Recht unerwartet traf es die Fans der polnischen Death Metal Band VADER, dass Mauser (Gitarre) seinen Dienst nach mehr als zehn Jahren bei dem Panzergeschwader quittiert hat. Zudem hat dieser Herr sein erstes Projekt Dies Irae zunächst auf Eis gelegt (für längere Zeit?). Und diese krassen (Lebens-)Entscheidung „bloß“, weil er -samt Ehefrau Aya (vocals)- vor zwei Jahren das Projekt Unseen gegründet hat. Zudem holten sich die beiden Hauptakteure Unterstützung mit Heinrich (Vesania, Rootwater) am Bass und Vaaver (Indukti) am Schlagzeug.
Aufgrund eines bestimmt coolen und wohl daher lohnenswerten Deals mit Century Media, welcher eine weltweite Promotion, Tourplanung usw. gewährleistet, ist die Entscheidung von Mauser durchaus (ein bisschen) nachvollziehbar. Auch wenn dieser Deal als Erstes einen Namenswechsel in UnSun nach sich ziehen musste. Aber das alles ist nicht so ausschlaggebend, schließlich zählt immer was hinten raus kommt. Zumal sich diese Band ganz und gar nicht im Death Metal Bereich bewegt. Nach den ersten Durchläufen ließe sich das Ganze als Goth Metal/Rock mit leichten Industrial Ausbrüchen bezeichnen; welcher vor allem überaus medientauglich gestaltet worden ist.
„The End of Life“ beginnt auch gleich mit einem Kracher Ohrwurm „Whispers“ samt harten Riffs, eingängigen Samples und einer ausdrucksstarker Stimme von Aya. Doch an eingängigen, melodischen Songs mangelt es bei dieser Scheibe kaum. Weiter geht es mit „Lost Innocence“, der anfangs in den Arsch tritt und gewisse Parallelen zu Deathstars aufweist, bevor Ayas Stimme mal wieder für den weicheren Faktor sorgt. „Blinded by Hatred“ fängt mit weichen Keyboardklängen an, bevor erneut harte Gitarrenriffs auf die markante Stimme treffen. Und die Samples seien an dieser Stelle nicht zu vernachlässigen, die deutlich auf den Industrial-/Gothfaktor aufmerksam machen.
Eher metallisch, aber nicht weniger radiotauglich erweisen sich die Stücke „The Other Side“, „Destiny“ & „On the Edge“. Für Freunde der Vergleiche seien daher an dieser Stelle Bands á la Evanescence, Delain oder Delight genannt. Und bei „Bring me to Heaven“ sieht es mit den vergleichbaren Bands nicht anders aus, auch wenn hierbei noch zusätzlich eine Art Paradise Lost „Host“-/„One Second“-Zeit erweckt wird.
Ich könnte nun ewig so fortfahren, doch dann wäre die Spannung vollkommen weg. Daher möchte ich noch auf den sehr einfühlsamen, deutlich emotionsgeladenen Song „Memories“ hinweisen und somit als besonderen Melancholie-Tipp anpreisen. Etwas unpassend finde ich dagegen den letzten Track „Indifference“. Dieser entpuppt sich eher als eine Art Remixversion, die bloß die Zeit dieses Debüts aufstocken sollte. Hätte man sich für meine Begriffe eher sparen können und dafür vielleicht einen Coversong präsentieren können (Vorschlag: Vader oder Dies Irae:-)).
Fazit: Ein überaus gelungenes Debüt einer neuen Band mit alten Gesichtern, die nun wohl auch in der Zukunft so einiges bieten werden. Fans von vergleichbaren Combos wie u.a. Lacuna Coil, Evanescence, Within Temptation, Paradise Lost, Delight, Delain etc. kommen an diesem neuen Stern der Szene nicht vorbei!!!
1. Whispers
2. Lost Innocence
3. Blinded By Hatred
4. Face The Truth
5. The Other Side
6. Destiny
7. Memories
8. Bring Me To Heaven
9. On The Edge
10. Closer To Death
11. Indifference
musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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