Verlixt noch eins! Wie ist es möglich, dass mich in letzter Zeit annähernd ausnahmslos gutklassige oder hochinteressante Releases aus dem Bereich der schwärzesten aller Metal-Spielarten erreichen? Natürlich ist der Black Metal nicht tot oder dabei, nur noch Mist auf den Markt zu spülen, irgendwie war ich jedoch immer der Meinung, dass heutzutage eben nicht mehr so viele herausragende Platten veröffentlicht werden. Wie dem auch sein, das deutsche Label Northern Silence Productions konnte mich schon neulich mit der Nasheim-Platte vollstens überzeugen, weshalb ich mit einer gehörigen Portion Vorfreude an Blodarvs neueste Ausgeburt "Soulcollector - The Thousand Years Tale" heranging. Was mich allerdings auf dem etwa 55-minütigen und in die Kapitel "Chapter Of The Soulcollector" (Tracks 1 bis 5) und "Chapter Of The Thousand Years Tale" (Tracks 6 bis 11) unterteilten Album des dänischen Trios erwartete, lässt sich so einfach nicht in Worte fassen. Vom Label als eine der besten Black Metal-Scheiben des Jahres 2004 angepriesen (gut, wir wissen, wieviel DAS aussagt) schlagen Blodarv mit ihrer Musik direkt in die Magengrube. Obskurer, weltferner, bizarrer, angstmachender Black Metal wurde von der Dame und den beiden Herren hier auf die kleinen (und auch großen) Scheiben gepresst, schwerlich beschreibbar und wohl nur durch intensives hören, ja besser fühlen adäquat zu erfassen. Zwar fußen die Songs Blodarvs deutlich auf archaischstem, kaltfinsteren, unbearbeitetem, tiefbesessenen Schwarzmetall nordischer Schule, doch auch dieses Grundgerüst wurde von einem absolut in den Bann ziehenden und in keinster Weise technisch bearbeiteten Drumsound veredelt, welcher die Basedrum einfach tief wummern und die Snare hohl erschallen lässt. Die Gitarrenarbeit weist einerseits Parallelen zu den wenig bekannten und dennoch hochklassigen Necrofrost sowie Dodheimsgard auf, um grobe Fixpunkte zu bieten. EIn kehlig-würgender Vokalist setzt dem essentiellen Grundgerüst der besessenen Dänen die Krone auf und schließt den ersten Teil unserer musikalischen Entdeckungsreise. Wo andere Bands jedoch bereits vor vollendeten tatsachen stehen, fangen Blodarv gerade erst an. Liebliche, zurückhaltende weibliche Vocals in Verbindung mit einem schroffen und vor Frost erstarrenden Blastbeat? Im Black Metal undenkbar? Darauf scheißen Blodarv und verfeinern gleich eine handvoll Songs mit der durchaus zur nordisch-magischen Atmosphäre des eigenwilligen Songsmaterials beitragenden Stimme. Keine Angst, die Musik der Drei driftet damit nicht in "Wald-und-Wiesen-Metal" ab, es ist noch imemr verdammt finster, verdammt kalt! Auch sollen die vielen ruhigen Ausflüchte auf "Soulcollector" an dieser Stelle Erwähnung finden, welche zwar in krassem Gegensatz zu den überwiegend vorherrschenden Hassattacken der Dänen stehen, nichtsdestotrotz dank gefühlvoller Akustikklampfe, Synthies und sonstigem beschaulichen Instrumentarium Bilder vereister nächtlicher Wälder, wogenden Nordmeer-Wellen und verzauberten Plätzen nordischer Anmut evozieren. Es ist wirklich nciht von dieser Welt, was die Dänen hier angerichtet haben und sollte bevorzugt bei Dunkelheit oder einem nächtlichen Spaziergang durch Wald und Flur gehört, zelebriert werden. Empfindet ihr bei den archaisch-erhabenen und kargen Werken von Tulus, Isengard, Dodheimsgard und Necrofrost jenes schwer in Worte zu kleidende, majestätische Gefühl, welches der Musik entströmt? Dann holt euch "Soulcollector" und lasst euch von den simplen aber genialen Basslinien, dem in diesem jahr besten weil hervorragend zur Musik passenden Black Metal-Drumsound, den weiblichen Vocals und der schroffen Kälte der Gitarren hinfortführen...
Zur Information sei angemerkt, dass viele der auf jener CD befindlichen Tracks bereits auf früheren Veröffentlichungen der Dänen zu hören waren - checkt daher einfach mal die (leider extrem schlechte) Homepage der Truppe.
8.5 Punkte von Björn Springorum (am 22.11.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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