsound (Maschine oder Mensch - ich muss einer Antwort schuldig bleiben) viel zu technisch und maschinell aus den Boxen ballert. Abgesehen davon machen die Jungs vom fünften Kontinent ihre Sache aber ganz anständig, leiern sich ein paar durchaus gute Riffs aus dem Ärmel, begehen nur ein ums andere Mal den fehler, ein nur durchschnittliches Riff (wie im Opener "Erebus") einfach zu oft zu wiederholen, was sehr schade ist, da "Occasus" definitiv ein paar klasse Songs zu bieten hat: Das aggressiv-berstende "Mictlan" mit seinen flirrendne Black Metal-Gitarren, dem mystischen Keyboard-Mittelteil und dem sich daran anschließenden Death Metal Groove-Monster oder das eben schon erwähnte, unglaublich hypnotisierende "Sangre" heben diesen einer Mini-CD nachfolgenden Labeleinstand über den Durchschnitt und machen klar, dass in dieser Band durchaus Potential steckt, welches eben nicht gänzlich ausgeschöpft wurde. So rate ich Freunden technischen Death Metals ebenso zu einem Probehördurchgang, wie Liebhabern extremer Metalkunst, welche auch vor Synthiepräsenz und abgefahrenen Klangexperimenten nicht zurückschrecken - "Occasus" könnte euch gefallen, einige Songs zumindest haben es mir sehr angetan und das ist definitiv ein Fundament, auf dem man aufbauen kann!*Noch ein Wort zur von mir gewählten Musikbezeichnung "Extreme Metal": Vollstens bewusst darüber, dass "Extreme Metal" eigentlich alles bedeuten kann, wählte ich diesen begriff vor allem deshalb, da ich mit der derzeitigen Meinung vieler Norweger einhergehe, dass Metal nicht noch weiter unterteilt werden sollte. Somit dient Extreme Metal als Auffangbecken für all jenes Gelärm, welches eben nicht waschechter Black, Death oder keine Ahnung-Metal ist. An dieser Stelle ein Zitat von Grutle (Enslaved), welches er mir gestern mitteilte: "Schubladen braucht kein Mensch, solange der Inhalt passt!" (sinngemäß)
6.5 Punkte von Björn Springorum (am 18.10.2004)
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