Um einem ausgelutschten Genre wie dem Symphonic Metal ein wenig frischen Wind einzuhauchen, muss man wohl die Regionen verlassen, die bisher der hauptsächliche Nährboden für derartige Tonzusammenstellungen waren. Limb Music rekrutiert nun wohl auch in Osteuropa und präsentiert uns mit „Voice From The Silence“ das zweite Album der tschechischen Formation Symphonity. Diese wird mit Olaf Hayer am Gesang fremdländisch durchbrochen, den wir ja schon von Dionysus und Luca Turilli kennen. Soweit zum Drumherum. Die Music von Symphonity klingt dynamisch und unverbraucht. Dass ich so etwas heuer noch einmal über ein Sympnonic Metal Werk schreibe, hätte ich nicht gedacht. Zwar muss ich mit Songs wie „Gates Of Fantasy“ oder „Evening Star“ ganz schön kämpfen, da diese die Fünf-Minuten-Marke weit hinter sich lassen. Und überhaupt wird wie bei den meisten Symphonic Alben auch hier Atmosphäre zugunsten von Bombast geopfert und damit nicht gerade Kurzweile geschaffen. Doch an den Fertigkeiten der Akteure gibt es weder im technischen noch im kreativen Bereich etwas auszusetzen. Und die Songs klingen anspruchsvoll und dennoch voller Elan und in einer gewissen Spontanität. „Voice From The Silence“ weist die Ambition auf, die einem zweiten Schritt angemessen ist, hat sich aber den Charme eines Debüts bewahrt. Größtes Plus ist der charismatische und kräftig intonierende Gesang, der diese Band wirklich weit nach vorn bringen könnte. Herzstück des Albums ist das mehrteilige Epos „The Silence“. Da ich kein Fan von solchen Konstruktionen bin, möchte ich Eure Aufmerksamkeit lieber auf das simple, aber effektive „Give Me Your Helping Hand“ lenken. „Bring Us The Light“ hat wirklich Hitpotential, auch oder gerade weil die Gesangslinien irgendwie an Hamburger Kürbisköppe meet Nightwish erinnern. Ab Nummer 5, dem „Salvation Dance“, wächst der Anspruch auf dem Album. „Salvation Dance“ selbst ist ein echter Knaller und mein Anspieltipp. Ein weiterer Hammer ist „Searching You“, das auch von At Vance stammen könnte. Insgesamt hat mir „Voice From The Silence“ sehr viel Spaß bereitet. Und da ich grundsätzlich alles andere als ein Freund des angepeilten Genres bin, muss es sich wohl um ein ziemlich gutes Album handeln.
Als Hidden Track kann man noch eine Coverversion entdecken. Symphonity haben sich „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ von Nena ausgesucht. In der Version, die als Duett mit Kim Wilde bekannt geworden ist. Recht gelungen.
Tracklist:
Lineup:
01. La Morale DellImmorale (Instrumental)
02. Give Me Your Helping Hand
03. Gates Of Fantasy
04. Bring Us The Light
05. Salvation Dance
06. The Silence - Memories (Part I)
07. The Silence - In Silence Forsaken (Part II)
08. The Silence - Relief Reverie (Part III)
09. Searching You
10. Evening Star
11. Afterlife (Instrumental)
7.5 Punkte von Christian (am 03.08.2008)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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