Das schwedische Label I Hate Records veröffentlichte kürzlich zwei Alben der Tschechischen Black Metal Urgesteine Root neu. „Hell Symphony“, das zweite Opus aus dem Hause Root wurde bereits an anderer Stelle besprochen. Das hier vorliegende „The Book“, ursprünglich 1999 aufgenommen, markiert den mittlerweile fünften Streich der Mannen um Mastermind Big Boss.
Und was hat sich seit „Hell Symphony“ getan? - Eine Menge!
Erstmal bleibt festzuhalten, das Root sich von ihren Black Metal Wurzeln überdeutlich gelöst haben. Black Metal typische Blast Parts wird man nämlich vergeblich suchen. Von der Räudigkeit und Pechschwärze früher Alben geht man mehr zu dem über, was momentan gemeinhin so gern als Dark Metal tituliert wird. Ebenso hat Big Boss seinen Gesang vom Black Metal Gekeife weg, hin zu mehr sakralen Gesängen entwickelt. Phasenweise habe ich dabei Saviour Machine oder Moonspell Anleihen im Ohr. Es verwundert wahrlich nicht, wenn man „The Book“ lauscht, das Bands wie eben Moonspell oder auch Anathema Root als einen ihrer Einflüsse angeben. Die Parallelen treten teils deutlich zutage.
Hier werden äußerst geschickt diverseste Einflüsse miteinander verwoben: Rock, Doom, Folkloristische Elemente und traditionelle Metal Klänge seien genannt. Aus diesen Ingredienzien kreieren Root in der Folge ein eigenständiges, atmosphärisches und düsteres Opus. Mit den Frühwerken hat das wie bereits erwähnt wahrlich nur noch am Rande zu tun, aber die „Roots“ der Band werden auch nicht vollständig verleugnet. Komplexe, teils verwirrt wirkende Songstrukturen, werden durch interessante Melodiebögen getragen und versprühen mit jeder Note diese spezielle Mystik, die schon das „Hell Symphony“ Release ausgezeichnet hat. Und genau diese Melodiebögen zeichnen sich schlussendlich auch dafür verantwortlich das das Album ein gehaltvoller Düsterbrocken geworden ist, der aller sperrigen Strukturen zum Trotz im Gehörgang haften bleibt.
I Hate Records haben dem Re-Release von „The Book“ noch vier Demotracks als Bonus beigefügt, die allerdings den Wert des Albums nicht sonderlich erhöhen. Qualitativ liegt das Niveau dieser Aufnahmen nämlich unter denen des regulären Albums.
Anspieltipps: The Birth, Lykorian, The Message of Time
Fazit:
Mit „The Book“ präsentieren Root sich deutlich gereift. Zweifellos ein gutes Album was die Tschechen hier abgeliefert haben, aber streckenweise auch schwer verdaulich. Atmosphärischer, teils schon melancholisch klingender Okkult (Dark) Metal ist sicherlich auch eine Frage des Geschmacks.
Root im Web: www. rootan.net Root on Myspace: www.myspace.com/rootcze
aktuelles Line Up:
Vocals: Big Boss (Jirí Walter)
Guitar: Ashok (Marek Šmerda)
Guitar: Evil (René Kostelòák)
Bass: Igor Hubík - Bass
Drums: Marek "Deadly" Fryèák
Discography: 1990 - 7 Èerných Jezdcù / 666 [Single]
1990 - Zjevení / The Revelation
1991 - Hell Symphony
1992 - The Temple in the Underworld
1996 - Kärgeräs
1999 - The Book
2001 - Black Seal
2003 - Dema [Best of/Compilation]
2003 - Atomizer/Root Split [Split]
2003 - Madness of the Graves
2004 - The Devil's Diary [Video/VHS]
2004 - Hell Tour 2004 [DVD]
Tracklist:
Lineup:
01. The Book
02. The Mystical Words Of The Wise
03. The Curse – Durron
04. Why?
05. Corabeu – Part One
06. Corabeu – Part Two
07. The Birth
08. Lykorian
09. The Message Of The Time
10. Remember Me!
11. Darkoutro - …Toccata - Prestissimo Molto
12. The Curse - Durron - Pre-production 1997*
13. Lykorian - Demo Version 1 - Unreleased 1997*
14. Lykorian - Demo Version 2 - Unreleased 1997*
15. Corabeu - Part One - Demo Version 1997*
* Bonus Tracks
7.0 Punkte von Blizzard (am 13.02.2009)
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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