Ich habe schon geschluckt, als die Nachricht bekannt geworden ist, dass sich gerade einer der Hauptkomponisten und Mitbegründer der Rocklegende JANE, um Peter Panka, Klaus Walz, Charly Maucher und Co. abnabelt und sein eigenes Projekt gründet. Sahen doch die Monate nach dem Tod des Ausnahmemusikers Peter Panka im Jahre 2007 vielversprechend aus, was weitere Aktivitäten der übriggebliebenen Musiker anbelangt. Nicht zuletzt aufgrund der vielen Tribute Konzerte to Peter Panka, allen voran die dreistündige Show im Hannoverschen Capitol vom samt DVD Aufnahme (Metalglory.de berichtete).
Doch liest man nun die Einleitungszeilen des gewissen Werner Nadolny im Booklet dieser Veröffentlichung, wird sofort klar, warum Werner mit altbekannten Mitstreitern u.a. Jutta Weinhold (voc. – u.a. Zed Yago), Geff Harrison (voc. – u.a. King Pin Meh) ein grandioses („Debüt“)Werk abliefert. Ich zitiere: „…diese CD ist meine ganz persönliche Verabschiedung von meinem langjährigen Freund… Peter hat Jane nicht nur mit seinem Schlagzeugspiel, sondern auch mit seinem unvergleichlichen Gesang geprägt. Wie kaum ein anderer verstand er es, meine Kompositionen zu lesen und so zu interpretieren, dass sie Zugang zu den Herzen vieler Menschen fanden. …hiermit lasse ich Dich grüßen (auch wenn Du weit weg bist) und lege statt Blumen Töne Dir zu Füßen. Werner…“
Was kann/soll man bloß im Rahmen eines Reviews zu diesen Worten noch hinzufügen?
Eigentlich nichts, es ist nun mal ein ganz persönliches Rockalbum, welches sämtliche Jane Fans an der Trauer eines Freundes teilhaben lässt. Lauter wunderbare Kompositionen, die nun mal unter die Haut gehen.
Die Stücke strotzen vor Leidenschaft und Seelennot. Den Anfang macht ein instrumentales Stück „True Romance“, welches leicht kirchlichen Charakter besitzt und mit wunderbaren Saxophon Parts abgerundet wird. Das zweite Stück „Tribute (Hymne)“ ist ein ganz persönlicher Abschied der Freunde und Musiker dieses Projektes an ihren Peter, mehr als bloß ein paar Zeilen dieser Ballade zu zitieren bleibt auch an dieser Stelle nicht übrig: „…a singer, a lover, a drummer and a friend, say fare well and don´t cry…you left this world too soon before the lights went out, the stage is empty now and there is no doubt people came miles around to hear his „So So Long“…“. Ein grandioses Stück, welches sich auch mit hoher Sicherheit live hervorragend umsetzen lässt. Diesen Song gibt es noch zusätzlich als Radio Edit – in einer verkürzten Version.
Die weiteren fünf Stücke sind ebenfalls in Zusammenarbeit der drei hauptsächlichen Mitstreiter dieses Projektes entstanden und bewegen sich nicht minder weniger im 70er Rock & Krautrock – mit eben viel Keyboards, Werner Nadolny eben.
Doch den Vogel schießt Werner mit dem letzten offiziellen Stück dieses Albums ab. Ein sozusagen Cover des einmaligen Stückes vom 75er Album „Lady“. Es handelt sich natürlich um „So So Long“ als Langversion samt weiterer Gäste. Pure Hingabe, Rockoper, einfach großes Kino. Ich möchte ungern an dieser Stelle Begriffe wie Genesis meets Pink Floyd in ihren besten Zeiten verwenden, aber nun. Die härtesten Kerle werden mit solchen Musikstücken zu Weicheiern. Derart intensiv, ergreifend und lebhaft kommt das Stück rüber. Einfach der Wahnsinn. Da stören schlussendlich auch nicht so wirklich die allgemeinen Drumeffekte in diesen Stücken, betrachtet man diese Platte als Gesamtergebnis. Ein Peter Panka hätte da schon mehr Seele mit seinem einfachen, aber unverwechselbaren Stil hingelegt, aber...übrigens, als Bonus präsentiert Werner noch ein kurzes LIVE-Stück mit Peter Panka.
Einziger Kritikpunkt, den ich nun mal leider erwähnen muss, ist die reine grafische Gestaltung des Digipaks. Man hätte aus heutiger Sicht wirklich so einiges schöner, sagen wir mal „der heutigen Zeit entsprechend“, trotz der Liebe zu den 70er Jahren gestalten können.
Danke Werner für diese persönliche Verabschiedung an Deinen langjährigen Weggefährten. Schade bloß, dass für solche Umsetzungen ein sehr genialer Musiker gehen musste.
Fazit:
„proceed with memories…“ ist einfach genial!!!
Für JANE Fans, egal aus welcher Ära, d.h. mit welcher Formation, jedoch allen voran die Werner Nadolny und Peter Panka-Ära ist „proceed with memories…“ unverzichtbar. Alle restlichen Rockfreunde der Neuzeit als auch der 70er kommen an diesem Album nicht vorbei, wenn sie waschechte Emotionen, Gefühle und Hingabe hören möchten.
Tracklist:
Lineup:
01. True Romance
02. Tribute
03. Requiem
04. Uncried Tears
05. Sometimes
06. Inside of You
07. The One Outside
08. So So Long
09. Tribute (Radio Edit)
10. Peters Live Edit
9.0 Punkte von Arturek (am 09.02.2009)
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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