Vom kleinen deutschen Underground-Label Northern Silence Productions flatterte uns dieser Tage jenes Kleinod schwarzmetallischen Wirkens auf den Tisch. "Evighet/Undergång" beinhaltet die beiden bisherigen Veröffentlichungen dieser noch jungen Band ("Undergång" MC 2004 und "Evigheit" Promo 2003), aufgestockt um ein saftiges 10-Minuten-Cover der Bathory-Hymne "Blood Fire Death". Soviel zu den Rahmenbedingungen, welche bei Nasheim von einem stimmungsvollen weil schlichten Artwork mit Lyrics in Runenschrift abgerundet werden und somit äußerst geschmackvoll und dezent auf das Kommende hinleiten."Ändlös Flykt Från Tiden" beginnt mit einem angenehm kurzen und obskur-genialen Keyboard-Intro, begeistert alsbald jedoch mit verzweifeltem, morbidem und frostigem Black Metal, welcher sofort an norwegische Glanztaten der Marke frühe Ulver oder Burzum denken lässt. Ein majestätischer Midtempo-Takt umfängt den Hörer, sägende Gitarren bahnen sich unaufhaltsam und wie von tiefer Trauer geplagt den Weg durch verschneite Landschaften, wirkungsvoll begleitet von hallenden und keifenden Auswürfen des Sängers, in den kommenden Lieder desöfteren in dem Grafen nahekommende, schmerzerfüllte und spitze Schreie ausbrechend. Die Krone der atmosphärischen Schwarzmetallkunst erreichen Nasheim jedoch mit dem dezenten Einbinden einer simplen aber wunderschönen Akustikgitarrenmelodie, die sich in das kalte Soundgewand der Schweden einwebt und wahrhaft Akzente setzen kann. Auch "Allt Svartnar", "Undergång" und "Evighet" stehen diesem faszinierenden Opener in nichts nach: Leidgeplagter, nihilistischer und verzweifelter Black Metal in reinster Form schallt aus den Weiten der schwedischen Wälder, mal rasend vor Wut, mal in sich zusammenfallend und zermürbend langsam (worin Nasheim eindeutig am Besten sind und mich endlos zu begeistern wissen!), mal reine Akustikintermezzi... Nasheim zählen definitiv die richtigen Bands zu ihren Einflüssen, ohne diese jedoch seelenlos zu kopieren. Vielmehr integrieren die beiden Mitglieder elementare Bestandteile jener schwärzesten und schmerzvollsten Musik in ihr eigenes Schaffen und verpassen den Songs definitiv eigenen Charme. Zwar erscheint der Drumcomputer gerade bei den klirrend-rasenden Blast-Parts etwas zu lasch und drucklos, die sich in Überzahl befindlichen langsam-schleppenden Kreationen unendlicher Monotonie werden von den im Hintergrund operierenden Drums jedoch umso wirkungsvoller in Szene gesetzt. Verständlicherweise lässt die Musik des Duos Vergleiche, vor allem mit norwegischer Schwarzmetallkunst, zu, was allerdings nicht zu vermeiden ist, sollte man sich misanthropischem, frostigem und von Akustikgitarren durchzogenen Black Metal verschreiben. Nach den vier erfolgreich absolvierten eigenen Songs, bei welche ich auch noch das melodische und oftmals gut hörbare Bassspiel hervorheben möchte, wagen sich Nasheim an eine DER Hymnen: Bathorys "Blood Fire Death" muss dran glauben, doch keine Sorge, bei Nasheim sind derart talentierte Musiker am Werkeln, dass ihnen auch ihre Interpretation des in diesem Jahr verstorbenen Quorthon sehr gut gelingt und übrigens auch für einen Tribute Sampler des Labels Total Holocaust aufgenommen wurde. Nach diesem heroischen, zehnminütigen Abschluss lassen Nasheim ein durchgehend positives Gesamturteil ziehen, welches mit Verwendung eines menschlichen Drummers perfektioniert worden wäre. Fazit: Der verzweifelte Black Metal, überwiegend in unteren Tempobereichen angesiedelt, von akustischen Klampfen und wahrhaft schmerzvollen Vocals versehen, wird keinen Anhänger solch illustrer Truppen wie Burzum, Shining, Ulver oder Abyssic Hate enttäuschen und da alle eben aufgezählten Bands diese Art von Musik entweder längst über Bord geworfen haben oder sich mit dem Release des nächsten Albums noch immer viel Zeit lassen, rate ich dringend, zu Nasheim zu greifen.
8.0 Punkte von Björn Springorum (am 19.11.2004)
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