Wem der Name AGRYPNIE jetzt spontan so gar nichts sagt, der sei aufgeklärt, dass es sich hier um das einstmals Solo-Projekt von Torsten, dem Unhold handelt, welcher seines Zeichen Sänger der inzwischen aufgelösten Black Metal Institution NOCTE OBDUCTA war. Noch vor dem Ende einer der innovativsten und interessantesten deutschen Black Metal Bands rief der gute Torsten AGRYPNIE ins Leben und veröffentlichte bereits 2006 das Debut namens „F51.4“. Nun liegt mit „Exit“ das Zweitwerk der zwischenzeitlichen Hauptband des Unholds vor und zeigt, dass nach dem Ende von NOCTE OBDUCTA noch nicht aller Tage Abend ist.
Denn obwohl „Exit“ durchaus eigene Facetten und Perspektiven aufzeigt, erkennt man in AGRYPNIE doch auch immer noch Überreste des einstmaligen NOCTE OBDUCTA Spirits. Unter dem Titel „Black Metal“ lässt sich die Musik auf der aktuellen Scheibe wenn man möchte durchaus zusammenfassen, doch schafft es das Album in seinen elf Songs, viele verschiedene Einflüsse und Richtungen der schwarzmetallischen Kunst zu vereinen und zu einem homogenen Ganzen zusammenzufügen. So finden ruhige Momente einer verlorenen Akustikgitarre zwischen den aggressiven Klängen genauso Platz, wie sphärische Keyboards, die die Songs aber nicht mit Pathos erdrücken, sondern genau das richtige Quäntchen an Tiefe hinzufügen und sich wunderbar mit den melodischen Gitarren in Erhabenheit vereinen. Torsten selbst „singt“ unterdessen nicht so sehr in höheren Tönen, wie man es noch von NOCTE OBDUCTA gewöhnt war, sondern brüllt viel mehr seinen Schmerz und seine Wut mit einer Inbrunst heraus, die hörbar unterstreicht, dass auf „Exit“ das erste Mal viele der deutschen Texte aus seiner eigenen Feder stammen und insofern auch von persönlicher Relevanz sind. Der Sound des Albums lässt AGRYPNIE in genau dem richtigen Licht erstrahlen, die diese Band und ihre Musik nötig hat: Mit einer differenzierten, relativ kalten aber trotzdem organischen Produktion versehen, gibt es auf „Exit“ nichts das scheppert, kratzt oder wie im Luftschutzbunker unter der Sitzbank aufgenommen klingt.
Aggressiv nach vorne preschend und im Gegensatz zum Vorgängeralbum mit einem richtigen Drummer, anstatt mit einem Drum-Computer versehen, passt bei AGRYPNIE diesmal alles zusammen, um dem geneigten Hörer mit „Exit“ ein feines Stück leicht avantgardistischen Dark/Black Metals mit einer emotionalen Bandbreite von Aggression über Melancholie und Verzweiflung bis zur Erhabenheit vorzusetzen. Applaus!
Tracklist:
Lineup:
1. Mauern
2. Die Last der Erinnerung
3. Zivilisation
4. 0545
5. Fenster zum Hof
6. Wohin
7. Während Du schläfst
8. Schwarz
9. R40.2
10. In Den Weiten
11. Exit
musikalischer Background des Verfassers Prog Rock/Metal, Post Rock/Metal/Hardcore, Djent, Swedish/Melodic Death, Folklore/Neofolk, Black Metal, Neo-Thrash, Pagan Metal, Düster-Rock u.v.m.
X Aktuelle Top6
1. Soilwork "The Living Infinite"
2. Killswitch Engage "Disarm The Descent"
3. Wardruna "Yggdrasil"
4. Hexvessel "Iron Marsh"
5. Amenra "Mass V"
6. Steak Number Eight "The Hutch"
X Alltime-Klassix Top6
1. In Flames "Reroute To Remain"
2. Anathema "The Silent Enigma"
3. Porcupine Tree "Fear Of A Blank Planet"
4. Trivium "Shogun"
5. Tori Amos "Little Earthquakes"
6. Katatonia "Last Fair Deal Gone Down"
[ Seit dem 31.08.08 wurde der Artikel 3647 mal gelesen ]